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14.04.2014
Kevin Jörg
Formel Renault

Am Freitag fanden bei rund 20 Grad und leicht bedecktem Himmel zwei Trainings, sowie am Nachmittag das Qualifying statt. Nachdem Kevin beim ersten Training am frühen Morgen der Schnellste war, ging er zuversichtlich ins erste Qualifying. Leider erwischte er nie eine wirklich freie Runde, und so erfuhr es sich für das erste Rennen den 7. Startplatz. Nach einer 5-minütigen Pause war dann gleich das 2. Qualifying. Dieses verlief dann umso besser und Kevin sicherte sich die Poleposition für das Rennen am Sonntag.
Der Start für das erste Rennen war auf 14.00 Uhr am Samstag festgesetzt. Das Wetter zeigte sich wieder freundlich und die Piloten nahmen bei leichter Bewölkung und rund 20 Grad ihre Startplätze ein. Kevin erwischte einen guten Start und hatte in der ersten Kurve viel Glück, dass er von einem hinter sich fahrenden Piloten, der die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, nicht getroffen wurde. Er lag nach der ersten Runde auf P6. Schon bald schloss er auf den Vordermann auf und versuchte diesen in der ersten Schikane zu überholen. Er konnte sich neben den Konkurrenten setzen, jedoch nicht überholen, weil der Motor in den Begrenzer kam. Da er auf der schlechteren Seite war, hatte er keine Chance und verlor diesen Zweikampf und auch gleich zwei Plätze. Einen holte er sich sofort wieder zurück. Kevin fuhr dann sehr schnelle Rundenzeiten und konnte bald wieder auf den Vordermann aufschliessen. Dieser bekam technische Probleme und wurde langsamer. Deshalb kam Kevin etwas ins Kiesbett und verlor so leider wieder einen Platz. Er versuchte diesen zwar wieder gutzumachen, was ihm leider nur fast gelang. Er beendete das Rennen als Siebter.
Der grosse Tag für Kevin war jedoch der Sonntag, hatte er doch die Poleposition für dieses Rennen. Bereits kurz vor 10.00 Uhr ging es los. Kevin hatte ein bisschen zu viel Wheelspin beim Start und kam deshalb nicht optimal weg. Sein Teamkollege, Louis Delétraz, war in der ersten Kurve neben ihm, Kevin konnte aber seine Position behaupten und führte das Rennen bis zum Ende an. Runde um Runde wurde der Abstand zum zweiten und dritten Fahrer etwas grösser und Kevin beendete das Rennen mit 3,5 Sekunden Vorsprung. Kevin fuhr auch die schnellste Rennrunde, obwohl er als Erster keinen Windschatten hatte und die Durchschnitts-geschwindigkeit lag bei fast 190 km/h.
Kevin freut sich riesig über seinen ersten Sieg und dies erst noch auf der traditionsreichen Piste von Monza.

Mit motorsportlichen Grüssen
Euer Kevin

18.03.2014
Patrick Wolf
12h Mugello

DUNLOP 12H Italy –Mugello   vom 14.-15.03.2014

Marathonmann Patrick Wolf (Hofstetten) fährt mit dem rs-one Renault CLIO  R3 Cup von Speed Lover Team (BEL) beim 12 Stunden Endurance Rennen in Mugello (ITA) auf den vierten Rang der Klasse A2 und auf den 24. Schlussrang im Gesamtranking. Patrick sitzt bei mehr als 8 Stunden am Steuer.

Nach der herben Enttäuschung von 24H DUBAI mit Pfister Racing, musste die Saison neu organisiert werden und schnell konnte eine Lösung für das FIA ETCC Projekt gefunden werden. Für die Endurance Veranstaltungen der 24H Series.com mussten die Karten ebenfalls neu verteilt werden. Mit dem Speed Lover Team und Fahrer Coach, dem ehemaligen Renault Spitzenpilot, Roger Menghini konnte das Management von Patrick Wolf Racing (PWR) ein hervorragendes Paket schnüren.
Als zweiten Fahrer war der Churer Mario Carrado am Lenkrad. Mario hatte erst kürzlich die Lizenz gemacht und musste voll auf die Erfahrung von Patrick zählen. Die Zwei Piloten harmonierten perfekt. Eigentlich wäre noch ein dritter Pilot gemeldet. Unser Indischer Freund, ein Linienpilot der dortigen Fluglinie, bekam im Zusammenhang mit der ungeklärten Flugzeugtragödie in Malaysia leider kein Visum, und musste notgedrungen kurzfristig absagen. Somit war klar das rs-one Renault Clio  mit der #64 mit nur zwei Piloten die 12 Stunden von Mugello fahren musste.

Am Freitagmorgen ging es Schlag auf Schlag. Nach anderthalb Stunden freiem Training stand  das Zeitfahren auf dem Programm. Alle Anderen Teams waren schon mindestens 1-2 Tage am Testen in Mugello. Die Clio Truppe musste zuerst das Auto richtig abstimmen und den Pneudruck und Bremskraft richtig einstellen. Mit dem Wissen, dass das Zeitfahren in einem Endurance Rennen nur für das Ego ist, wurde konsequent am Programm für das Rennen gearbeitet.

Die letzten Vorbreitungen, für das Rennen, den am Freitagnachmittag wurde schon mal ein drei Stunden Rennen gefahren, dauerten genau zwei Sekunden zu lange. Die Ampel stellte bei der Fahrt zur Startline genau auf Rot als Patrick auf die Piste rausfahren wollte. Das Rennen musste also aus der Boxengasse gestartet werden. Der Nachteil war, das die neuen Bremsen und Slicks nicht eingefahren werden konnte. Patrick behielt aber die Nerven mit dem Wissen, dass man DUNLOP Pneus sehr sorgfältig aufheizen muss. Die ersten Rennrunden fuhr Patrick sehr vorsichtig an und es lohnte sich diese Arbeit gewissenhaft zu erledigen. Er hatte auch genug Platz da die schnelleren A6 Fahrzeuge mit Ihren Ferraris und Porsches oder Mercedes SLS eine gewisse Zeit brauchten den Nachzügler einzuholen.
Nach der Aufwärmphase steigerte sich der Yougster stetig und die Rundenzeiten purzelten und purzelten. Die Boxencrews notierte  gleichmässige aber sehr konkurenzfähige Rundenzeiten. „Mit diesem Auto und Ausbaustufe, das einem regelkonformen CUP Auto entspricht, sind Zeiten um 2min15sek fahrbar. und Patrick zauberte konstante 2.13er Zeiten auf den Toskanischen Asphalt.“ Analysiert ein zufriedener Teamchef Roger Menghini.
Nach dem Endurance Reglement darf ein Pilot nie mehr als zwei Stunden am Stück fahren und so musste Mario auch ans Lenkrad. Mario fuhr konstante Runden, wenn man bedenkt, dass er die Lizenz erst vor 10 Tagen gemacht hat, lieferte er eine beeindruckende Leistung ab. Ueberrascht von den ultraschnellen Mercedes SLS,  Ferraris und Porsches ging bei Mario in der Schickane die Piste aus und er rodelte, da er eine Kollision vermeiden wollte über den Curps und beschädigte den Diffusor. In der Folge hing das Kunststoffteil sehr ungünstig am Auto, was sicher Einfluss auf die Höchstgeschwindigkeit hatte.
Die drei Stunden vom Freitagnachmittag gingen in der Folge ohne Zwischenfolge zu Ende. Das gesamte Feld übernachtete im Farc ferme auf der Startaufstellung und so konnte am Samstag der zweite Teil mit den restlichen neun Stunden in Angriff genommen werden. Auch für diesen Start übernahm Patrick die Verantwortung.
Der rs-one Renault Clio, erlebte in der Folge einen „gemütlichen Renntag“. Sowohl Patrick als auch Mario umkurvten die hügelige Strecke von Mugello mit der Präszission einer Schweizer Uhr.
Einige Details, die beiden Slicks auf der Hinterachse blieben seit dem Zeittraining und der gesamten Renndistanz immer drauf. Der erste Satz auf der Vorderachse hielt ebenfalls mehr als fünf Stunden. Der zweite Satz Slick auf der Vorderachse musste nach einem schleichenden Plattfuss gewechselt werden, hatte aber auch weit über viereinhalb Stunden Fahrleistung. Die Bremsanlage hielt die gesamte Renndauer ohne Probleme. Motor und Getriebe lieferten eine makellose Leistung ab. Ein sehr interessantes Detail am Rande war der Benzinverbrauch. Normal sind mit einem Serientank Fahrzeiten um 70 Minuten möglich. Bei Patrick hielt der Vorrat für mindestens 84 Minuten. Andere Teams hatten Zusatztanks an Bord um diese Fahrzeiten zu erreichen, und Patrick war wirklich mit sehr schnellen Rundenzeiten unterwegs.  „Solche Faktoren sind extrem wichtig bei Endurance Rennen.“ so die Kurzanalyse von Roger Menghini.
Mit diesen Daten und Fakten wurden die letzten zweieinhalb Stunden geplant. Zu diesem Zeitpunkt lag unser Team knapp 5 Runden hinter dem Stanco Clio  aus Winterthur. Menghini und Wolf wollten diesen vierten Rang erreichen. Für die letzten 118 Minuten wusste Patrick genau was er zu fahren hatte. Die Rundenzeiten differierten rundenlang nur um wenige Sekundenbruchteile. Alle anderen Teams wurden immer langsamer und bei Patrick Wolf genau umgekehrt. Als die letzte Stunde begann, war es geschafft. Der Stanco Clio war knapp eineinhalb Minuten hinter dem  rs one Clio, sofort kam die Anweisung per Funk, nicht mehr zu pushen und das Auto zu schonen und sicher ins Ziel zu fahren. Jederzeit hätte Patrick noch Munition gehabt einen Angriff von Stanco abwehren zu können. Die Umsetzung erfolgte wie wenn von Aussen der Schalter auf die gewünschte Position gedreht wurde. Mit einem breiten grinsen im Gesicht überquert Patrick Wolf die Ziellinie nach 12 Stunden in Mugello. Ziel erreicht und ein wertvoller vierter Rang und bester Schweizer Clio ins Ziel gefahren.

„Gegen die vorderen Fahrzeuge war der Serien Clio eindeutig zu schwach, es fehlten cirka 50 PS oder war um 180 kg zu schwer. Aber als Teamchef kann ich die Fahrleistung von meinen Piloten besser einschätzen. Ich wusste dass Patrick ein sehr schneller Pilot ist, hier in Mugello hat er meine Einschätzung mehr als übertroffen. So macht die Arbeit als Teamchef sehr viel Spass und ich freue mich auf die nächsten Rennen.“ das Statement von Roger Menghini nach dem Rennen.

Patrick Wolf hat noch ein paar Worte über das Rennen zu sagen:“ Der Renault Clio ist so genial zu fahren, ich hatte riesen Spass hier auf dieser wunderbaren Rennstrecke von Mugello. In Hinblick auf die ETCC war dieser „Renntesttag“ sehr wertvoll und als zum Schluss noch die schier unmögliche Rangverbesserung möglich wurde, war ich sehr happy. Nun freue ich mich auf den ersten Testtag mit dem Ford Fiesta in Spa. Ein grosses Dankeschön an Speedlover die mir das Vertrauen geschenkt haben und die beiden Mechaniker Roger und Alexander. Mario hat trotz seiner minimalen Rennerfahrung seinen Beitrag zu Erfolg beigetragen, so gefällt mir der Rennsport.“


08.11.2013
Kevin Jörg
GP 3 Test

Ein Märchen aus 1001 Nacht ist zu Ende, wir sind zurück aus der fast unangenehmen Hitze von Abu Dhabi bei über 35 Grad. Der Yas Marina Circuit ist ein Mega Bau mit einer sensationellen Anlage wie zum Beispiel drei Boxengassen, Hafenanlagen und dem Hotel über die Piste. Und Licht: wir sind abends unter Flutlicht gefahren mit einem unbeschreiblich schönem “Ambiente”.
Die Strecke ist mit 5,5 Kilometern und seinen 21 Kurven sehr anspruchsvoll, aber sehr schön zum Fahren. Alles glänzt wie neu, man merkt gut, dass hier jeweils dieF1 fährt.
Ja ich kann es fast nicht glauben, ich bin zum ersten Mal mit einem 400 PS Boliden und Top Speed hier mit über 275 KM/H gefahren. Ein GP3 Formelrenner ist in 2,8 sec von 0 auf 100 km/h und in 7,5 sec auf 200 km/h. Die ersten Runden waren mit dem Wow Effekt, doch ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt. Ein tolles Gefühl sind auch die Bremsen und vor allem die phänomenalen Kurvengeschwindigkeiten. Es wirken beim Bremsen Fliehkräfte von bis 3,0 G und bei Topspeed Kurven bis zu 3,5 G. Der Dallara Formel-Rennwagen wurde 2013 “updated”, verfügt nun über einen mächtig klingenden V6 Zylinder, und ich war auf dem Yas Marina Circuit nur 10 Sekundenlangsamer als ein Formel 1.   
Am ersten Tag machte sich leider die “Technik-Hexe” bemerkbar und so fehlten mir über 15. Runden auf die Anderen und die Möglichkeit noch mehr aus zu probieren. Am zweiten Tag ging es dann aber schon zügig vorwärts, und leider bin ich in einer schnellen Kurve zu weit heraus gekommen und habe mir bei über 220 km/h den Unterboden beschädigt. Übrigens an der gleichen Stelle, wo Fernando Alonso am Rennen “geflogen” ist. Somit war wieder eine kurze Pause angesagt. Die Zeit zwischendurch haben wir optimal genutzt und ich durfte teilweise gleichzeitig mit drei Ingenieuren vom Team zusammenarbeiten und über das Auto lernen.
Am Nachmittag passte das Setup und es war soweit für eine schnelle Zeit mit neuen Slicks. Man muss den neuen Pirelli in der ersten Runde sanft anfahren und dann muss die optimale, schnelle, perfekte Runde kommen. Dies ging wirklich sehr gut mit dem ersten Satz war ich am auf P7!
Gegen Abend wurden alle nochmals schneller und mit dem zweiten Satz neuen Pneus schaffte ich es auf P13. Es fehlte nur 0.8 sec auf den Schnellsten und ich war nur0,150 sec vom Zweiten Jenzer Auto, mit einem erfahrenen Piloten, welcher schon zwei Jahre die GP3 fährt. Auch waren meine Zeiten bei den Rookies Top und ich war wohlder Jüngste im Feld. Mein erfahrener Ingenieur Umberto war mit meiner Zusammenarbeit und der Umsetzung sehr zufrieden, an dieser Stelle ein grosses Dankeschönan Andreas Jenzer und sein hoch professionelles Team Jenzer Motorsport.

01.10.2013
Kevin JörgWorld Serie

Kein Glück in Paul Ricard (F)
Das sechste von sieben World Series by Renault Weekends der Saison 2013 fand am vergangenen Wochenende des 28./29. September in Südfrankreich auf der Strecke von Paul Ricard statt.
Wie gewohnt fanden am Freitag, 27.09.2013 zwei Trainingseinheiten à je 40 Minuten statt. Bei schönem Wetter mit Temperaturen um die 20° C begann für Kevin der Freitag nicht optimal. Beim ersten Training funktionierte die Schaltung nicht einwandfrei, und trotz Boxenstopp konnte das Problem während des Trainings nicht behoben werden. Es stellte sich dann heraus, dass ein Sensor defekt gewesen ist. Das zweite Training nach dem Mittag lief dann besser, obwohl sich Kevin an einem Curb eine der Aufhängungen etwas krumm gefahren hat.
Qualifikation für Rennen 1
Am Freitagabend um 18.30 Uhr war dann das Qualifying für das 1. Rennen am Samstag. Beim Eurocup gibt es pro Rennen eine Quali-Session zu 15 Minuten Länge. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt, welche ihre Session direkt aufeinander folgend absolvieren. Kevin startete in der ersten Gruppe. Er machte seine Sache recht gut, trotz der Pannen in den Trainingseinheiten. Er klassierte sich als 10. mit bloss 0.6 Sekunden Abstand zum Erstplatzierten in seiner Gruppe.
Rennen 1 (25 Minuten + 1 Runde)
Am Samstag, 28.09.13 erfolgte kurz nach dem Mittag bei bewölktem Himmel der Start zum 1. Rennen. Gleich nach dem Start kam es zu mehreren Unfällen. Kevin kam beim Start gut weg, wurde dann aber unter gelb von 4 Piloten überholt bevor das Safety Car hinausgeschickt wurde. Da dieses Überholen unter gelb von den Streckenposten nicht gemeldet wurde, kam es auch zu keinen Sanktionen. Somit lag Kevin beim Restart auf Platz 23. Er konnte Runde um Runde Plätze gutmachen und beendete dieses chaotische Rennen, bei dem sehr wild gefahren worden ist, an 17. Stelle.
Qualifikation für Rennen 2
Das Qualifying für das 2. Rennen fand am Sonntag kurz nach 10.00 Uhr statt. Die Temperaturen lagen bei 20° C und die Strecke war trocken, obwohl dunkelgraue Wolken aufzogen. Kevin war anfangs gut unterwegs, aber schon bald verhielt sich sein Auto sonderbar. Nach dem Quali wurde ein technischer Defekt bei der Aufhängung festgestellt. Somit wurde Kevin 12. seiner Gruppe.
Rennen 2 (25 Minuten + 1 Runde)
Am Sonntagmittag regnete es heftig und die Strecke wurde überflutet. Das Megane Trophy Rennen musste abgesagt werden. Dann liess der Regen nach und viel Wind vertrieb die Wolken. Der Start des FR2.0 Rennens erfolgte pünktlich um 14.15 Uhr. Stellenweise gab es grosse Pfützen auf der noch nassen der Strecke. Trotzdem wählte der grösste Teil der Fahrer bereits Slick Reifen, auch Kevin. Nach dem Start waren an der Spitze mehrere Piloten neben die Strecke gekommen, konnten sich jedoch weiter hinten im Feld wieder einfädeln. Kevin ist gut gestartet, wurde leider von hinten hart angestossen, und sein Auto begann sich zu drehen. Er konnte das Auto wieder auffangen, aber leider kam es zu einer Berührung mit einem Piloten, der aussen an ihm vorbeifuhr. So schied er mit beschädigtem Auto bereits in der ersten Runde unschuldig aus.
Mit motorsportlichen Grüssen
Euer Kevin

27.09.2013
Simon Trummer
GP 2

Warum der Weg an die Spitze Zeit braucht
Die drei Säulen des Erfolgs: Talent, Ausbildung, Erfahrung
Nach der erfolgreichen Rückkehr in die Punkte im August auf dem Hungaroring durfte sich Simon Trum-
mer berechtigterweise Hoffnung auf weitere Punktgewinne in Spa-Francorchamps, Monza und Singapur
machen. Gerade die Highspeed-Strecken in Spa und Monza entsprechen seinen Fähigkeiten besonders gut
und vor seinem Aufstieg in die GP2-Serie erzielte der Berner Oberländer an diesen Orten mehrmals Spitzen-
platzierungen. Nimmt man schlicht und einfach nur die gewonnen Punkte als Gradmesser des Erfolgs, blieb
dieser zuletzt leider aus. Aber was heisst Erfolg? Sind es die gewonnen Punkte, Top 10-Platzierungen,
Podeste oder gar nur Siege? Und welchen Wert haben die Leistungen im Freien Training und im Qualifying?
Vergleicht man die zuletzt erzielten Resultate von Simon Trummer mit der zweiten GP2-Saison der heutigen
Spitzenfahrer, stellt man schnell fest, dass auch diese Piloten Zeit benötigten, um den Weg an die Spitze zu
finden. Der Erfolg basiert auf drei elementaren Grundsteinen: Talent, Ausbildung und Erfahrung.
Erfolgsfaktor „Talent“: Ohne Talent kein Weg in die GP2-Serie
Wirft man einen Blick auf das Fahrerfeld der GP2-Serie, lieferten diese Piloten vor ihrem Aufstieg ins Vor-
zimmer der Formel 1 überdurchschnittliche Leistungen in den unteren Nachwuchsklassen ab. Der Weg der
meisten Piloten im GP2-Fahrerlager führt heute aus der GP3-Serie, aus der World Series by Renault oder
der Formel 3 in die GP2-Serie. Dabei waren allesamt erfolgreich und empfahlen sich über erfolgreich absol-
vierte GP2-Tests, in welchen sie ihr Talent und ebenso ihre Belastbarkeit für den anspruchsvollen GP2-
Rennwagen unter Beweis zu stellen hatten.
Erfolgsfaktor „Ausbildung“: Talente müssen sich weiterentwickeln
In Monza klassierten sich im Qualifying der GP2-Serie Mitte September 20 Piloten innerhalb von nur
einer Sekunde. Diese Tatsache macht deutlich, wie eng die Leistungsdichte ist. Talent alleine genügt heute
nicht mehr, um sich in der GP2-Serie durchzusetzen. Die Jungtalente werden in den Teams weiter ausge-
bildet – und dies auf mehreren Ebenen. Die GP2-Serie, in welcher ohne Servolenkung gefahren wird, gilt
einerseits als die körperlich anspruchsvollste Formel-Serie überhaupt. Zudem kommt sie der Formel 1 tech-
nisch am nächsten und wird vom selben Reifenhersteller beliefert. Auch im Rennkalender sind Parallelen
zu finden: Als Vorbereitung auf die Königsklasse werden mehrere Rennen im arabischen und südost-
asiatischen Raum ausgetragen. Dabei geht es darum, den Fahrern den Umgang mit den klimatisch be-
dingten Besonderheiten beizubringen.
Erfolgsfaktor „Erfahrung“: Nur erfahrene Piloten führten 2013 die GP2-Meisterschaft an
Die beste Basis für eine Klassierung in den Punkterängen wird freitags im Qualifying gelegt. Der erzielte
Rang ist gleichbedeutend mit dem Startplatz im Hauptrennen vom Samstag. Wie in der Formel 1, so stehen
auch den Fahrern in der GP2-Serie während dem ganzen Rennwochenende verschiedene Reifentypen mit
unterschiedlichen Gummimischungen zur Verfügung. Das Verstehen und Umsetzen der Pneus ist auch in
der GP2-Serie ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg: In der laufenden Saison führten bislang nur Fahrer die
Meisterschaft an, welche ihre insgesamt vierte GP2-Saison bestreiten. Sie verfügen bereits über die nötige
Erfahrung, um auf veränderte Situationen reagieren zu können, die Reifentypen umzusetzen und das Auto
entsprechend abzustimmen. Ein Blick aufs Klassement zeigt weiter, dass sich auch 2013 die Rookies grund-
sätzlich eher schwer tun und alle Fahrer, egal wie lange sie bereits in der GP2 sind, Hochs und Tiefs erleben.
Wer mal ganz vorne klassiert war, kann im nächsten Rennen schon wieder ganz hinten sein. Um auf ver-
änderte Bedingungen zu reagieren, bleibt den Teams nur sehr wenig Zeit zur Verfügung: Das GP2-Renn-
wochenende besteht aus 30 Minuten freiem Training, bevor im ebenfalls 30-minütigen Qualifying die
schnellste gefahrene Runde die Klassierung und somit auch die Position in der Startaufstellung bestimmt.
Piloten mit mehrjähriger Erfahrung – womöglich im selben Team – sind dabei im Vorteil.
Wo steht nun Simon Trummer?
Simon Trummer absolviert aktuell seine zweite GP2-Saison. Nach einem Jahr beim englischen Team
Arden wechselte er zu Beginn 2013 das Team. Beim venetianischen Team Rapax, dem Meisterteam von
2010, startete Simon Trummer mit einem zweiten Rang im Freien Training, einem neunten Platz im Quali-
fying sowie zwei Rennplatzierungen in den Top 7 stark in die Saison. Danach war es für ihn – wie für so
manch anderen Fahrer auch – eine Saison mit vielen Hochs und Tiefs. Auf Erfolgserlebnisse folgten
meistens Rückschläge – und umgekehrt. Allgemein gilt er jedoch als Fahrer, der äusserst konstante Runden-
zeiten liefert. In Spa fuhr er dank seines schonenden Fahrstils als einziger Fahrer das ganze Rennen mit ein
und demselben Reifensatz durch. Dadurch übernahm er die Rennführung, bevor er den reglementarisch
vorgeschriebenen Reifenwechsel einzulegen hatte und sich letztlich im vorderen Mittelfeld klassiert sah.
Ein Rennwochenende später in Monza klassierte sich der 24-jährige Schweizer im Qualifying endlich wieder
in den Top 10. Was gut angefangen hatte, fand leider ein schnelles Ende. Bereits in der zweiten Rennrunde
wurde er von einem Konkurrenten unverschuldet aus dem Rennen geworfen. Das Gute daran war immerhin
die Erkenntnis, dass Simon Trummer die Reifen nun auch im Qualifying umzusetzen wusste. Zudem handelte
es sich um seinen ersten Ausfall in der Saison 2013 überhaupt. Zwei Wochen später in Singapur musste er
aber schon wieder eine „verkehrte Welt“ akzeptieren: Rang 23 im Qualifying aufgrund von Abstimmungs-
problemen. Diese begleiteten ihn bis ins Samstagsrennen, wo er erst nach dem Reifenwechsel konkurrenz-
fähig wurde. Die Gründe dafür zu finden, ist eine sehr komplexe Angelegenheit und erfordert eine genaue
Datenanalyse und intensiven Austausch zwischen dem Fahrer und dem Team. Diese intensive Zusammen-
arbeit wäre in Singapur im Sonntagsrennen beinahe noch mit einem Punktgewinn belohnt worden: Von P16
gestartet, wurde er durch ein übermotiviertes Manöver eines Konkurrenten in der ersten Runde zwar zu
einem Stillstand gezwungen, konnte sich danach aber auf beeindruckende Art und Weise von Position 23
noch bis auf Rang 13 vorkämpfen. Dabei war er einer der absolut schnellsten Fahrer im Feld. Das Positive
aus dem Rennwochenende in Südostasien ist, dass Fahrer und Team wichtige Erkenntnisse für das Setup
gewonnen haben. Mit der Aufholjagd bei klimatisch extremen Bedingungen stellte Simon Trummer auch
seinen guten Fitnesszustand unter Beweis. Insgesamt waren die drei Rennwochenenden in Spa, Monza und
Singapur an den Punkten gemessen nicht erfolgreich, haben aber Fahrer und Team einen grossen Schritt
nach vorne gebracht.Anhand gewonnener Erkenntnisse „besser werden“
So hat Simon Trummer mit seinem Team Rapax 2013 bislang Hochs und Tiefs durchlebt. Ein wichtiger
Punkt für den Weg an die Spitze ist, beides – Hoch und Tief – genau zu analysieren und die Gründe für
den Erfolg und den Misserfolg festzustellen. Fahrer, die nicht wissen, weshalb sie schnell sind, haben in der
GP2-Serie keine Garantie für weitere Erfolgserlebnisse. So muss es das ständige Ziel der Piloten sein, sich
anhand der gewonnen Erfahrungen stetig zu verbessern und an den Details zu arbeiten. Im GP2-Fahrerlager
finden sich heute 13 Piloten, die zumindest bereits einmal einen Formel 1-Boliden testen konnten. Jedoch
haben auch diese Fahrer keine automatische Erfolgsgarantie in der GP2-Serie, sondern müssen sich
Wochenende für Wochenende aufs Neue beweisen.

26.09.2013
Simon Trummer
GP 2

GP2-Saison 2013   Rückblick Rennen 19 und 20
Hallo zusammen
Dieser Rennbericht kommt dieses Mal aus Australien, bin dort an der Ostküste auf Durchreise. Unglaublich,
dieses Land…!
Anreise und Vorschau
Nun, letzte Woche war ich noch in Singapur zu unserem (leider) schon zweitletzten Rennwochenende in
dieser Saison. Die Stadt, die Strecke, die Atmosphäre und die Leute waren eine Erfahrung, die ich keines-
falls missen möchte…
Resultate in Singapur: Freies Training P23 / Quali P23 / Hauptrennen P16 / Sprintrennen P13
Zu unserem Wochenende kann ich leider nicht viel Positives berichten! Wir waren die ganze Zeit eigentlich
chancenlos, hatten schlicht keinen Speed, um anzugreifen! Dies hatte sicherlich damit zu tun, dass wir
– obschon wir uns sehr intensiv auf Singapur vorbereitet hatten – vor Ort zu wenig schnell waren, uns den
Verhältnissen anzupassen.  Das Team und ich haben jeden Abend bis in die Morgenstunden versucht, vor-
wärts zu kommen mit der Abstimmung, was uns für den Sonntag dann auch gelang: Zwar musste ich in der
ersten Runde mein Auto abstellen wegen eines Unfalls vor mir, doch vom letzten Platz konnte ich wieder
ins Rennen eingreifen und mich mit sehr gutem Speed noch bis auf P13 vorarbeiten.
Fazit und Ausblick
Dies war sicherlich eine enttäuschende Position für uns, aber wir haben gelernt und sind weiter gekommen,
was uns Anfang November in Abu Dhabi sicher helfen wird!
Bis dahin
S. Trummer

24.09.2013
Marcel Steiner
CH-Bergrennen

Ein 2. Platz als Maximum
Nach einer kleinen Panne mit unserem Rennbus erreichten wir am Donnerstagabend dennoch gut und vor Mitternacht unseren perfekten Fahrerlagerplatz bei der Garage Keller in Hemberg.
Da Theo Keller uns wieder seine Maschinenhalle geräumt zur Verfügung stellte (vielen Dank an Theo!), waren wir sehr schnell fertig mit ausladen und einrichten unseres Platzes. So konnte ich ausgiebig die Strecke besichtigen.
Samstagfrüh waren wir bald an der Reihe und mussten zeitig bereitstehen, weil das Fahrerlager im Ziel ist und die Autos geschlossen zum Start runter geführt werden. Da ich die Strecke aus dem letzten Jahr schon kannte, wollte ich im 1. Training bereits ein wenig angreifen. Ich musste aber bald feststellen, dass die Strecke noch nicht den nötigen Grip bot und ich bereits einige Rutscher hatte. Damit erreichte ich, hinter Eric Berguerand (Lola F3000, 59.95), in 1.01.51 die zweitschnellste Zeit.
Für diesen Tag waren fünf Trainingsläufe geplant und wir verstellten auf den 2. Lauf mal noch nichts am Martini. Ich konnte mich auf 59.69 steigern, wobei der Rückstand zu Eric bei ca. 1.5 Sekunden blieb. Ansonsten knackte die 1-Minutengrenze noch kein anderer Fahrer.
In der Pause vor dem 3. Probelauf wurde ich und mein Team durch den Besuch von Nationalrat und SVP Schweiz Präsident Toni Brunner überrascht und beehrt. Nach einem Schwatz kehrten wir aber wieder zum Renngeschehen zurück und stimmten den Martini leicht anders ab. Dies zahlte sich in 59.27 aus, Berguerand (56.67) fuhr bereits seine Bestzeit.
Auch im 4. und 5. Training versuchte ich das Fahrverhalten durch leichte Set-Up-Änderungen zu verbessern, was mir anhand der Zeitenentwicklung wohl auch gelang. Schlussendlich konnte ich mich bis auf 57.50 verbessern und damit meinen zweiten Platz in der Trainingswertung festigen.
Für Sonntagvormittag war noch ein weiteres Training oder Warm-Up angesagt. Die Strecke war noch kalt und rutschig und daher die Zeiten nicht so aussagekräftig. Nach dem Mittag hatten wir dann aber durch die Sonne gute Bedingungen für den 1. Rennlauf. Mit neuen Reifen gelang mir ein sehr guter Start. Doch beim Sprint zur ersten Kurve liess sich der 3. Gang nicht gleich einlegen und so verlor ich, kurz vortriebslos, etwas Zeit. Im Ziel leuchtete dann 57.03 auf, womit ich nicht sonderlich zufrieden war. Ich erhoffte mir von den neuen Reifen etwas mehr. Eric Berguerand (55.74) fuhr Bestzeit, Simon Hugentobler (Reynard F3000, 58.40) klassierte sich auf dem 3. Rang hinter mir und Christian Balmer (Formula Master, 59.88) und Manuel Amweg (Formel Renault, 1.01.07) folgten auf den weiteren Plätzen.
Im 2. Wertungslauf wollte ich unbedingt noch eine 56-er Zeit realisieren. Dies schien aber gar nicht so einfach; ich konnte mich lediglich auf 56.98 steigern. Eric Berguerand fuhr in 56.01 sicher zum Sieg und zum Schweizer Bergmeistertitel. Herzliche Gratulation an Eric. Ich konnte mir den 2. Platz im Tagesklassement und den 4. Rang in der Meisterschaft sichern, vor Simon Hugentobler (57.75, 3. SM), Christian Balmer (58.88, 2. SM) und Manuel Amweg (1.01.04).
Mit dem Rennen in Hemberg hoffe ich nun, dass meine Einsätze im Martini wieder zu Ende sind und ich am 05. - 06. Oktober in Mickhausen wieder mit dem Osella ins Geschehen eingreifen kann.
Bis bald…
Marcel

11.09.2013
Marcel Steiner
CH Bergrennen

Mit dem Martini beim Heimrennen auf’s Podest
Freitagmittag machten wir uns auf den kurzen Weg nach Rüti zu unserem reservierten und schon traditionellen Platz im Fahrerlager. Schnell war der Martini ausgeladen und das Zelt aufgestellt. Weil die Wagenabnahme gerade angrenzend war, konnte auch diese in Windeseile erledigt werden. Danach machte ich mich auf zur Streckenbesichtigung, wobei ich danach auch gleich noch ein paar Anregungen zur Verbesserung an das Komitee hatte. Pünktlich zum Nachtessen setzte dann heftiger Regen ein, welcher auch fast bis zum Morgen anhielt.
Samstagfrüh verzogen sich die Wolken aber zügig, wobei die Strecke sehr zaghaft abtrocknete. Ich entschied mich für das 1. Training schlussendlich doch für Trockenreifen, obwohl die Waldpassagen noch recht nass waren. Vor dem Einsteigen war ich aber dann schon recht nervös, nach dem Unfall wieder in einen Rennwagen zu steigen und dies noch in den Martini, den ich seit drei Jahren nicht mehr auf einer Bergstrecke bewegt hatte. Schon gleich zu Beginn stellte ich fest, dass sich der Osella und der Martini im Fahrverhalten sehr stark unterscheiden. Ich tastete mich aber gemächlich heran und erreichte das Ziel ohne Probleme und einer Zeit von 2.05.67, was dem 3. Rang entsprach. Erwartungsgemäss Schnellster war Eric Berguerand (Lola F3000, 1.58.81) vor Christian Balmer (Formula Master, 2.05.67).
Zu unserem 2. Traininglauf mussten wir dem Martini ein bisschen mehr Bodenfreiheit verpassen und ich testete eine neue Fahrwerkseinstellung. Ich steigerte mich zwar um 11 Sekunden (1.55.90), war aber mit dem Fahrverhalten nicht zufrieden. Ich konnte meinen 3. Rang behaupten, Eric (1.45.98) auch seine Leaderposition, an 2. Stelle war neu aber Simon Hugentobler (Raynard F3000, 1.55.77) und direkt hinter mir Christian Balmer (1.56.44).
Für den 3. Probelauf übernahmen wir dann die Fahrwerksabstimmung aus dem Jahr 2009, wo ich das letzte Mal mit diesem Auto am Gurnigel gestartet bin. Damit fühlte ich mich ziemlich wohl und - obwohl ich einen Highspeedquersteher auffangen musste - konnte mich auf 1.51.88 steigern. Damit war ich noch rund 2.5 Sekunden über meiner Bestzeit mit dem Auto. Ich konnte mich hinter Berguerand (1.45.51) auf die 2. Position vorschieben, gefolgt von Balmer (1.52.03) und Hugentobler (1.53.61).
Nach dieser kurzen Angewöhnungsphase war ich mit der Zeit und meiner Leistung ganz zufrieden. Direkt nach unserer Rückführung setzte dann wieder heftiger Regen ein.
Dieser liess dann auch am Sonntag die Strecke nie mehr abtrocknen. Für das freie Training am Sonntagmorgen entschied ich, endlich die neuen Regenreifen von Avon mal zu testen. Diese fühlten sich auch ganz gut an, doch leider wurde ich durch einen Ausrutscher des Fahrers vor mir behindert und ich konnte mich nicht an der erzielten Zeit orientieren. Ich lag so rund 20 Sekunden hinter Eric Berguerand und 15 Sekunden hinter Christian Balmer und Jean-Marc Salomon (Formula Master) zurück.
Weil ich mit diesen Reifen ein gutes Gefühl hatte und diese gut funktionierten, fuhr ich auch den 1. Rennlauf damit. Nun hatte ich mich schon ein wenig daran gewöhnt und konnte etwas mehr attackieren, was sich in 2.02.73 auszahlte. Einzig Berguerand (2.00.46) war schneller als ich, Salomon (2.04.21) und Balmer (2.07.82) konnte ich hinter mir lassen.
Unmittelbar bevor wir zum 2. Wertungslauf vorziehen mussten, setzte wieder monsunartiger Regen ein. Bei diesen Bedingungen war es dann recht schwierig, das Auto schnell zu fahren und trotzdem auf der Strasse zu bleiben. Ich war im Ziel von meiner Zeit von 2.07.69 nur mässig begeistert. Direkt nach mir wurde das Rennen unterbrochen, weil der Fahrer vor mir sein Auto im Wald versenkt hatte. Ich wurde durch ihn in meiner Fahrt nicht behindert, aber der Regen hörte auf und sogar die Sonne drückte kurz ein wenig durch. Die nachfolgenden Fahrer hatten dadurch die besseren Bedingungen, weil weniger Wasser auf der Strecke war. Eric (2.01.14) knüpfte nochmals an seinen vorherigen Lauf an und Jean-Marc (2.05.07) verdrängte mich noch auf den 3. Gesamtrang.Trotzdem war es nach meinem Unfall von Les Rangiers und dem Umstieg in den Martini/ BMW ein gelungenes und erfolgreiches Comeback.
Auch beim Bergrennen Hemberg, 21. - 22. September, muss ich nochmals auf den Martini zurückgreifen, da der Osella leider erst gegen Monatsende wieder einsatzbereit sein wird.
Ich hoffe, am 05. - 06. Oktober in Mickhausen dann nochmals in den Osella zurückzukehren.
Bis bald…
Marcel

29.08.2013
Simon Trummer
GP 2

Freies Training und Qualifying
Nun war endlich die lange Pause vorbei und ich konnte wieder in meinem „geliebten“ Auto auf der wohl
schnellsten und schönsten Strecke der Welt in Spa, Belgien, fahren.
Am Freitag im Training versuchten wir verschiedene Setups mit der Flügeleinstellung. Wir gingen davon aus,
die beste für das Zeitfahren gefunden zu haben, aber es war dann leider doch nicht ganz so. Wir waren zwar
„immer gut dabei“, kamen aber nicht über P14 hinaus.
Rennen 1
Am Samstag im Rennen konnte ich eine gute Pace fahren und wir waren immer eines der schnellsten
Autos auf der Strecke. Ich wartete bis zum letzten Umlauf mit dem Boxenstopp, weil wir auf Regen oder
gar auf eine Safety-Car-Phase hofften. So führte ich das Rennen einige Zeit an und wäre die Hoffnung
wirklich eingetroffen, wäre einer Podestplatzierung nichts im Wege gestanden. Nun, so fiel ich am Schluss
des Rennens auf P12 zurück. Trotzdem, wir waren das ganze Rennen lang sehr schnell. Leider gab’s keine
Punkte – aber wir sind „dabei“.
Rennen 2
Am Sonntag war auf der linken Seite, auf der ich startete, keine schnelle Beschleunigung möglich, weil es
dort noch feucht war. Das warf mich gleich ziemlich zurück und leider war ich danach nicht mehr in der
Lage, weit nach vorne zu fahren und ich wurde am Ende Elfter.
Fazit und Ausblick
Dieses Wochenende hatte positive wie negative Punkte. Vom Tempo her hätten Punkte drin liegen müssen,
die wir aber knapp verpassten. Wir wissen aber, dass wir in Monza wieder eine Chance erhalten werden.
Monza gehört nach Spa zu meinen absolut bevorzugten Rennplätzen. Die Strecke ist schnell und unser Auto
sollte dort gut funktionieren.
Besonderes
Am Samstag nach dem Rennen bekam ich noch erfreulichen Besuch von Dr. Thomas Kern. Seine Firma
übersetzt mir jeweils die Rennberichte und Newsletter, wofür ich sehr dankbar bin! Es freut mich immer sehr,
wenn Bekannte, Freunde und Sponsoren meine Rennen irgendwo auf der Tribüne oder am Streckenrand
verfolgen und mitfiebern!
Bis dahin,
Simon Trummer

23.08.2013
Marcel Steiner
Bergrennen

Genau 200 Fahrer haben sich für das Rennen von St. Ursanne - Les Rangiers angemeldet. Damit wir bei dem prall gefüllten Fahrerlager unseren Platz bekamen, reisten wir bereits Donnerstagabend an. Unser Platz war dann vom Veranstalter perfekt reserviert. Am Freitag besuchten uns viele Freunde und Bekannte und wir mussten zusehen, dass wir unser Programm rechtzeitig abarbeiten konnten. Schlussendlich reichte es aber für alles und ich konnte auch die Strecke gut besichtigen.
Samstagfrüh begann die Veranstaltung mit fast einer halben Stunde Verspätung und trotzdem konnten wir nach Plan zum 1. Trainingslauf vorziehen. Weil noch nicht ganz alle bereit waren, nahm ich halt schon mal eine leicht frühere Startposition ein. Mir gelang auf Anhieb ein guter Lauf im unteren Streckenteil. Aber am „kleinen Susten“, den letzten drei Spitzkehren, war überhaupt kein Grip vorhanden, was für mich beinahe ein Dreher in der 2. Haarnadel zur Folge hatte. In 1.49.69 begann ich etwa auf demselben Level wie letztes Jahr. Simone Faggioli (Osella FA30, 1.47.43) zeigte uns schon mal den Meister. Hinter mir lagen David Hauser (Dallara GP2, 1.52.01), Joel Volluz (Osella FA30, 1.54.35) und Julien Ducommun (Osella FA30, 1.54.46).
Mit besseren Reifen und leicht geänderter Aerodynamik an der Front rückte ich zum 2. Training aus. Auf der schnellen Gerade Richtung „Grippons“ fing der Osella aber wieder an zu „bouncen“, fast wie in alten Tagen. Am „petit Susten“ war der Grip immer noch nicht viel besser. Dennoch konnte ich mich auf 1.47.07 verbessern und den Rückstand zu Faggioli (1.46.74) verkürzen. Zudem rückten Volluz, Hauser und Ducommun eng zusammen, allesamt mit 1.50-er Zeiten.
Mit wieder zurückgebauter Aerodynamik und leicht geändertem Set-Up trat ich zum 3. Probelauf an. In der ganzen Waldpassage fühlte sich der Osella ausgezeichnet an und laut Datenaufzeichnung konnte ich sogar zum Teil schneller fahren, als in meinem schnellsten Rennlauf. Beim Anbremsen der Spitzkehren konnte ich über die Wippschaltung aber nicht zurückschalten. Erst in der Kurve und durch mehrmaliges Betätigen gelang es mir, wenigstens in den 2. Gang zurück zu kommen. Vor der 3. Spitzkehre genau dasselbe Problem. Somit war meine Laufzeit von 1.46.31 doch zufriedenstellend. Simone legte nochmals 1.44.81 vor, Joel schloss in 1.47.16 zu mir auf, Hauser steigerte sich auf 1.49.94 und Julien blieb bei 1.50.75. Diese Trainingzeiten versprachen sehr viel Spannung für das Rennen, da man bei den einzelnen Konkurrenten nicht genau wusste, wie viel sie von ihrem Potenzial offen legten.
Die Anspannung am Sonntagmorgen war gross, zumal auch noch gemäss Wetterbericht und Temperaturen wohl im 1. Rennlauf die besten Bedingungen herrschten. Als zweitletzter Fahrer nahm ich diesen Wertungslauf unter die neuen Reifen meines Osella‘s. Der Start gelang mir fast perfekt und unten bei der „Garage“ konnte ich viel Schwung mit auf die lange Vollgaspassage Richtung „Grippons“ mitnehmen. Auch beim „Grippons“ konnte ich gegenüber dem Training meinen Speed steigern. Am Waldeingang wäre sicher noch etwas mehr drin gelegen, aber trotzdem konnte ich ein wenig mehr Drehzahl ins Geschlängel im Wald mitnehmen. In der letzten Rechtskurve vor der kurzen Geraden Richtung „Spiegelkurve“ leuchtete auch schon die Schaltlampe und forderte den 6. Gang. Als ich den 6. Gang schaltete und die Bodenwelle passierte, verlor meine Vorderachse den Bodenkontakt. Danach ging alles blitzschnell und unausweichlich! Der Osella schoss über den linken Pistenrand hinaus in das Strassenbord, wo mich eine Strohballe in die Luft katapultierte. Nach etwa 50 Meter Flug, einer längeren Rutschpartie über die Strasse und einem „auf der Leitplanke schlittern“  von etwa 20 Metern stand mein Wrack endlich still. Wie durch ein Wunder konnte ich mich selber losschnallen und ohne Hilfe das Auto verlassen. Als ich den Helm ausgezogen hatte, kam auch schon Simone Faggioli angebraust. Während meines Fluges habe ich leider noch einen Streckenposten ausser Gefecht gesetzt, von daher hat das Warnsystem für den nachfolgenden Fahrer wohl nicht mehr optimal funktioniert. Ich möchte mich beim Streckenposten nochmals herzlich entschuldigen und hoffe, dass die Wunden bald verheilen. Mein Unfall zeigt einmal mehr, dass das komplette Schweizer „Warnsystem für nachfolgende Fahrer“ wirklich neu überdacht werden sollte.
Nachdem mein Unfall von den FIA-Kommissaren aufgenommen war, wurde mein demolierter Osella auf den Abschlepp-LKW aufgeladen und nach unten gebracht. Nach mehreren medizinischen Untersuchungen wurde ich dann von der Rennleitung auch im Startbereich abgesetzt, wo mich viele Zuschauer gebannt erwarteten. Die positiven Reaktionen und die Anteilnahme der Menschen war überwältigend und sehr emotional. Natürlich war auch mein Team überglücklich, als ich ohne einen Kratzer zurück kam und sie mich in die Arme schliessen konnten. An diesem Sonntag hatten die Schutzengel wohl etwas längere Flügel…
Das Rennen lief dann weiter und Simone Faggioli fuhr bei seiner Laufwiederholung nach dem langen Unterbruch in 1.43.11 einen neuen Streckenrekord. Auch nach drei Läufen war Simone erwartungsgemäss noch in Führung und gewann zum wiederholten Male dieses Rennen. Hinter ihm reihten sich Joel Volluz, David Hauser und Julien Ducommun auf den weiteren Plätzen ein.
Gleich am Montag- und Dienstagabend zerlegten wir den Osella, begutachteten den Schaden und machten ihn bereit für die „Osella-Klinik“. Jetzt ist er bereits in Italien im Werk zur Generalüberholung.
Beim Bergrennen von Oberhallau (24. - 25. August) werde ich zwangsweise pausieren müssen, da die Nennfrist bereits abgelaufen und ein Klassenwechsel nicht mehr möglich ist. Aber am Heimrennen am Gurnigel (07. - 08. September) möchte ich mit dem alten Martini MK77 wieder am Start stehen. Mit diesem Auto werde wohl nicht ganz konkurrenzfähig sein. Aber immerhin kann ich für meine Sponsoren und Fans dabei sein und hoffe auf grosse Unterstützung von euch.
Bis bald…
Marcel

15.08.2013
Simon Trummer
GP 2

Die geglückte Rückkehr in die Punkte
Das Ziel für die Rennen von Ende Juli auf dem Hungaroring war für Simon Trummer klar: „In einem stark
besetzten Teilnehmerfeld den Weg zurück in die Punkte finden.“ In der Tat hatte er zuletzt eine schwierige
Phase durchzustehen: Zwar waren die Rennleistungen durchwegs sehr gut und der Speed war vorhanden,
doch wurden die Punkteränge immer relativ knapp verfehlt. Wie erlösend war da das Rennwochenende
auf dem Hungaroring! Die Ränge 6 und 7 in Budapest bedeuteten am Ende nicht nur Punktgewinne, son-
dern sie waren gar gleichbedeutend mit seinem besten GP2-Wochenende bis anhin.
Wer nun noch bedenkt, dass die Grundlage dieses eben „besten Rennwochenendes“ ein 17. Rang im
Qualifying war, entdeckt zweifelsfrei weiteres Potential. Für eine gute Startposition ist indes der Topspeed
massgebend. Simon Trummer investiert zusammen mit seinem Team aktuell viel Zeit, um die komplexen
Zusammenhänge zwischen Reifen, Auto und äusserlichen Bedingungen besser und besser zu verstehen.
Für die nächsten Rennwochenenden auf Highspeed-Strecken wird der Topspeed in Qualifyings und Ren-
nen ganz besonders ausschlaggebend sein für Erfolg oder Misserfolg.
Die GP2-Serie nimmt vom 23. – 25. August das Renngeschehen nach einer kurzen Sommerpause in Spa-
Francorchamps (Belgien) wieder auf. Danach wird die Serie in Monza, Singapur und Abu Dhabi fortgesetzt.
Diese Stationen bieten also die Chance, mit einer guten zweiten Saisonhälfte weitere Punkte einzufahren
und Eigenwerbung zu betreiben.
Die gut 7 km lange Strecke in Spa-Francorchamps entspricht mit ihren schnellen Geraden und den weiten
Kurven eigentlich genau den Fähigkeiten von Simon Trummer. Mit seinem Team Rapax hat er sich sehr
gewissenhaft vorbereitet. Motorsport-Fans wissen indes, dass in Spa nicht alles berechenbar sein wird: Die
berühmt-berüchtigten Wetterkapriolen in den Ardennen haben schon manchem Rennfahrer einen Strich
durch die Rechnung gemacht – und auf der anderen Seite gleich viele Piloten mit einem kleinen Sommer-
regen begünstigt...

10.08.2013
Marcel Steiner
Bergrennen

Mit zwei zweiten Plätzen zurück aus Deutschland
Am Montag nach dem Glasbachrennen bereiteten wir noch vor Ort in Bad Liebenstein den Osella vor für das Rennen in Osnabrück am Wochenende darauf. Als dann wieder alles verstaut und am richtigen Platz war, fuhren wir am Abend die 300 Km nach Borgloh, nahe Osnabrück. Da wurden wir bereits vom Organisationskomitee empfangen und auf einen schönen und ruhig gelegenen Platz geleitet, wo wir für den Rest der Woche unseren Bus und die LKWs stehen lassen und ein paar ruhige Tage verbringen konnten.
Bereits Donnerstag vor dem Mittag konnten wir unseren Platz im Fahrerlager beziehen und uns einrichten. Am Freitag nahmen wir dann noch letzte Abstimmungsarbeiten am Osella für diese Strecke vor. Am Nachmittag stand noch ein kleiner Fototermin an und die Wagenabnahme war auch schnell erledigt. Die Streckenführung kannte ich aus den Vorjahren gut, bei der Besichtigung stellte ich aber bald fest, dass die Strasse schlechter und mit viel Bitumen und Splitt geflickt wurde und an einigen Stellen am Rand recht abfiel.
Daher waren wir am Samstag im 1. Trainingslauf auch gespannt, wie sich die Strecke verhält und vor allem, wie sie dann die hohen Temperaturen aushalten wird. Soweit war noch alles gut und auch der Grip war nicht schlecht. In 54.493 konnte ich schon eine ordentliche Zeit hinlegen. Hinter mir platzierten sich Joel Volluz (Osella FA30, 55.559), Guy Demuth (Osella FA30, 55.934), Eric Berguerand (Lola F300, 56.519) und Julien Ducommun (Osella FA30, 58.312).
Weil das Auto beim Anbremsen leicht aufsetzte, passte ich ein wenig die Bodenfreiheit für den 2. Probelauf an. In den Zeiten rückten wir bereits alle recht nahe zusammen. Ich konnte mit 53.941 die Führung behaupten, aber Joel (54.458) und Julien (54.954) schlossen nahe auf und Eric (55.542) und Guy (56.091) waren nicht allzu weit weg.
Das Verhalten der Vorderachse behagte mir nicht und ich wählte wieder die tiefere Variante des Autos. Damit konnte ich mich auf 53.198 verbessern; keine 2/10 Sekunde über dem Streckenrekord. Hinter mir wurde es aber nochmals enger in der Reihenfolge mit Volluz (53.364), Ducommun (53.687), Berguerand (54.680) und David Hauser (Dallara GP2, 55.645). Für den Renntag war also für Hochspannung gesorgt.
Wegen den zu erwartenden hohen Temperaturen war die Chance auf den Streckenrekord gleich morgens im 1. Wertungslauf am besten. Ich konnte mit meinen neuen Reifen einen recht guten Lauf hinlegen. Einzig beim Anbremsen der ersten Kurve war ich einen Tick zu früh. Sonst hat es ganz gut gepasst und über meine Zeit von 51.714 freute ich mich auch dementsprechend. Nur war Julien Ducommun vorher in 51.434 noch ein wenig schneller und somit der vorläufige Streckenrekord bei ihm. Hinter mir balgten sich Joel Volluz (53.059), David Hauser (53.096) und Eric Berguerand (53.721) um die Plätze.
Mein Start zum 2. Rennlauf zog sich ein wenig hinaus, denn Guy Demuth lehnte seinen Osella ein wenig gegen die Leitplanken und verursachte damit einen Rennunterbruch. Ducommun war zu diesem Zeitpunkt schon unterwegs, wurde angehalten und zum Start zurückgeführt zur Laufwiederholung. Er konnte danach nicht ganz an seine Zeit anknüpfen und fuhr lediglich 52.888. Ich kam auch bloss auf 52.277, konnte so aber mit rund 3/10 Sekunden die Führung in der Gesamtwertung übernehmen. Volluz fuhr konstant (53.061) und Berguerand (53.115) überholte Hauser (53.429)
Vor dem 3. Rennlauf wurden wir von der Rennleitung bereits gewarnt, dass sich der Teer schon leicht abzulösen begann. Dies war natürlich nicht gerade die optimale Voraussetzung. Ich bremste an dieser Stelle ein wenig früher, was sich auch gleich in der Laufzeit von 52.738 niederschlug. Julien kam besser mit den Bedingungen zurecht und realisierte 52.153, womit er wieder die Führung übernahm. Joel (52.864) festigte seinen 3. Platz und Eric (53.041) distanzierte David (53.898).
Vor dem 4. Durchgang war also noch immer alles möglich. Als ich an die Startlinie fuhr, wurde das Rennen erneut unterbrochen. Alle waren angespannt, was passiert war, welcher der zuvor gestarteten Fahrer die Unterbrechung ausgelöst hatte. Die Schuld traf keinen Fahrer, sondern wurde durch einen Böschungsbrand verursacht. Als die Strecke dann freigegeben wurde, wollte ich nochmals alles geben und das Rennen zu meinen Gunsten drehen. Bereits in der ersten Kurve hatte ich einen heftigen Quersteher. Der obere Teil gelang mir recht gut, doch ich kam abermals nur auf 53.748. Mit dieser Zeit konnte ich zwar den 2. Platz sichern, musste mich aber schlussendlich um 0.9 Sekunden aus vier Läufen von Julien Ducommun (52.064) geschlagen geben. Die Schweizer Festspiele in Osnabrück komplettierten Joel Volluz als Dritter und Eric Berguerand auf dem vierten Platz. Auf Platz fünf folgte der Luxemburger David Hauser.
Die nächsten Rennen werde ich nun in der Schweiz bestreiten. Die nächsten Termine
17. - 18. August St. Ursanne - Les Rangiers
24. - 25. August Oberhallau
07. - 08. September Gurnigel
Gerne lasse ich mich bei diesen Rennen durch viele Fans und Zuschauer unterstützen.
Bis bald…
Marcel

06.08.2013
Marcel Steiner
Bergrennen

Nah dran…
Von den Topfahrern beim Glasbachrennen in Thüringen war ich mit meinem Team wohl der Letzte, der Freitagfrüh um halb Vier im Fahrerlager eintraf. Nach einer kurzen Nacht musste ich mich dann bald an die Besichtigung der 5.5 Kilometer langen Strecke machen. Diese, mit schnellen Kurven und einer extrem engen Schikane ausgestattete Strecke war für die meisten Fahrer Neuland. Sofern war es sehr interessant, wer sich wie schnell mit der schwierigen Piste anfreunden konnte. Ich war Freitags sehr viel auf der Strecke und abends, als ich die 5.5 Kilometer noch ablief und wir mit diversen Fahrern und Sportkommissaren noch die Schikane zurechtrückten, wurde ich etwa 800 Meter vor dem Ziel von einem heftigen Gewitter überrascht. Weil sich der Regen dann leider lange hinzog und die Strasse nicht mehr abtrocknete, entschieden wir uns, bei der Eröffnungsfeier nicht zu fahren und den Osella sauber zu lassen.
Samstagfrüh um halb sieben machte ich mich dann nochmals auf zur Streckenbesichtigung, um das erlernte aufzufrischen. Dies konnte ich bereits bei schönstem Wetter machen und die Strasse war auch schon mehrheitlich wieder trocken.
Unser 1. Trainingslauf war kurz vor der Mittagszeit angesetzt. Einige Fahrer schienen aber die Strecke nicht so gut besichtigt zu haben, denn etliche Unterbrechungen schoben unser Training bis nach zwei Uhr hinaus. Meine „Besichtigungsfahrt“ verlief eigentlich recht gut, ohne grosses Spektakel und relativ frühen und sicheren Bremspunkten. Im Ziel überzeugte mich die Zeitentafel aber von einer guten Fahrt. In 2.15.055 war ich bereits über 5 Sekunden unter dem offiziellen Streckenrekord! Seit langem konnte ich wieder einmal Simone Faggioli (Osella FA30, 2.15.290) hinter mir halten. Die weiteren Plätze belegten Julien Ducommun (Osella FA30, 2.17.804), David Hauser (Dallara GP2, 2.18.703) und Joel Volluz (Osella FA30, 2.18.765). Alle weiteren Teilnehmer fuhren über 2.20 Minuten.
Der 2. Trainingslauf verlief nur zum Teil reibungsloser. Normalerweise kommt unsere Startgruppe recht zügig durch. Aber diesmal wurden unsere Autos durch etliche Zwischenfälle gestoppt und der Start wurde zur Geduldsprobe. Erst nach sieben Uhr wurde für mich der Start freigegeben. Ich wollte mich steigern und griff ein wenig mehr an, was nicht in allen Passagen besser gelang. Dennoch konnte ich mich auf 2.11.477 steigern. Simone erreichte das Ziel 0.09 sec schneller als ich. Hinter uns folgten Joel mit 2, Julien mit 3 und David mit 7.5 Sekunden Rückstand. Nach dem langen Trainingstag standen uns dann noch einige Arbeiten am Osella bis fast Mitternacht bevor.
Leider regnete es von Samstag auf Sonntag in der Nacht wieder, was zu Rennbeginn eine nasse Piste zur Folge hatte. Der Veranstalter zögerte den Start der ersten Startgruppe noch etwas heraus, damit auch diese Autos gute Bedingungen vorfanden. Auch am Renntag ging es nur schleppend voran, so dass wir erst um halb zwei zum 1. Rennlauf antreten konnten. Ich war schon ziemlich nervös vor dem Start, da nicht abzuschätzen war, wie stark die Steigerung von Faggioli und Co. sein wird. Als ich dann mit kürzerer Getriebeübersetzung, anderer Heckflügel- und optimierter Fahrwerkseinstellung und neuen Reifen starten konnte, erkannte ich den Osella fast nicht mehr. Ich konnte in allen Bereichen schneller fahren und unheimlich mehr attackieren. Schlussendlich sah ich im Ziel eine fast unglaubliche 2.04.526 stehen. Leider hielt meine Bestzeit nur bis zur Zieldurchfahrt von Faggioli, denn der legte mit 2.03.747 nach. Auf den weiteren Rängen folgten Ducommun (2.08.088), Hauser (2.08.531) und Volluz (2.09.892).
Weil sich das Auto sehr gut anfühlte, konnte ich mir keine weiteren Verbesserungen am Setup mehr vorstellen. Somit trat ich in gleicher Konfiguration nochmals an, ich wollte aber in einigen „Problemzonen“ noch an mir arbeiten. An einigen Stellen schaffte ich auch tatsächlich eine Verbesserung, aber in ein paar Passagen verlor ich auch ein wenig Zeit. Ich konnte meine Zeit bloss um 0.5sec auf 2.04.009 drücken. Simone Faggioli verbesserte sich mit abermals neuen Reifen auf 2.02.162 und sicherte sich damit den Gesamtsieg und Streckenrekord. Ich konnte den 2. Platz halten und David Hauser (2.06.903) überholte in der Gesamtzeit noch Julien Ducommun (2.07.718), fünfter wurde Joel Volluz (2.08.530).
Die Strecke vom Glasbach war zwar unheimlich schwer zum Lernen, machte aber durch den neuen Belag und die modernen Sicherheitsvorkehrungen zum Fahren unheimlich Spass.
Nach dem Rennen hatten wir ausnahmsweise keinen Stress mit Abräumen und Einladen für die Heimreise. Denn bereits am nächsten Wochenende vom 03.-04. August sind wir beim Bergrennen von Osnabrück wieder am Start und nutzen die wenigen Tage bis dahin als kurze Ferienzeit.
Bis bald
Marcel

10.07.2013
Marcel Steiner
CH Bergrennen

Weil es beim Bergrennen von La Roche- La Berra im Fahrerlager doch eher eng zu und her geht, reisten wir bereits Donnerstagabend an und konnten gerade wieder unseren guten Platz wie vor zwei Jahren einnehmen.
Am Freitag hatten wir einen relativ lockeren Tag und die Zeit verging sehr schnell mit diversen Besuchen einiger Motorsportbekannten und mit viel Streckenbesichtigung. Abends musste ich dann noch kurz die Papier- und Wagenabnahme erledigen.
Für Samstag stand uns dann schon ein kompletter Renntag bevor mit zwei Trainings- und zwei Rennläufen. Daher ging es mit dem 1. Trainingslauf auch schon recht früh los. Weil die Strecke sehr schmutzig war, galt die erste Fahrt doch eher einer Rutschpartie. Der Osella übersteuerte wie wahnsinnig. In 1.46.76 konnte ich die zweitschnellste Zeit realisieren, hinter Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.46.10), aber vor Joel Volluz (Osella FA30, 1.47.60), Julien Ducommun (Osella FA30, 1.51.54) und Christian Balmer (Formula Master, 1.52.91).
Auf den 2. Probelauf versuchten wir durch einige Einstellungen am Osella das Fahrverhalten zu verbessern. Das Übersteuern war immer noch da, meine Reifen waren einfach am Ende. Ich konnte mich dennoch um 1.4 sec steigern und Eric um 1/10 hinter mir lassen, wurde aber von Joel überholt, der bereits 1.43.58 hinlegte. Julien schloss mit 1.46.37 auf und Christian steigerte sich auf 1.52.87.
Weil es aus verschiedenen Gründen sehr viele Unterbrechungen des Rennbetriebs gab, konnten wir erst am frühen Abend zum 1. Rennlauf antreten. Erneut versuchten wir noch das Fahrwerk des Autos zu optimieren und spendierten ihm schlussendlich noch neue Reifen. So fühlte sich der Osella nun fantastisch an und ich konnte attackieren. Ich hatte richtig Spass im Auto. Im Ziel leuchtete dann eine fast unglaubliche 1.41.63 auf. Mein Streckenrekord aus 2011 lag bei 1.44.78. Hinter mir klassierten sich Volluz (1.43.27), Ducommun (1.43.77), Berguerand (1.45.80) und Balmer (1.50.18). Vor der Rückführung versicherte mir die Organisation, dass es trotz fortgeschrittener Zeit einen 2. Rennlauf geben wird. Als wir bereits das Auto für diesen Lauf vorbereiteten, wurden wir von Zuschauern informiert, dass die Veranstaltung zu Ende sei. Weil ich nun die neuen Reifen, die eigentlich für Sonntag eingeplant waren, nun schon gebraucht hatte, fuhr ich am Abend noch zu Hause um einen weiteren Satz neuer Reifen montieren zu können.
Sonntag stand uns nochmals das gleiche Programm bevor, nur dass es nun um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft ging und wir auf zwei Rennläufe hofften. Für den 1. Probelauf montierten wir zuerst mal wieder alte Reifen. Mit denen erreichte ich immerhin 1.44.71. Julien Ducommun, mit neuen Reifen ausgestattet, markierte in 1.43.30 die Bestzeit, gefolgt von mir, Joel Volluz in 1.44.90 und Eric Berguerand 1.46.66.
Mit einer anderen Stossdämpfereinstellung an der Hinterachse rückte ich zum 2. Trainingslauf aus. Weil ich genau eine Sekunde schneller wurde, ging ich von einem Fortschritt im Setup aus. Volluz knallte bereits 1.42.08 in den Asphalt, Ducommun war diesmal um 1/100 Sekunde hinter mir und Berguerand kam auf 1.45.07.
Für die kommenden Rennläufe war also für Spannung gesorgt. Zum 1. Rennlauf rückten wir alle aus der Spitzengruppe, ausser Eric, mit neuen Reifen aus. Mein Auto fühlte sich aber ganz und gar nicht gleich an wie Tags zuvor. Ich hatte im unteren, langsameren Teil lästiges Übersteuern am Kurveneingang, was mir dann für den oberen, schnellen Abschnitt ein wenig den Mut nahm und ich da prompt wertvolle Zeit verlor. Im Ziel dann die schon erahnte Enttäuschung, ich konnte bloss 1.42.30 realisieren. An der Spitze lag Joel in 1.41.65, sehr knapp hinter mir Julien (1.42.58) und Eric (1.43.41).
Für den finalen Rennlauf entschied ich mich dann nochmals für die Rennreifen vom Samstag und stellte das Fahrwerk um einen Schritt zurück. Doch schon in der ersten Kurve spürte ich meine Chancen schwinden, der Osella untersteuerte überraschend stark und laut Datenaufzeichnung verlor ich da bereits 0.4 sec. Bis ins Ziel konnte ich noch ein wenig Zeit gutmachen und kam in 1.41.89 nahe an meinen Lauf vom Samstag heran. Die Überraschung kam aber sogleich. Ducommun stellte einen neuen Streckenrekord in 1.41.13, 1/100 sec vor Volluz, auf. Somit wurde ich im Gesamtklassement noch auf den 3. Rang verdrängt, hinter Joel Volluz, der seinen ersten Gesamtsieg an einem Bergrennen feiern konnte, und Julien Ducommun. Genau vor drei Jahren, auch in La Roche, wurde ich zum letzten Mal von einem Schweizer Fahrer bezwungen…
Nun machen wir in der Schweiz ein wenig Pause und werden zwei Rennen in Deutschland bestreiten. Am 27. - 28. Juli am Glasbachrennen und eine Woche danach, 03. - 04. August, in Osnabrück.
Bi
s bald…
Marcel  

10.07.2013
Kevin Jörg
Formel Renault

Die vierte von sieben Rennveranstaltungen der Formel Renault 2.0 ALPS Meisterschaft fand am 06./07. Juli 2013 auf der ultra schnellen GP Strecke von Monza (I) statt. Es waren 32 Fahrer am Start.
Wie bei der Alps Meisterschaft üblich, gab es am Freitag 3 x 1 Stunde freies Training. In Monza ist es wegen den langen Geraden wichtig, dass man für eine gute Zeit Windschatten eines anderen Fahrers erwischt. Dies gelang Kevin am Abend beim dritten Training: mit 1’50.244 war er der drittschnellste Pilot des Tages.
Am Samstagmorgen fand bei sonnigen 23° C die Qualifikation statt. In der Alps gibt es nur ein Quali für beide Rennen. Die beste Zeit ergibt den Startplatz für das 1. Rennen und die zweitbeste Zeit den Startplatz für das 2. Rennen. Da es sehr viele Fahrer sind, werden sie jeweils in zwei Gruppen eingeteilt. Kevin fand leider keine optimale Runde und konnte seine Leistung vom Vortag nicht wiederholen. Er erreichte in seiner Gruppe den sechsten Platz. Da zwei Piloten vom letzten Rennen eine Strafe mitbrachten, konnte Kevin vorrutschen und startete das erste Rennen von Platz 9.
Das erste Rennen startete am Samstagabend bei drückenden 30° C. Kevin hatte beim Start schon einige Plätze verloren, weil er von zwei Piloten eingeklemmt wurde, und er deshalb bremsen musste um einen Crash zu vermeiden. In der ersten Schikane ist es jedoch zu einem Crash gekommen, und Kevin konnte noch knapp ausweichen, was ihn noch mehr Plätze und einen beschädigten Heckdiffusor gekostet hat. Das Safety Car übernahm das Feld, da die Strecke an verschiedenen Stellen geräumt werden musste. Kevin lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 13. Platz. Beim Restart gelang es Kevin, mit Windschatten gleich zwei Konkurrenten zu überholen. So beflügelt, schaffte er trotz krummen Heckdiffusor eine starke Aufholjagd und arbeitete sich Runde für Runde bis zum 7. Platz nach vorne.
Auch für das zweite Rennen am Sonntagnachmittag schien die Sonne, und es war wieder heiss. Diesmal musste Kevin vom 14. Platz starten. Er erwischte einen guten Start und lag dank mehreren Überholmanövern schon auf Platz 9 als das Safety Car hinausgeschickt wurde, da es auf der Strecke einige Zwischenfälle gab. Es ging eine Zeitlang bis die beschädigten Autos weggeräumt waren. In Runde vier löschte das Safety Car klar die Lichter, und die meisten Fahrer glaubten, dass der Restart folgen würde. Aber das Safety Car ging nicht in die Box, und die Lichter waren plötzlich wieder an. Mehrere Autos an der Spitze, welche schon auf über 200 km/h beschleunigt hatten, bremsten wieder voll ab, was eine Kollision auslöste. Kevin konnte leider nicht ausweichen, weil es schlicht keinen Platz mehr hatte. Zum Glück ist ihm nichts passiert, das Rennen war für ihn aber somit vorzeitig beendet. Als Verursacher dieses Chaos erhielt der Russe Egor Orudzhev eine Zeitstrafe von 25 Sekunden und verlor deshalb seinen zweiten Platz.
Vom Speed her wäre für Kevin viel möglich gewesen, und auch mehr Meisterschaftspunkte waren in Griffweite. Trotzdem sind die actionreichen Rennen mit den Windschattenspielen und Überholmanövern für Kevin lehrreiche Erfahrungen im Motorsport, und es folgen ja schon bald weitere Rennen.
Mit motorsportlichen Grüssen
Euer Kevin

09.07.2013
Simon Trummer
GP 2

Hallo zusammen nach dieser nur kurzen Zeit! Ich bin zurück aus Nürburg und relativ müde nach zwei Renn-
wochenenden innerhalb von zwei Wochen. Das Erfreuliche: Im letzten Rennen schaffte ich den Sprung
zurück in die Top Ten. Nur schade, dass ich die Punkte ganz knapp verpasste.
Am Freitag hatten wir Training und das Qualifying. Beides verlief nicht so gut. Diverses passte überhaupt
nicht zusammen. Man kann sagen, dass alles „daneben ging“, vor allem im Quali. Dort musste ich meine bis
anhin wohl grösste Niederlage einstecken: Ich wurde Letzter! Sich von allen geschlagen geben zu müssen,
war für mich und das Team besonders hart. Nun, ich sagte mir „da gehöre ich nicht hin“ und kämpfte weiter.
Also startete ich das Rennen als Letzter, von P26. Wir warteten bewusst lange mit dem Boxenstopp. Zehn
Minuten vor Schluss führte ich das Rennen an, ich glaube für 3 Runden. Ich habe das selber so nicht ganz
mitbekommen, weil das Feld weit auseinander gezogen war. Wir hatten dann die Hoffnung auf eine Safety-
Car-Phase, die jedoch dann doch nicht eintritt. Aber ich kam dennoch als Vierzehnter ins Ziel und konnte
mich um zwölf Positionen verbessern. Dies gab mir nun doch eine bessere Ausgangslage für den Sonntag.
An diesem Sonntag erwischte ich leider nicht den erhofften, ganz guten Start. Ich blieb Vierzehnter nach der
ersten Kurve. Danach konnte ich aber drei Fahrer überholen und ich hatte sehr gute Chancen, in die Punkte
zu fahren. Am Schluss lag schliesslich Rang 9 drin – direkt hinter dem mit Punkten belohnten 8. Rang. Ja,
das war am Anfang hart, sehr hart sogar. Aber ich habe am Nürburgring auch in persönlicher Hinsicht einen
Schritt nach vorne gemacht. Wieder mal hat mir eine Situation im Leben viel aufgezeigt…
Ich begann das Wochenende auf P26 und beendete es auf P9. Das gibt mir und meinem Team enormen
Antrieb. Die Rennen in Budapest folgen bald – wir bleiben dran!
Bis dahin und eine gute Zeit
Simon Trummer

05.07.2013
Marcel Steiner
CH-Bergrennen

Nicht ganz die perfekte Strategie
In der Zeit zwischen Ecce Homo und Reitnau lief fast mehr als beim eigentlichen Rennen. Aber alles mal der Reihe nach. Gleich nach Ecce Homo bauten wir in Windeseile den Motor aus und zerlegten den Osella, um diesen zur Kur nach Italien zu schicken. Nach etwa zwei Wochen, respektive eine Woche vor Reitnau, kam das leere Chassis wieder zurück zu uns. In der Woche vor Reitnau musste mein Team und ich dann die Abende effizient nutzen, um das Auto zusammenzubauen und perfekt für Reitnau vorzubereiten. Die allerletzten Handgriffe führten wir am Samstag auf Platz noch aus.
Nachdem es am Samstag noch mehrheitlich geregnet hatte, waren wir Sonntagfrüh schon froh, dass der Wetterbericht einmal recht hatte und uns ein angenehmer Tag bevor stand. Bei vier Läufen an einem Tag stand uns ein relativ strammes Programm bevor.
Zum 1. Trainingslauf konnten wir bereits vor zehn Uhr antreten. Die Strecke bot noch nicht ganz die optimale Haftung und nach Ecce Homo war es von der Länge und der Geschwindigkeit her doch eine ziemliche Umstellung. Daher war ich mit meinen 51.24 zufrieden und konnte eine solide Basis legen. Auch schon eine gute Performance zeigte Eric Berguerand (Lola-F3000) in 51.33, gefolgt von Christian Balmer (Tatuus-Formula Master, 54.37) und Simon Hugentobler (Reynard-F3000, 55.72).
Mit dem Setup des Osella‘s über die Bodenwellen und den Belagwechsel in der Zielkurve war ich noch nicht ganz zufrieden. Mit einigen Änderungen an der Dämpfereinstellung fühlte sich das Auto im 2. Probelauf doch gleich viel besser an und ich konnte meinen alten Streckenrekord in 48.84 doch bereits um 0.9 Sekunden unterbieten. Berguerand kam mit anderen Reifen auf 51.16, Balmer steigerte sich auf 51.76 und Hugentobler auf 52.80.
Auf den 1. Rennlauf am frühen Nachmittag verstellte ich nochmals ein wenig das Fahrwerk und wir montierten bessere Reifen. Durch die gestiegenen Temperaturen wurde die Strecke wohl nicht unbedingt schneller. Das Auto fühlte sich aber gut an und ich konnte attackieren. Im Ziel war die Verbesserung mit 48.46 aber nicht so gross. Eric schaffte einen Sprung auf 49.33, Christian fuhr 51.70 und Simon 53.84.
Mit 0.87 Sekunden Vorsprung fühlte ich mich auf der 1.6 Km-Strecke doch recht komfortabel in Führung und somit wollten wir nicht noch neue Reifen montieren. Ich versuchte nochmals einen gleichen Lauf hochzubringen, was mir in 48.44 auch sehr gut gelang. Später kam dann aber die faustdicke Überraschung. Eric Berguerand stellte in 48.20 einen erneuten Streckenrekord auf.
Mit meinen beiden konstanten Läufen konnte ich mir den Gesamtsieg in Reitnau sichern, vor Eric Berguerand, Christian Balmer und Simon Hugentobler.
Am Wochenende vor Reitnau war ich von Ligier als Fahrer ihres neuen E2-SC-Auto engagiert. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug mit Carbon-Chassis und einem Kompressor Motor. Am Freitagabend konnte ich damit einige Runden auf dem Club Circuit in Magny-Cours fahren und am Wochenende dann beim französischen Meisterschaftslauf von Beaujolais einige Demoläufe zu Testzwecken bestreiten.
Nun geht es mal wieder Schlag auf Schlag. Bereits am kommenden Wochenende, 06. - 07. Juli, findet das Bergrennen von La Roche - La Berra statt. Dies als Doppelveranstaltung mit einem regionalen Rennen am Samstag und einem nationalen, zur Meisterschaft zählenden Rennen, am Sonntag.
Bis bald…
Marcel

04.07.2013
Simon Trummer
GP2

Hallo alle zusammen, hier ein kurzer Bericht vom Rennwochenende in Silverstone. Wenn ihr den Bericht lest,
bin ich schon unterwegs zum Nürburgring!
Leider gibt es nicht viel Gutes zu berichten vom letzten Wochenende! Im Training war es noch nass, aber das
Qualifying nachher fand zunächst mit Slicks statt. Wir hatten uns verpokert, indem wir gleich zu Beginn der
Session rausgingen und von der ersten Runde an pushten: Wir vertrauten dem Wetterradar, das Regen in
den nächsten 7 Minuten anzeigte – dann blieb es aber länger trocken und meine Reifen waren früh „hinüber“.
Als ich in die Box kam, um den zweiten Satz aufzuziehen, regnete es los. Somit war eine gute Platzierung
im Quali zunichte und die Folge war Startplatz 21.
Das Samstagsrennen begann gut. Ich erwischte einen guten Start und lag nach Runde 1 bereits auf P16.
Danach hatte ich leider einen Reifenschaden in Kurve 1 zu beklagen und damit musste ich den ganzen
Weg zurück in die Box fahren. Dies hat mich so viel Zeit gekostet, dass ich eine Runde zurückfiel! Da war
nichts mehr zu machen, zumal ich das ganze Rennen mit den weicheren Reifen fahren musste, die nach
weiteren sechs Runden bereits „hinüber“ waren. Den zweiten härteren Satz mussten wir für das Sprint-
rennen vom Sonntag sparen.
Am Sonntag begann es ähnlich gut. Wieder hatte ich einen guten Start und gute Überholmanöver. Am
Schluss reichte es zu P16. Nun, damit sind wir längst nicht da, wo wir hin wollen und auch nicht da, wo wir
zu Beginn der Saison waren! Das heisst „weiterarbeiten“ und „nach vorne schauen“ – die nächste Chance
bietet sich bereits am nächsten Wochenende auf dem Nürburgring. Wir geben alles!
Bis dahin,
Simon Trummer

10.06.2013
P Frommenweiler
ADAC GT Master

Von Platz 14 gestartet und auf dem vierten Rang ins Ziel gekommen – Philipp Frommenwiler und sein Teamkollege Mario Farnbacher haben im sechsten Meisterschaftslauf des ADAC GT Masters alles richtig gemacht. Bei schwierigen Bedingungen stürmten die beiden Porsche-Piloten durchs Feld der Traumsportwagen und verbuchten wichtige Punkte für die Meisterschaft.

„Dieser vierte Platz tut wirklich gut. In den letzten Wochen hatten wir sehr viel Pech. Nun geht es endlich wieder vorwärts“, freute sich Philipp Frommenwiler nach dem Gastspiel des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring. Der Kreuzlinger hatte mit einer eindrucksvollen Startphase den Grundstein für das starke Ergebnis gelegt. „Der Rennbeginn war alles andere als einfach, da es vor dem Rennen in Strömen geregnet hat. Doch ich konnte den Wetterkapriolen trotzen und habe fünf Gegner innerhalb kürzester Zeit überholt“, blickt Frommenwiler stolz zurück.

Bis zum Fahrerwechsel zur Rennhalbzeit hatte sich der Nachwuchsrennfahrer mit Fingerspitzengefühl und einer grossen Portion Kampfgeist auf die siebte Position vorgearbeitet. Mario Farnbacher, der das Steuer übernahm, setzte die Aufholjagd souverän fort. Auf der Strecke, die mittlerweile stark abgetrocknet war, fuhr Farnbacher den vierten Platz nach Hause. „Mario und ich haben heute wieder zeigen können, dass wir zusammen ein tolles Team sind“, freute sich Frommenwiler.

Bereits im fünften Saisonlauf, der am Samstag ausgetragen wurde, deutete alles auf ein Ergebnis im Vorderfeld hin. Bis wenige Runden vor dem Ende hatte Philipp Frommenwiler auf Platz sechs liegend die Punkteränge im Visier. Doch der Farnbacher-Racing-Pilot hatte die Rechnung nicht mit Markus Winkelhock gemacht. Der Audi-Fahrer und amtierende GT1-Weltmeister überschätzte sich bei einem Überholmanöver und schickte den 23-Jährigen in einen Dreher. „Diese Aktion hätte echt nicht sein müssen – das war unnötig“, ärgerte sich der Kreuzlinger, für den die Kollision im Kiesbett endete.

Auf Philipp Frommenwiler wartet nun eine mehrwöchige Sommerpause. Erst Anfang August geht es im ADAC GT Masters weiter – dann auf dem Nürburgring. Auf dem altehrwürdigen Kurs in der Eifel wird vom 2. bis 4. August das vierte Meisterschaftswochenende in der „Liga der Traumsportwagen“ ausgetragen.

Philipp Frommenwiler / J.M

07..06.2013
Marcel Steiner
Berg EM

Immer wieder technische Gebrechen in Ecce Homo

Zum dritten Mal reisten wir nun ins weit entfernte Tschechien. Bereits Mittwochabend nach der Arbeit nahmen wir die rund 1 200 Kilometer unter die Räder. Nach etwa 14 Stunden Fahrt erreichten wir am Donnerstagvormittag das Fahrerlager. Nach dem „Frühstück“ konnten wir in einer regenfreien Phase unser Zelt aufbauen und den Osella ausladen. Ansonsten gingen wir diesen Tag noch etwas locker an. Einfach Streckenbesichtigung stand noch an.

Nach einer langen verregneten Nacht konnte ich gleich die Papierabnahme erledigen. Danach stand wieder Besichtigung der 7.8km langen Strecke an und vor allem zu beobachten, wie schnell diese abtrocknet nach den Regenschauern. Nach dem Mittag erledigten wir gleich ohne Probleme die technische Abnahme. Danach waren wir bereit für das Training am Samstag, wobei wir die Wettersituation noch abwarten mussten.

Nach einer erneut verregneten Nacht trocknete die Strecke doch recht schnell ab und wir konnten den Osella wider Erwarten mit  dem Trocken-Set-Up ausrüsten. Kurz vor dem Mittag stand unser 1. Trainingslauf an. Ich fühlte mich eigentlich gleich recht wohl im Auto und konnte eine gute Pace angehen. Doch irgendwie fühlte sich das Auto über die zahlreichen Bodenwellen komisch an. Dennoch konnte ich mit meiner Zeit von 2.55.490 sehr zufrieden sein. Nur Simone Faggioli (Osella FA30, 2.53.710) war schneller als ich und Joel Volluz (Osella FA30, 2.58.190) blieben unter drei Minuten. Nach der Rückführung, als wir den Osella für einige Arbeiten mit dem Hebekran aufbocken wollten, kam die grosse Überraschung: Bei der oberen Motorbefestigung waren die beiden Gewindehülsen aus dem Chassis ausgerissen und das Auto drohte auseinanderzubrechen. Nach Rücksprache mit Simone Faggioli bestätigte er uns dies als ein bekanntes Problem. Nach einem Telefonat nach Italien ins Werk wurde uns der Defekt als irreparabel auf Platz erklärt. Nach eingehenden Besprechungen und weiteren Rücksprachen mit dem Werk machten wir uns dennoch an die Reparatur. Den 2. Trainingslauf verpasste ich natürlich durch die komplizierten Arbeiten und fiel im Trainingsklassement noch hinter Milos Benes (Osella FA30) und Julien Ducommun (Osella FA30). Um halb Sieben abends war der Osella dann wieder rennbereit.

Nach abermals heftigen Regenfällen durch die Nacht war die Piste am Morgen sehr nass und drohte wegen der kühlen Temperaturen nur sehr langsam abzutrocknen. Daher bereiteten wir vorsichtshalber mal alle Reifenvarianten vor. Weil die Streckenverhältnisse sehr heikel waren, gab es dementsprechend auch viele Unterbrechungen und Verzögerungen durch Ausrutscher. Unser 1. Rennlauf verzögerte sich um beinahe zwei Stunden. Als wir dann endlich an der Reihe waren, war die Rennstrecke meist trocken, bis auf einige Stellen, die doch noch sehr nass waren. Die Reifenwahl war sehr schwierig. Ich entschied mich, wie die meisten, für Trockenreifen. Dies war sicher die richtige Wahl, auch wenn es über die nassen Stellen sehr heikel war und ich zusätzlich durch eine gelbe Flagge wegen eines Pannenfahrzeuges sehr viel Zeit verlor. Im Ziel stoppte die Uhr für mich bei 2.55.160. Faggioli markierte in 2.51.150 die Bestzeit, hinter mir reihten sich Volluz (2.58.810) und Benes (2.59.520) ein.

Vor dem 2. Wertungslauf checkten wir das Auto nochmals genau, um sicher zu sein, dass unsere Reparatur erfolgreich war. Mit ruhigem Gewissen konnte ich wieder an den Start gehen. Weil sich zwischenzeitlich noch die Sonne zeigte, war die die Strecke nun komplett trocken. In 2.50.370 gelang mir eine deutliche Steigerung und ich konnte meinen 2. Platz, hinter Simone Faggioli, aber vor Milos Benes und Joel Volluz, festigen. Mit dem notreparierten Auto sicher eine gute Leistung und zudem hatten wir uns auf ein komplett verregnetes Wochenende eingestellt. Da waren wir doch ganz glücklich, alle Läufe bei mehr oder weniger trockenen Bedingungen fahren zu können.

Vor dem in drei Wochen bevorstehenden Saisonauftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft in Reitnau müssen wir nun schauen, wann und wie wir das Chassis richtig und auf Dauer haltbar reparieren können.

Bis bald…

Marcel

05.06.2013
Kevin Joerg

Formel Renault

Zweites Rennwochenende des Formel Renault 2.0 Eurocup
Das zweite von sieben World Series by Renault Weekends der Saison 2013 fand auf der legendären GP-Strecke von Spa-Francorchamps (B) statt. Das Wochenende bot viele Attraktionen auch neben der Strecke, und eine grosse Zuschauermenge liess sich nichts entgehen.

Qualifikation für Rennen 1
Die freien Trainings am Freitag fanden auf nasser Strecke statt, und auch am Samstagmorgen war die Strecke nass. Bei Temperaturen um 8°C gab es erneut dicken Nebel, deshalb musste der Beginn des Qualis um 2.30 h verschoben werden. Es gibt jeweils pro Rennen eine Quali-Session von 15 Minuten Länge, für die die Teilnehmer jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Kevin startete in der ersten Gruppe, die Bedingungen waren jedoch immer noch sehr schwierig. Zwar gelang Kevin im dritten Zeitsektor die drittschnellste Zeit, aber weil er in seiner besten Runde auch einen Ausrutscher hatte, reichte es nicht für einen Platz in den Top Ten. Er wurde 13. in seiner Gruppe.

Rennen 1 (25 Minuten + 1 Runde)
Der Start des 1. Rennens erfolgte am frühen Samstagnachmittag mit gut einer Stunde Verspätung. Obwohl es immer noch leicht neblig war, war die Strecke jetzt ganz trocken. Wieder einmal zeigte sich, dass Spa-Francorchamps eine der interessantesten Strecken im Kalender ist. Das ganze Rennen verlief mit spannenden Überholmanövern, und die Positionen an der Spitze sowie im Mittelfeld veränderten sich mehrfach. Kevin startete als 26. und war gut weggekommen und konnte im Verlauf des Rennens einige Plätze gutmachen. Er beendete das Rennen auf dem 18. Platz.

Qualifikation für Rennen 2
Am Sonntagmorgen schien sogar ein ganz klein wenig die Sonne, und die Strecke war trocken. Das Quali wurde pünktlich um 09.00 Uhr gestartet. Kevin fuhr in der zweiten Gruppe und sicherte sich den 10. Platz.

Rennen 2 (25 Minuten + 1 Runde)
Das zweite Rennen vom Wochenende wurde um 13.20 Uhr unter blauem Himmel gestartet. Doch schon in der ersten Runde passierten grosse Unfälle, und das Rennen wurde sofort mit der roten Flagge abgebrochen. Kevin lag auf Platz 18, und es dauerte einige Zeit, bis der Restart gegeben wurde. Das grosse Feld wurde hinter dem Safety Car zurück ins Rennen geführt. Gleich gab es wieder Bewegung, die Platzierungen im ganzen Feld wechselten stetig. Kevin musste nach dem Restart einem Unfall ausweichen und fiel mit einem demolierten Frontflügel auf den 21.Platz zurück. Kurz vor Schluss übernahm der Safety Car das Feld noch einmal, aber für die letzten drei Runden wurde das Rennen noch einmal frei gegeben. Kevin erreichte das Ziel nach einem aufregenden Rennen mit vielen Kämpfen an 21. Stelle.

Mit motorsportlichen Grüssen

Euer Kevin

22.05.2013
Yannick Mettler

ATS F3 Cup

Nebel machte einen Strich durch die Rechnung
Das dritte Rennwochenende des ATS Formel 3 Cups wurde stark vom launischen Eifel-Wetter beeinflusst. Zum ersten Mal in der Geschichte der Rennserie mussten das freie Training und sogar ein Rennlauf aufgrund von Nebel aus dem Programm gestrichen werden.
„Das ist wirklich ärgerlich.“, meinte Yannick kurz nach der Absage am Freitag. „Gerade hier hätten wir das freie Training dringend gebraucht, um unsere Probleme vom letzten Rennen zu beheben und wichtige Erfahrungswerte auf dieser Strecke zu sammeln.“
Der Nebel war so dick, dass man weniger als 20 Meter in die Ferne sehen konnte. Schon rein aus Sicherheitsgründen war klar, dass unter diesen Umständen nicht gefahren werden konnte.
Nachdem das Training und das Reversed-Grid-Rennen (das Mittlere von drei Sprintrennen pro Rennwochenende) gestrichen wurden, ging es am Samstagmorgen direkt ins Qualifying. Dort wurden die Startpositionen für Rennen 1 und 3 herausgefahren.
„Durch die Programmänderungen mussten wir leider erst im Quali erfahren, dass sich an der Ausgangslage nicht viel geändert hat. Erneut war das Team Lotus überlegen, erneut fehlte mir gegenüber meinen Teamkollegen Speed auf den Geraden. Und die Ingenieure wussten nach wie vor nicht, woran es genau liegt.“

Konstante Leistung in den Rennen
Vom siebten Rang aus ging es jeweils am Samstag und am Sonntag vor zahlreichen Zuschauern ins Rennen. Yannick Mettler zeigte einmal mehr einen professionellen Auftritt und holte mit einem sechsten Rang in beiden Rennen das Bestmögliche aus der etwas verzwickten Situation.
„Im ersten Rennen waren wir nach einer Änderung am Auto etwas näher dran, aber immer noch nicht so richtig konkurrenzfähig. Entsprechend war ich mit der Verbesserung auf den sechsten Rang – relativ gesehen – zufrieden.“
„Nach einer weiteren Änderung fürs zweite Rennen schienen wir der Sache endlich etwas näher zu sein. Ich fuhr in der Anfangsphase des Rennens sogar mehrmals die schnellste Runde, nachdem ich die Zweikämpfe in den ersten Runden für mich entscheiden konnte und kurz freie Fahrt hatte.“

Kämpfen wie ein Löwe
Innert wenigen Runden fuhr Mettler die Lücke zum Fünftplatzieren zu und lieferte sich mit diesem bis zum Ende des Rennens einen spannenden Kampf.
„Das war wirklich ein hartes Rennen. Ich war schneller als mein Teamkollege, kam aber nicht an ihm vorbei. Zwar waren der Topspeed und die Rundenzeiten besser, aber der Windschatten vom Vordermann brachte mir leider immer noch nicht viel, was nach wie vor ungewöhnlich ist. Es war ein frustrierendes Wochenende, aber ich habe bis zur letzten Minute gekämpft wie ein Löwe.“

Fehlersuche
Zu der Frage nach dem Problem äusserte sich Mettler wie folgt:
„Wenn im Motorsport alles nach Plan läuft, dann scheint meistens alles logisch und einfach zu sein. Sobald es nicht mehr läuft, beginnt intuitiv die Suche nach dem Fehler. Genau hier tun wir uns im Moment jedoch schwer, denn es muss ein [aerodynamisches] Problem sein, dass nicht ganz offensichtlich ist. Hinzu kommt, dass der Fahrer beim Geradeausfahren leider keinen Einfluss nehmen kann.“
„Ich war am Ende dieses Wochenendes etwas verärgert. Ich gehe schliesslich nicht zum Rennen, um sechster zu werden. Unser Ziel ist es, zu gewinnen. OK - wir haben offenbar einen Trainingsrückstand gegenüber Lotus, aber dennoch sollten wir das Potenzial dazu haben, aufs Podest zu fahren. Doch irgendwie kriegen wir das im Moment nicht auf die Reihe.“

Millimetersache
„Gleichzeitig weiss ich, dass die Aerodynamik ein extrem komplexes Gebiet ist und bin daher vorsichtig mit Vorwürfen. Bei der Aero-Konfiguration, die ich zurzeit fahre, kann bereits ein halber Millimeter Unterschied bei der Fahrzeughöhe einen entscheidenden Einfluss haben. Das ist extrem heikel und manchmal eben auch nicht ganz greifbar.“
Dieses Problem kennt man auch aus der Formel 1: Selbst die besten Ingenieure der Welt sind manchmal ratlos, wenn es um aerodynamische Phänomene geht. Vielleicht hat man sich im Fall von Yannick Mettler bei der Suche nach Verbesserung einfach etwas verirrt:
„Ich werde mir die Sache auf jeden Fall nochmals genau mit dem Team anschauen. Im Zweifelsfall gehen wir zur Basis-Einstellung zurück und verzichten auf alle aerodynamischen Teile, die eigentlich zur Verbesserung beitragen sollten. Dann hoffe ich, dass ich sobald wie möglich wieder vorne mitfahren kann.“
Die nächste Gelegenheit, um zurück auf die Erfolgsspur zu finden, gibt es vom 7.-9. Juni am Sachsenring. Yannick wird sein Team bis dahin nochmals besuchen, um das Wochenende im Detail zu analysieren und beim nächsten Mal von Anfang an wieder vorne dabei zu sein, wenn es wieder heisst: „Gentleman, start your engines!“.

09.05.2013
Marcel Steiner

Bergrennen

Den Fluch in Eschdorf endlich besiegt
Das Rennen von Eschdorf stand eigentlich gar nicht auf dem Plan bei mir. Kurzfristig und auf Anfrage vom Veranstalter entschied ich mich dann doch zu einer Teilnahme. Bei uns im Betrieb war die Agenda aber auch schon ausgebucht und so konnten wir am Freitag erst nach getaner Arbeit Richtung Luxemburg aufbrechen. Um halb eins erreichten wir dann unseren perfekt reservierten Fahrerlagerplatz.

Samstagfrüh, nach einer doch relativ kurzen Nacht, mussten wir in kürzester Zeit unsere normale Freitagsvorbereitung erledigen. Osella ausladen und alle Teile anschrauben, Zelt aufbauen, ich musste zur Streckenbesichtigung und Wagenabnahme. Fast in Rekordzeit schafften wir dies alles und für das 1. Training waren wir gut vorbereitet und top motiviert. Durch das schöne Wetter war der Grip auf der Strecke auch schon recht gut und ich konnte eine super Pace angehen. Im Ziel war ich dann selber fast ein wenig überrascht von meiner erreichten Zeit von 50.903, denn so schnell war ich in Eschdorf noch gar nie gefahren. Mit dieser Zeit konnte ich auch die Führung übernehmen vor Guy Demuth (Osella FA30, 51.619) David Hauser (Dallara-GP2, 51.770) und Eric Berguerand (Lola-F3000, 52.833).

Weil der Osella im untersten Streckenteil stark untersteuerte, versuchten wir dies mit einer kleinen Änderung am Fahrwerk zu kurieren. Leider wurde es nicht besser, aber mit ein wenig mehr Einsatz konnte ich mich trotzdem auf 50.666 steigern. Bei Demuth und Hauser fiel die Steigerung in etwa gleich aus, womit mein Vorsprung fast gleich blieb.

Mit weiteren Einstellungen am Fahrwerk versuchten wir dem Untersteuern auf den 3. Trainingslauf abzuhelfen. Das Auto fühlte sich aber während der Fahrt nicht wirklich besser an, doch die Laufzeit von 49.890 deutete uns den richtigen Weg. Diese Zeit war nur knappe 0.05 sec über dem bestehenden Streckenrekord. Guy Demuth (51.110) und David Hauser (51.476) waren immer noch sehr nahe beieinander. Die finale Auswertung der Trainingszeiten zeigte uns aber, dass Hauser geblufft hatte und vor dem Ziel vom Gas ging.

Ohne weitere Veränderungen, jedoch mit neuen Reifen, startete ich in den 1. Rennlauf am Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Ich erhoffte mir so nun eine deutliche Verbesserung zum Trainingstag. Das Untersteuern war aber immer noch da, wenn nicht noch ausgeprägter. Ich ärgerte mich darüber und musste nun halt im Mittelteil noch ein wenig mehr zulegen. In 49.543 konnte ich tatsächlich einen neuen Streckenrekord realisieren. Hauser (50.297) war nun deutlich vor Demuth (51.262), auf dem 4. Zwischenrang folgte dann Eric Berguerand (51.601).

Im 2. Wertungslauf um die Mittagszeit wollte ich es dann besser machen. Doch die alten Probleme waren immer noch da, dennoch konnte ich den Rekord nochmals minimal auf 49.470 runterdrücken. David Hauser (49.953) konnte mit neuen Reifen die 50-Sekunden-Marke als dritter Fahrer in der Eschdorfer Geschichte knacken. Guy Demuth kam auf 51.100 und Eric Berguerand auf 51.071.

Auf den 3. Rennlauf zogen wir mit dem Heissluftföhn die Reifen ab und nahmen nochmals eine kleine Änderung am Fahrwerk vor. Irgendwie wollte es aber im unteren, engen Teil gar nicht mehr passen und ich erreichte das Ziel nur in 50.058. Hauser (49.912) konnte sich nochmals leicht verbessern, mir meinen ersten Gesamtsieg beim 25. Jubiläum des Eschdorfer Bergrennens aber nicht mehr streitig machen.

Ab 1996 war der Streckenrekord von Eschdorf schon einmal für 10 Jahre in der Familie. Damals stellte mein Vater Heinz mit seinem Martini-BMW-F2 einen Rekord auf, der dann erst von Lionel Regal verbessert wurde und nun seit 2008 von demselben gehalten wurde. Nun ist der Streckenrekord von 49.470 also wieder in der Familie Steiner.
Jetzt haben wir eine kleine Rennpause und am 01.-02. Juni nehme ich dann am Bergeuropameisterschaftslauf in Tschechien in Sternberk teil. Auf diese Strecke freue ich mich jetzt schon!

Bis bald…
Marcel

07.05.2013
Marcel Steiner
Bergrennen

1. Rennen unter erschwerten Bedingungen
Am Montag vor dem Rechbergrennen fing ich mir irgendwie eine lästige Erkältung ein. Bevor wir am Donnerstagabend die 880 Km lange Anreise in Angriff nahmen, musste ich mir gut überlegen, ob es sich überhaupt lohnt, so weit zu einem Rennen zu fahren, wenn ich dann vielleicht nicht starten kann. Doch während der Anfahrt konnte ich mich ein wenig schonen und trotzdem ging es mir am Freitag noch nicht wirklich gut. Und ich wusste noch immer nicht, ob ich in dem Zustand an Training und Rennen teilnehmen kann. Dennoch musste ich die Strecke ein wenig besichtigen und die Wagenabnahme erledigen. Nach dem Abendessen nahm ich nochmals meine Medikamente und ging zeitig zu Bett.
Samstags fühlte ich mich ein wenig besser und besichtigte in der Früh nochmals mit Roger Schnellmann die Strecke. Gegen Mittag konnten wir dann zu unserem 1. Trainingslauf ausrücken. Eigentlich fühlte ich mich relativ gut. Doch im Auto spürte ich, dass meine Kräfte doch noch nicht ganz verfügbar waren. Ich konnte aber meine angestrebte Zeit realisieren und in 2.09.062 den 3. Platz hinter Milos Benes (Osella FA30, 2.01.335) und Simone Faggioli (Osella FA30, 2.03.513) übernehmen.
Mein Osella FA30 lief soweit eigentlich sehr gut, weshalb wir auf den 2. Probelauf nur eine kleine aerodynamische Änderung vornahmen. Das Auto fühlte sich danach ein wenig störrischer an, ich konnte mich aber um fast fünf Sekunden auf 2.04.326 steigern und immer noch den 3. Rang einnehmen. Faggioli und Benes tauschten erwartungsgemäss die Plätze und Joel Volluz (Osella FA30, 2.04.818) rückte bis auf 0.5 Sekunden auf.
Auf das 3. Training bauten wir wieder auf mehr Aerodynamik zurück. Im Topspeed wirkte sich dies nur gering aus. Ich konnte nochmals gute zwei Sekunden schneller fahren und musste mich in 2.02.175 knapp mit dem 4. Trainingsrang zufrieden geben. Volluz überholte mich um knappe 0.1 Sekunden, Faggioli zeigte in 1.57.765 seine Klasse auf, gefolgt von Benes mit einer Sekunde Abstand. Aufgrund der alten Reifen, die ich im Training verwendete, konnte ich mir aber eine gute Steigerung für den Renntag mit neuen Reifen ausrechnen.
Auch Sonntagfrüh besichtigte ich noch kurz die Strecke. Leider machte mein Gesundheitszustand nicht mehr so Fortschritte und vor dem Start zum 1. Rennlauf fühlte ich mich gerade gar nicht gut; wieso auch immer. Trotzdem, ich merzte meine Problemzonen aus dem Training einigermassen aus und die neuen Reifen boten massiv mehr Grip. Dies ergab für mich eine Laufzeit von 1.58.375 und reichte aus, um den 2. Platz im Zwischenklassement hinter Simone Faggioli (1.55.750) zu übernehmen. Hinter mir folgten Milos Benes (2.00.041) und Joel Volluz (2.01.282).
Viele Fahrer konnten ihre Zeiten aus dem 1. Rennlauf im 2. Wertungslauf verbessern. Dies zeigte uns, dass die Strecke noch in gutem Zustand war. Mit gelang eine recht gute Fahrt, wobei ich in einer schnellen Rechtskurve leicht zu langsam war und damit wertvolle Zeit liegen liess. Dennoch, ich konnte mich minimal auf 1.57.959 steigern. Faggioli (1.56.835) fuhr nochmals Laufbestzeit und zum Gesamtsieg, Benes (1.57.616) war in dieser Auffahrt leicht schneller als ich, konnte mich aber in der Addition nicht mehr gefährden. Ich durfte wie vor zwei Jahren einen 2. Platz beim Rechbergrennen feiern und somit erfolgreich in die Saison 2013 starten. Zu diesem erfolgreichen Start spielte auch das Wetter mit. Das ganze Wochenende über schien die Sonne und die Temperaturen tagsüber liessen Sommerfeeling aufkommen.
Nach der Siegerehrung konnten wir leider erst um 21 Uhr die weite Heimreise antreten. Bei unserer Ankunft zu Hause Montagmorgen um halb Acht konnten wir gleich den Betrieb öffnen.
Nun – es ist bereits Freitagabend – sind wir wieder auf dem Weg zum nächsten Rennen nach Eschdorf in Luxemburg. Danach steht eine kurze Pause bis zum ersten Juniwochenende und dem Rennen in Ecce Homo in Tschechien an.

Bis bald…
Marcel

29.04.2013
Fischer Racing
GT Master

Einfach ist im Motorsport nichts, aber beim Saisonstart des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben lag vor Fischer Racing ein im wahrsten Sinne des Wortes schwere Aufgabe, denn das Gewicht spielte eine große Rolle. Mit dem ehemaligen FIA GT-Champion Gabriele Gardel aus der Schweiz und seinem Landsmann Lorenz Frey trat Fischer Racing mit dem Aston Martin V12 Vantage auf der Strecke bei Magdeburg. Für Gardel und Frey war der Start in Oschersleben ein Testeinsatz, um die Serie kennenzulernen und mehr Erfahrung mit dem V12 Vantage zu sammeln.
„Unser Einsatz in Oschersleben wurde leider etwas durch ein Recht hohes Zusatzgewicht getrübt,“ erklärte Fischer Racing-Teamchef Hardy Fischer. „Über die „Balance of Performance“, die für Chancengleichheit im Feld sorgt, müssen wir 50 kg zuladen. Leider addieren sich dazu nochmals weitere 20 kg als Fahrerhandicap, da Lorenz Frey über den Winter vom Amateurfahrer zum Halbprofi hochgestuft wurden, ohne dass dies plausibel begründet wurde. Damit hatte unser Aston Martin in Oschersleben ein Ballast von 70 kg an Bord. Also so, als wenn man einen Beifahrer mitnimmt.“
Das erste Rennen beendeten Gardel/Frey auf Rang 17, das zweite nach einem kleinen Ausrutscher in der Schlussphase als 22. „Wir sind neu im ADAC GT Masters und müssen erst noch die Serie und die Reifen kennenlernen“, so Gardel. „Es war kein einfaches Wochenende und das Ergebnis spiegelt sicherlich nicht das wieder, was wir und das Auto können.“
„Gabriele und Lorenz sind zwei solide Rennen gefahren, haben bis auf einen harmlosen Ausrutscher keine Fehler gemacht und das Auto gerade bei schwierigen Bedingungen am Samstag ohne Kratzer ins Ziel gebracht“, lobt Teamchef Hardy Fischer. „Das Auto ist für beide Fahrer noch recht neu, aber im Vergleich zur Performance unserer Gegner fällt negativ ins Gewicht, dass unser Auto sehr schwer ist. Darauf sollten die Veranstalter für das nächste Rennen nochmals ein Auge werfen.“

29.04.2013
Andrina Gugger
ETCC

Dieses Wochenende stand das 3. und 4. Rennen der Tourenwagen Europameisterschaft (ETCC) auf dem Slovakiaring vor der Tür. Trotz neuer und sehr anspruchsvoller Strecke begab ich mich zwischen den Bodenwellen und Schlaglöchern slowakischer Strassen erfolgreich auf Punktejagd und kletterte mit zwei vierten Plätzen in der Gesamtwertung auf den dritten Zwischenrang. Zusätzlich baute ich meinen Vorsprung in der Ladies Trophy auf 16 Punkte aus…

Auf ins Unbekannte
Am Donnerstagabend versammelten wir uns auf dem Flughafen in Zürich. Die Stimmung war gut und wir freuten uns auf ein spannendes Wochenende. Ich persönlich war in erster Linie einfach einmal froh, etwas von der ganzen Arbeit, die zu Hause auf mich wartete, wegzukommen. Ich hatte nicht einmal Zeit gefunden, mich mit der neuen Strecke auseinander zu setzen. Das Einzige, was ich wusste, war, dass sie enorm schnell, anspruchsvoll und mit einigen Sprüngen versehen war. Ich erinnerte mich an ein Rennen, welches wir als Familie gemeinsam im Fernsehen verfolgt hatten. Es war ein Rennen einer GT Meisterschaft. Damals hatten wir uns köstlich über die Autos amüsiert, die über die Sprünge geflogen kamen. Immer wieder stellten wir uns vor, wie es den Piloten in den Autos wohl ergangen sein mag. Bei diesem Gedanken stand mir der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Nun war also ich an der Reihe und ich war mir ziemlich sicher, dass irgendwo eine Familie vor dem Fernsehen sitzen und sich über die Sprünge und die fliegenden Piloten amüsieren würde…

Mitten in der Nacht auf Hotelsuche
In Wien gelandet, schnappten wir uns ein Mietauto, respektive einen Transitbus und fuhren los in Richtung Slowakei. Kaum über die Grenze gekommen durften wir bereits erste Erfahrungen mit den Strassenverhältnissen dieses Landes machen. Schlaglöcher, Bodenwellen, noch ein paar Schlaglöcher und noch 100‘000 Bodenwellen zusätzlich - Ob die Rennstrecke wohl auch in einem solchen Zustand war? Ich hoffte nicht… Aber wirklich sicher sein konnte ich mir erst am nächsten Tag, denn als wir abends auf der Piste ankamen, war es kurz vor zwölf Uhr und Zeit sich auf die Hotelsuche zu begeben. Diese dauerte länger als erwartet, respektive als erhofft. Wie die Wilden kurvten wir in einer Stadt – oder war es nur ein Dorf? Keine Ahnung! – namens Dunajska Streda herum und suchten verzweifelt unser Hotel. Als wir einige Leute auf der Strasse anfragten, war die Beschreibung relativ bescheiden und nicht sehr vielversprechend. Oder was würdet ihr aus den Worten „Cyrcle“, „Third Street“, „left side“ und
„Baracke“ schliessen? Nun gut. Wir entschieden uns trotzdem der Wegbeschreibung zu folgen und landeten vor einer Baracke, in der gottseidank
nur ein Restaurant untergebracht war und keine Pension!

Hoffnungsschimmer
Also suchten wir weiter. Neu aber nicht nur nach unserer Pension sondern auch nach einem weiteren Hotel, welches unter Umständen für diese eine Nacht noch Zimmer für uns frei hätte. Doch dies zeigte sich mehr als nur schwierig. Alle Hotels waren komplett ausgebucht. Wenigstens einen kleinen Erfolg durften wir verbuchen. In dem einen Hotel war eine Frau, die meinte, sie würde wissen, wo unsere Pension zu finden sei. Wir durften ihr direkt hinterherfahren. Glücklich verabschiedeten wir uns auf dem Parkplatz und liefen los in Richtung Pension. Ja und da standen wir nun… vor einem Pub namens Platan. Von einer Pension aber wiederum weit und breit Nichts zu sehen. Alte vermoderte Einkaufsläden, Werkstätten, vergammelte Haustüren, alles war zu finden aber keine freien Betten zum Schlafen. Genervt und niedergeschlagen entschieden wir uns, noch zwei Hotels nach Zimmern abzuklappern. Wenn sich bis dahin nichts finden liess, würden wir auf der Rennstrecke im Transitbus schlafen. Mittlerweile war es ohnehin kurz vor zwei Uhr und die bevorstehende Nacht schien immer kürzer zu werden. Mit einem kleinen, allerkleinsten und allerletzten Fünkchen Hoffnung parkten wir vor einem Wellnesshotel. Müde schlich ich zur Rezeption und fragte nach zwei Zimmern. Und siehe da! Für die angebrochene Nacht hatten sie tatsächlich noch zwei Zimmer frei! Überglücklich tätigten wir die letzten administrativen Angaben und düsten schnurstracks in unsere Betten. Gute Nacht allerseits!

Das eingeschüchterte Reh auf der Suche nach seiner Mutter
Am nächsten Morgen betrat ich zum ersten Mal das Gelände des Slovakiarings. Es war bereits annähernd 20 Grad Celsius und alle liefen in T-Shirts und kurzen Hosen herum. Ich freute mich schon sehr auf die ersten Runden obschon ich ziemlich die Hosen voll hatte. Kurz vor elf Uhr ging es dann los zum ersten freien Training. Unsicher beschleunigte ich meinen Honda aus der Boxengasse. Die letzte Fahrt lag schon einige Wochen zurück und ich musste mich erst einmal wieder im Auto zu Recht finden. Nach der ersten zögerlichen Rechtskurve kam eine Steigung. Ob das wohl der berühmte Sprung war? Langsam fuhr ich die Steigung hoch und auf der anderen Seite wieder runter. Geflogen bin ich noch nicht, dafür war ich noch viel zu langsam, aber dass das Auto hier unter Vollgas leicht werden könnte, konnte ich mir sehr gut vorstellen. Es folgte eine langgezogene Rechtskurve, die unter guten Bedingungen beinahe voll gehen würde. Ich hingegen bevorzugte momentan noch den dritten Gang und selbst das nur unter Teillast. Ich glaube von aussen habe ich gewirkt wie ein eingeschüchtertes Reh auf der Suche nach seiner Mutter. (Hey stopp! Hier wird
nicht gelacht! =))

Nur Fliegen ist schöner!
Peinlich berührt, forderte ich mich selbst auf, etwas mutiger zu sein. Also drückte ich das Gaspedal herunter, fuhr die nächste Steigung hoch und… flog! Halleluja! Das war also der Sprung von dem alle immer sprachen! Mir drehte es beinahe den Magen um. Und zu meinem Schrecken folgte gleich dahinter die Anbremszone für eine scharfe Rechtskurve. Was nun?! In Panik begann ich das Bremspedal zu drücken, was natürlich ein riesen Fehler war, denn bei der Landung setzen nie alle Räder gleichzeitig auf der Strecke auf. Beginnt die Bremsphase also noch während der Flugphase, wird das Auto bei der Landung durch die unterschiedlichen Anpressdrucke auf die Räder nach links oder nach rechts gerissen. Es folgte ein wilder Ritt den Hügel herunter bis in die Kurve hinein. Phuu. Ich wischte mir mit dem einen Handschuh den Schweiss aus den Augen. Das war knapp! Für den Rest der Runde nahm ich dann doch lieber wieder die Rolle des eingeschüchterten Rehs auf der Suche nach seiner Mutter ein und fuhr im dritten Gang gemütlich um die Kurven um mir erst einmal einen Überblick über die Strecke zu verschaffen. Nach zwei bis drei Runden fühlte ich mich endlich in der Lage, etwas angriffiger zu werden. Ich nützte das Überholmanöver meines Hintermannes (ehrlich gesagt war es zu diesem Zeitpunkt noch ein „Vorbeifahren“) um ihm gleich hinterher zu düsen. Wenn er so spät bremsen konnte, dann würde ich das wohl auch können. Genau so machte ich es mit den Kurvengeschwindigkeiten und so wurde ich Stück für Stück schneller. Dabei faszinierte mich die Strecke immer mehr. Alles langgezogene, brutal schnelle Kurven, die beim Fahren im Auto einem Balanceakt gleichen, Sprünge, die einem das Herz in die Hose
rutschen liessen und eine Übersichtlichkeit, die einen blind erscheinen liess. Ich war sichtlich beeindruckt!

Hitzeschlag
Kurz nach dem ersten Training begann ich mich plötzlich schlechter zu fühlen. Ich bekam heftige Kopfschmerzen, kämpfte mit aufkommender Übelkeit und glühte wie eine Laterne. Ich hatte Anzeichen eines Hitzeschlages! Wen wundert es. Schliesslich sass ich über eine Stunde im warmen Auto und hatte dabei ständig meinen Helm auf dem Kopf was einem Abkühlen meines Kopfes offensichtlich stark in die Quere kam. Ich litt. Doch deswegen aufgeben, wäre mir nie in den Sinn gekommen, also startete ich mit Kopfschmerzen und Übelkeit ins zweite freie Training. Auch das zweite Training verlief zufriedenstellend und ich konnte meine Rundenzeiten stetig verbessern. Happy aber mit riesigen Kopfschmerzen und einem glühend heissen Kopf ging ich am Abend zurück ins Hotel (Jawohl, wir haben unser eigentliches Hotel mit Hilfe der korrekten Adresse tatsächlich
gefunden!) und versuchte zu schlafen, in der Hoffnung, dass es am Samstag noch besser laufen würde.

Knapp daneben ist auch vorbei
Am Samstagmorgen ging es mir zum Glück wieder besser. Anfangs hatte ich zwar noch Kopfschmerzen, doch nach dem Frühstück fühlte ich mich bereits wieder top fit. Auf der Strecke angekommen, kletterte ich schon bald ins Auto. Wir hatten vor dem Zeitfahren noch ein dreissig minütiges Training, welches ich intensiv nutzen wollte um eine 2:19er Zeit zu realisieren. Dazu bediente ich mich eines Zugpferdchens, im Schweizerdeutschen auch liebevoll „Rüäbli“ genannt. Immer wieder suchte ich mir auf der Strecke schnellere Piloten, winkte sie vorbei und fuhr ihnen dann hinterher um Linie, Bremspunkte, Einlenkpunkte und Kurvengeschwindigkeiten abzuschauen und zu übernehmen. Einige Jungs mochten dies gar nicht, was ich später auch im Zeitfahren zu spüren bekam. Unabhängig davon half mir dieses „sich ziehen lassen“ sehr. Die zum Ziele
gesetzte 2:19er Zeit konnte ich zwar knapp nicht realisieren, dafür pirschte ich mich bis auf 13 Tausendstel an meinen Teamkollegen heran, der aufgrund seines letztjährigen Vize-Europameistertitels nach wie vor ein grosser Anhaltspunkt für mich ist. Ich war zufrieden und bereit für das Zeitfahren.

„Rüäbli“-Taktik
Für das Zeitfahren entschied ich mich erneut, auf die „Rüäbli“- Taktik oder eben Zugpferdchen-Strategie zu setzen. Doch dies war einfacher gesagt als getan. Immer wenn ich einem der Jungs hinterher geflogen kam und drauf und dran war, meine Rundenzeit enorm zu verbessen, bremsten sie mich in der letzten Kurve ein, um mir meine Rundenzeit zu versauen und bogen dann friedlich in die Boxengasse ein. Ich ärgerte mich sehr über dieses unfaire Verhalten, konnte jedoch nichts daran ändern. Solche Strategiespielchen gehören nun einmal einfach mit dazu im Motorsport. Als mir wieder einer der Fahrer einen Strich durch die Rechnung machte, entschied ich mich, mir selbst zu vertrauen und alleine eine fliegende Runde in den Asphalt zu brennen. Und dies gelang mir richtig gut! Zumindest bis zum Ende des zweiten Sektors… Plötzlich, mitten in der Beschleunigungsphase, konnte ich nicht mehr hochschalten. Anfangs ärgerte ich mich riesig über mich selbst, weil ich mir die super Rundenzeit nun gerade noch selber vermasselt hatte. Doch kurze Zeit später merkte ich, dass ich keinen richtigen Vortrieb mehr hatte und das Auto anfing komisch zu schwanken – gleich Antriebswellendefekt! Toll! Langsam tuckerte ich frustriert zurück in die Boxe. Erst als mein Wagenchef mir mitteilte, dass es trotz dieser Panne zu Rang fünf in der S2000-Wertung gereicht hatte, hellte sich meine Miene etwas aus. Dennoch! Rang vier wäre definitiv möglich gewesen, denn dazu fehlten mir gerade einmal 15 Tausendstel! Mit gemischten Gefühlen verabschiedete ich mich nach dem Reinigen meines Honda Civic FDs vom Team und ging zurück ins Hotel. Ich fragte mich, was der nächste Tag wohl für mich bringen würde…

Das Warm-Up als Allrounder-Test
Am Sonntagmorgen ging es in aller Frühe los, denn um 8.15 fand bereits das Warm-up statt. Ziel für uns war es, in diesen dreissig Minuten einen Funktions-Check zu machen, um zu überprüfen ob die Antriebswelle der bevorstehenden Belastung standhalten würde. Ausserdem nützte ich die dreissig minütige Testzeit, um den stehenden Start zu üben. Beide Versuche misslangen komplett, was mich für den Start des zweiten Rennens komplett verunsicherte. In der ETCC ist es nämlich so, dass das erste Rennen einen fliegenden Start hat, das zweite Rennen hingegen stehend gestartet wird. Allgemein hatte das Warm-Up mich etwas verunsichert, zumal die Piloten um mich herum alle schnelle Rundenzeiten in den Asphalt bretterten, während ich mit uralt-Reifen mehr oder weniger im Schneckentempo meine Testrunden drehte und verzweifelt nach Gripp auf der Strecke suchte. Dass diese Verunsicherung ganz vergebens war, merkte ich erst beim ersten Rennen.

Erster Kampf schon in der Einführungsrunde
Dieses starteten ich von Position 13 aus. Dabei focht ich schon in der Einführungsrunde meinen ersten Kampf aus. Einer meiner Hintermänner wollte ständig meinen Platz einnehmen. Er schloss einfach immer zu meinem eigentlichen Vordermann auf und jedes Mal, wenn ich ihn überholen und an meine vorgesehene Position fahren wollte, versuchte er mich von der Strecke zu drängen. Ich fluchte wie ein Rohrspatz vor mich hin und überlegte mir, was ichdagegen tun könnte, respektive wie ich am besten reagieren sollte. Nachdem er dieses Spiel einige Kurven lang so durchgezogen hatte, entschied ich mich, ihn einfach zu ignorieren. Schliesslich würde früher oder später ohnehin die Formationsphase kommen, in der er mich vorbei lassen musste, sofern er keine Strafe riskieren wollte. Und das tat er dann auch. Kurz vor der letzten Kurve wechselte er auf die richtige Seite und gab mir meinen Startplatz zurück.

Frei nach dem SBB-Motto: „Ich bin auch ein Rasenmäher!“
Nun war ich wenigstens wach und angriffslustig. Ich schloss dicht zu meinem Vordermann auf, schaltete in den kleinsten Gang und dann bretterten wir los. Ich wechselte sofort komplett auf die rechte Seite mit der Vorahnung, dass ich die erste Rechtskurve nicht überstehen würde, wenn ich in der Mitte der Strecke bleiben würde. Kurze Zeit später bewahrheitete sich meine Vorahnung, denn plötzlich schossen einige Fahrzeuge mitten im Feld in verschiedene Richtungen. Überall sah ich Autos durch die Gegend schlittern. Mit von der Partie war leider auch mein Teamkollege, der beim Start etwas weiter vorne im Feld positioniert war. Sofort suchte ich die Strecke nach einem Ausweg respektive einem Fluchtweg ab.“ Innen ganz dicht an den Kurb heran! Das könnte klappen!“ Ich stieg hart in die Bremsen, schaltete noch einmal einen Gang herunter und lenkte nach rechts ein. Plötzlich sah ich im Augenwinkel einen blauen Seat unkontrolliert auf mich zuschiessen. Was jetzt?! Ohne wirklich auf meine Gedanken zu hören riss ich das Lenkrad herum, schnitt dabei die Kurve innen komplett ab und bretterte quer über die Wiese – frei nach dem SBB-Motto: „Ich bin auch ein Rasenmäher“. Aber – und das ist das Entscheidende – es funktionierte! Haarscharf entwischte ich einer Kollision. Ich atmete auf und
erblickte sogleich in der nächsten Kurve die Tafel, welche eine Safety-Car-Phase ankündigte. Perfekt! Das gab mir zumindest etwas Zeit meinen rasenden Puls etwas zu beruhigen!

Ellenbogen ausfahren
Als ich mich wieder etwas gesammelt hatte, stellte ich überglücklich fest, dass mir mein Fluchtplan die Möglichkeit für ein super Rennergebnis in die Hände gespielt hatte. Vor mir befanden sich nämlich lediglich sechs Fahrzeuge, wovon gerade einmal drei Stück zu meinen direkten Gegnern in der S2000 Wertung gehörten. Hochkonzentriert versuchte ich meine Reifen während den nächsten Runden hinter dem Führungsfahrzeug warm zu halten. Plötzlich sah ich das Safety-Car davon brausen. Unsicher fragte ich im Funk nach, ob diese Runde das Rennen wieder freigegeben würde. Mein Wagenchef antwortete mir, dass sie keinerlei Informationen erhalten hätten, was eigentlich sehr ungewöhnlich war. Also entschied ich mich, meinen Vorderleuten einfach zu folgen. Diese hatten in der Zwischenzeit aber schon etwas früher das Tempo erhöht und so verpasste ich den Anschluss ans Feld komplett. Na Toll! Der Start wurde tatsächlich spontan freigegeben und zu allem Übel sassen mir dabei auch noch mehrere direkte Konkurrenten im Nacken, wobei einer der BMW’s sogar an mir vorbeihuschen konnte. Nun hiess es Ellenbogen ausfahren und seinen „Mann“ im Feld stehen.

Weiter geht’s mit Strategie!
Nach einigen Runden konnte ich mich etwas von meinem Hintermann lösen, da dieser selbst in einen Zweikampf verwickelt wurde. Dies verschaffte mir etwas Luft. Doch plötzlich sah ich im Rückspiegel einen gelb-blauen Seat aufblitzen, der mit grossen Schritten näher zu kommen schien. „Mist! Nicht schon wieder der Typ aus der Einführungsrunde.“ Ich versuchte noch einmal voll zu puschen und das letzte aus meinen mittlerweile recht heruntergekämpften Reifen herauszupressen. Während ich am Limit um die Ecken schlitterte, kam er näher und näher. In der allerletzten Runde merkte ich, dass er mir am Heck klebte. „Was nun?“ Plötzlich kam mir eine Idee, schliesslich hatte ich mit diesem Typen
noch eine Rechnung aus der Einführungsrunde offen. In der zweitletzten Kurve bremste ich also meinen Konkurrenten so stark ein, dass er selbst noch einmal vom Gas gehen musste. Genau in diesem Moment hiess es für mich „Pedal to the Metall“. Wie eine Wilde drückte ich auf das Gaspedal und verschaffte mir so einen minimen Vorsprung, der mir half mich auf der letzten Geraden vor der Zielgerade so zu positionieren, dass ich Kampflinie fahren konnte. So erreichte ich haarscharf vor dem ukrainischen Konkurrenten als Viertplatzierte meiner Kategorie und gesamt achte die Ziellinie. „Jippppiii!!!“ Ich freute mich riesig. Als mir mein Wagenchef im Mikrofon zujubelte und mich über die Ränge informierte, erstarrte ich. „Ach du meine Güte! Daran hatte ich ja gar nicht gedacht! Hilfeeee!!!!“ In der ETCC ist es nämlich so, dass die ersten acht Piloten des ersten Rennens für den Start des zweiten Rennens umgedreht wurden. Für mich hiess das: Poleposition für Rennen zwei!

Typisch Frau
Ich hatte Panik! Bisher hatte ich gerade einmal zwei Startversuche in Monza gemacht, wo wir aber aufgrund des schlechten Wetters keinen stehenden Start hatten, sowie zwei Startversuche im Warm-Up am Morgen, die aber wie oben beschrieben sichtlich misslungen waren. Vor meinem inneren Auge stellte ich mir bereits vor, wie ich auf Pole stehe, alle Kameras und Augen auf mich gerichtet, und ich fahre am Start nicht los! Alle würden den Kopf schütteln und denken: „Typisch Frau! Nicht einmal losfahren kann sie.“ Doch mir blieb nichts anderes übrig, als mich dieser Herausforderung zu stellen. Letzten Endes ist es ja schliesslich auch so, dass man nicht alle Tage auf der Poleposition steht und dies ein absolut geiles Gefühl ist. Also biss ich in den sauren Apfel und düste los in die Einführungsrunde – hinter mir die ganze wilde Meute.

Auf die Plätze, fertig, los!
Kurze Zeit später rollte ich an meinen Startplatz. Nun hiess es vollste Konzentration aufbringen! Null einlegen, Bremsen, mit dem Gas den Motor am Laufen halten, Handbremse anziehen, warten, warten, warten…. Die Ampeln springen auf rot! Erster Gang einlegen, Hand zur Handbremse führen, Gas geben – grün! Handbremse schwungvoll lösen, Pedal to the Metall und Kupplung dosiert loslassen. Meine Vorderräder drehten durch wie Wild und ich begann mich langsam von meinem Startfeld wegzubewegen. Neben mir sah ich, wie sich auch die ersten Mitkonkurrenten bewegten und dann ging es los. Mit lautem Getöse bretterten wir auf die erste Kurve zu. Jippi ich hatte es geschafft! Bis zur ersten Kurve konnte ich leider meine Position bereits nicht mehr halten, dennoch war der Start super gelungen, sofern man beachtete, dass die Seat Piloten ein besseres Drehmoment sowie eine Startautomatik besitzen. Doch zurück zum Rennen. Mitten in einer 5er Gruppe kämpfte ich mich um die erste Kurve. Die Jungs waren echt total wild drauf. Selbst über die Wiesen versuchten sie sich innen an mir vorbei zu bremsen. Teilweise gelang es, teilweise aber auch nicht.

Ausgetrickst!
Nach gut zwei Runden hatte sich das Ganze etwas beruhigt und ich lag zwischenzeitlich an fünfter Stelle meiner Kategorie. Vor mir lagen vier BMWs, die zu meinen direkten Gegnern zählten. Dies verwunderte mich nicht wirklich. Drei dieser vier Piloten waren auf dieser Rennstrecke zu Hause und hatten in diesem Jahr bereits acht Testtage auf dem Slovakiaring absolviert. Das sind immerhin acht Testtage mehr, als ich in diesem Jahr bisher überhaupt hatte. Dennoch wollte ich zumindest noch einen Platz nach vorne klettern. Langsam aber zielstrebig näherte ich mich dem BMW vor mir, bis ich mich in seinem Heck festgebissen hatte. Wie sein Schatten huschte ich ihm hinterher und zeigte mich immer wieder in seinem Rückspiegel um ihn nervös zu machen. Als ich merkte, dass er anfing zu sperren, realisierte ich, dass ich so nicht weiter kommen würde. Also überlegte ich mir einen Trick, den ich noch aus alten Kart-Zeiten kannte. Ich pirschte mich also auf der Zielgeraden an ihn heran und als er anfing Kampflinie zu fahren, griff ich ihn aussen herum an. Nicht wirklich um ihn zu überholen, aber zumindest um ihn soweit zu provozieren, dass er auf der schmutzigen Fahrbahnseite zu spät bremsen musste. Es funktionierte! Viel zu spät auf der Bremse, rutschte er etwas von der Ideallinie. Ich hingegen konnte einen schönen Kurvenradius wählen und mich direkt am Ausgang der Kurve so neben ihn positionieren, dass die nächste
Rechtskurve mir gehörte. „Juhuu“ Ich war stolz auf mich!

Jubelnde Zieleinfahrt
Nun hiess es wieder puschen puschen puschen. Einige Runden später wurde der BMW im Rückspiegel immer kleiner, bis er schlussendlich ganz verschwand. Ich hatte mich freifahren können und war froh, die letzten Runden des Rennens nicht mehr so stark puschen zu müssen. Dieses Mal konnte ich meinen Zieleinlauf als Viertplatzierte meiner Wertung und Siegerin der Ladies Trophy so richtig geniessen! Was für ein Wochenende! Das hätte ich mir auf so einer schwierigen und für mich komplett neuen Rennstrecke niemals erträumen lassen! Durch die Punkte dieses Wochenendes konnte ich meinen Vorsprung in der Ladies Trophy ausbauen und bin in der Meisterschaftswertung auf Platz 3 vorgestossen. Wie
geil, oder?! An dieser freudigen Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich beim gesamten Team Rikli Motorsport mit all seinen kleinen und grossen Helferleins bedanken. Ein spezielles Dankeschön geht an meine beiden Mechaniker Beat Schweingruber genannt „Schweini“ und Markus Hummel, sowie meinem „Reifenmandli“ Jürg Jucker. Danke für euren super Job!

Wie es weiter geht…
Nach einem riesen Sprint mit dem ganzen Gepäck quer durch den Flughafen Wien, auf dem wir beinahe den Flieger verpasst hätten und einer anschliessenden halbstündigen Auto-Suche im zehnstöckigen Parkhaus in Zürich (Nein, es war nicht mein Auto und ich hatte auch nicht vergessen wo es steht, sondern es war ein „MANN“ !! Nur damit wir uns richtig verstehen. Hihi) bin ich nun froh, wieder zu Hause zu sein und freue mich riesig darauf, am Dienstag meine Rennen im Fernseher noch einmal von der Aussenperspektive sehen zu können. Falls ihr mir dies gleichtun möchtet, hier die Fernsehzeiten: Di. 30.04.2013 um 14:00 auf Eurosport 2.
Viel Spass!!!
Eure Andrina

24.04.2013
Simon Trummer

GP2

Anreise und Vorschau
Der zweite Lauf zu unserer diesjährigen Meisterschaft fand in Bahrain statt, sozusagen inmitten der Wüste.
Dass es dort heiss und trocken ist, kann man sich ja vorstellen – abgesehen von dem Sand der einem um
die Ohren fliegt... Nun sei es so, die Strecke dort gefällt mir gut und unser Auto sollte darauf auch gut laufen,
wie sich herausstellen sollte!
Freies Training und Qualifying
Das Training begann recht bescheiden – ich musste mich an die Bremspunkte herantasten – und schluss-
endlich konnte ich dann den 12. Rang herausfahren. Innerlich wusste ich aber, dass noch viel mehr hätte
drin liegen können.
Im Quali startete ich dann gut mit meinem ersten Satz Reifen und ich war in der Hälfte des Qualifyings im-
mer noch auf dem 6. Rang klassiert. Mit dem zweiten Reifensatz war ich dann in meiner Top-Runde sogar
noch schneller unterwegs – ja, aber nur bis zur letzten Kurve, denn ich setzte meinen Wagen kurz vor der
Ziellinie neben die Strecke! Man könnte eigentlich sagen, ich hätte einen Penalty verschossen und es
ärgerte mich ungeheuer, hätte ich doch locker unter den ersten Sechs starten können! So war es halt P11,
weil ein anderer Fahrer noch eine Strafe kriegte und zurückversetzt wurde.
Rennen 1
Dann im Rennen lief mir der Start katastrophal und ich fiel bis auf den 21. Rang zurück, praktisch ohne
Hoffnung auf etwas Zählbares. Nun, ich fuhr nachher „wie der Henker“, konnte überholen und attackieren
und machte meinen Pit Stop schon in Runde 7. Tatsächlich konnte ich mich bis auf P7 vorarbeiten. Leider
waren meine Reifen dann völlig hinüber und ich verlor noch zwei Positionen, was am Ende P9 bedeutete.
Rennen 2
Am Sonntag startete ich praktisch gleich schlecht wie am Vortag und ich fiel bis auf P17 zurück. Dieses Mal
gelang mir die Aufholjagd nicht, zu hart wirkten sich die Kämpfe auf die Reifen aus, die dann stark abbauten,
so dass ich mich mit P14 zufrieden geben musste.
Dieses Wochenende zeigte mir, was alles drin liegen kann in diesem Jahr. Der Speed ist da und ich kann mit
den vorderen Rängen mithalten. Das gibt mir Zuversicht für den Rest der Saison. Was die Starts betrifft,
werden wir sehr hart arbeiten, um diese zu verbessern. Und bereits in Barcelona wollen wir die geöffneten
Türen auch wieder ausnutzen und nicht nebendran vorbeilaufen!
Bis dahin „heja, u immer Vollgas“!
Simon Trummer

09.04.2013
Kevin Jörg
Formel Renault 1,6

Freitag
Beim ersten Training am Freitagmorgen regnete es. Kevin war mit Zeiten in den Top 10 unterwegs als er in der 12 Runde im Sektor 1 und 2 Bestzeiten fuhr, dann jedoch etwas zu viel gepusht hat, was einen Crash mit einer Mauer zur Folge hatte. Deshalb riskierte er im zweiten freien Training, wieder bei Regen, nicht mehr so viel.
Beim dritten Training am späten Freitagnachmittag war es dann endlich einmal trocken. Das erste Mal in dieser Saison ist Kevin bei wärmeren Temperaturen gefahren. Nachdem Kevin in der Box war, um auf neue Pneus zu wechseln, kam Kevin wegen Stau (36 Autos zum Reifen Scannen) nicht mehr aus der Boxenausfahrt und konnte somit mit  neuen Slicks gar nie testen, wie es ist unter trockenen, warmen Bedingungen eine Bestzeit zu fahren.  

Samstag
Das Qualifying fand am Samstagmorgen statt. Aufgrund mangelnder Erfahrung mit neuen Pneus im Trockenen zu fahren, und Kevin natürlich schnell eine möglichst gute Zeit fahren wollte, hat er die Pneus leider zu agressiv eingewärmt und überfahren. Somit konnte er sich nur Startplatz 21 sichern.

1. Rennen mit sensationeller Aufholjagd
Im 1.  Rennen lief dann wirklich alles optimal und Kevin startete sensationell. Mit tollen und gewagten Überholmanövern schaffte Kevin das schier Unmögliche und machte zehn Plätze gut. Man sagt eigentlich, dass auf dieser Piste ein Überholen fast nicht möglich ist, deshalb ist seine Leistung sicher umso höher einzuschätzen. Für die Erfahrung und als Training war das ganze Rennen super, leider gibt es dafür keinen Pokal. Aber mit den viertschnellsten Rundenzeit und dies während den Überholmanövern im Feld sieht man, dass da sicher noch mehr gehen wird.

2. Rennen mit mehreren Überholmanövern zum ersten Meisterschaftspunkt
Auch im 2. Rennen am Sonntagnachmittag zeigte Kevin eine gute Performance und fuhr von Startplatz 17 auf den guten 10. Platz und konnte sich einen Meisterschaftspunkt sichern.
Ein action- und lehrreiches Wochenende mit jeder Menge Spass liegt hinter Kevin, und er sieht zuversichtlich den nächsten Rennen entgegen.

Mit motorsportlichen Grüssen
Euer Kevin

27.03.2013
Christian Fischer
ETCC

Auf dem Siegertreppchen feiern konnte Christian Fischer an diesem Wochenende im Königlichen Park zu Monza. Beim Saisonstart des FIA ETCC wurde der Eidgenosse als Zweitbester Super 2000-Pilot mit einem Pokal für die heimische Vitrine belohnt. Schon nach den ersten Metern mit dem BMW 320si des Liqui Moly Teams Engstler auf der italienischen Highspeedstrecke war für ihn klar.
"Der Hecktriebler liegt meinem Fahrstil. Ich konnte mich bisher von Training zu Training steigern." Im Zeittraining hatte sich der Reinacher auf Rang drei und für die zweite Startreihe zum ersten Rennen der Tourenwagen Europameisterschaft 2013 qualifiziert. Das Wetter am Sonntagmittag spielte eher den frontgetriebenen Fahrzeugen in die Karten. Bei strömendem Regen und eisiger Kälte von nur sieben Grad Celsius startete das Feld beide Wertungsläufe hinter dem Safety Car. Der BMW mit der Startnummer #6 behauptete sich jedoch gut, musste lediglich Peter Rikli auf Honda Civic ziehen lassen und überquerte schließlich als Dritter hinter Rikli und Petr Fulin den Zielstrich. Eine Schrecksekunde hatte der Eidgenosse jedoch in der zehnten Runde zu überstehen: "Ich bin in der letzten Runde an einer Highspeedstelle auf einen der 1600er Fahrzeuge aufgelaufen. Beim Überholversuch hab ich mich auf Aquaplaning gedreht und Glück gehabt, dass ich mir nicht zu viel am Auto beschädigt habe und den dritten Rang retten konnte."
"Etwas vorsichtiger" lautete also die Strategie für das zweite Rennen, dass der BMW-Pilot aus der ersten Startreihe aufnahm. Über zehn regenreiche Runden brachte er sein Gefährt nun ohne jegliche Zwischenfälle als zweiter ins Ziel und kletterte zusammen mit dem Sieger der Super 2000-Klasse, Petr Fulin, und dem Gesamtdritten, Peter Rikli, auf das Podium.
"Für diese Witterungsverhältnisse hier bin ich wirklich gut in die Saison gestartet", berichtete Christian Fischer, der als Zweiter der Tabelle zur nächsten Veranstaltung reisen wird. "Nun gut, Fulin konnte ich nicht halten, aber zumindest meinen Teamkollegen Roland Hertner, der ja schon einige Erfahrung auf dem BMW hat und den ich zunächst als Anhaltspunkt hatte, habe ich hinter mir gelassen."
Die Highlights des Rennwochenendes werden am Dienstag, dem 26.03.2013, um 19:15 Uhr auf Eurosport2 ausgestrahlt. Die Wertungsläufe drei und vier des FIA ETCC 2013 finden am 28. April wieder im Rahmen der Tourenwagen WM auf dem Slovakiaring (SK) statt.

26.03.2013
Simon Trummer
GP 2

Anreise und Vorschau
Da war es nun also, mein erstes Rennen in meiner zweiten GP2-Saison! Am Montag vorher reiste ich in das
weit entfernte Kuala Lumpur, gemeinsam mit meinem Bruder Renato. Bereits als ich ankam, wusste ich,
dass es ein sehr heisses Rennen geben würde! Mein Wochenprogramm sollte also wie folgt aussehen: Am
Dienstag „Regeneration“ von der Reise: Schlafen, essen und wieder schlafen. Am Mittwoch: Kraftraum,
joggen und schwimmen. Am Donnerstag: Fototermin und Fahrerbesprechung GP2-Serie, Strategie fest-
legen mit dem Team. Dann war es bereits Freitag – Tag des ersten Trainings und des Qualifyings. Auf dem
Weg zur Strecke hatte ich an diesem Tag gar noch einen Affen auf einer Telefonleitung und ein Krokodil im
Fluss gesehen, was für mich doch eher ungewohnt war. In der Heimat sieht man eher Kühe und Schafe…

Freies Training und Qualifying
Das Training lief eigentlich sehr gut: Ich konnte mich schnell an die Strecke und die Hitze anpassen und die
zweitbeste Zeit erzielen. Das Setup passte auch, alles war gut aufgestellt für das erste Qualifying im 2013.
Dort hatten wir die weicheren Reifen zur Verfügung und nicht nur die harten, wie im Training. Leider konnte
ich meine Runde auf den weichen Pirellis nicht komplett ausnutzen, so dass ich meine schnellste Runde auf
den harten Reifen erzielte. Die gefahrene Zeit brachte mich auf die neunte Position. Dies war mein bestes
Qualifying in der GP2-Serie bis anhin. Ich werde in Zukunft hart arbeiten, um auch mit den weichen Reifen
besser zurechtzukommen, dann sollte im Qualifying noch mehr drinliegen.

Rennen 1
Also ging ich von Startplatz 9 ins erste Rennen! Der Start gelang mir gut, nach Runde eins war ich auf P5.
Auch nach dem Pit Stop befand ich mich weiter auf dieser Position und ich konnte den Rückstand auf P4
weiter verringern. Danach bekam ich eine Durchfahrtstrafe wegen zu schnellem Fahren unter gelber Flagge.
Diese Strafe war in diesem Moment natürlich hart, zumal die Situation vom Cockpit aus gesehen für mich
nicht ganz eindeutig  zu erkennen war. Aber Regel ist Regel und man kann sich dann ganz einfach aufregen
und aufgeben, oder man kann die veränderte Situation akzeptieren und weiterpushen. Nun, nach der Strafe
fand ich mich auf P16 wieder und ich entschloss mich zum Weiterpushen. Das Resultat war, dass ich das
Rennen auf P9 beenden konnte und ich bereits im ersten Saisonrennen Punkte gewann.

Rennen 2
Rang 9 im Rennen 1 bedeutete also auch Startplatz 9 im Sprintrennen vom Sonntag. Dort konnte ich mich
auf den 7. Platz verbessern, wo ich ungefähr bis zur Hälfte des Rennens lag. Weil der vor mir liegende Fahrer
dann einen Fehler beging, konnte ich noch auf P6 vorstossen und diese Position bis am Schluss des Rennen
halten.

Fazit
Zweimal Punkte in zwei Rennen – ein guter Saisonstart! Das Team und ich werden weiter arbeiten um in den
nächsten Rennen in Bahrain das Bestmögliche rauszuholen!

Bis dahin,
Simon Trummer

Rennberichte 2012

02.10.2012
Markus Huggler

Finallauf Hockenheim
Am Donnerstag reisten wir zum ADAC GT Master Weekend nach Hockenheim. Ich hatte mir viel vorgenommen. Da ich Hockenheim gut kenne, habe ich mein Auto dementsprechend zu Hause nochmals perfekt vobereitet. Am Freitag Mittag war das 1.Training. Wir merkten, dass wir bei der Musik dabei waren und wohl ein sehr intressantes Rennen zu erwaten war. Ich belegte den 3. Rang , mit 1.2 Sec Rückstand auf P1.
Am Samstag war des 2. Training, ich rutschte auf den 4.Rang zurück, aber nur mit einem Rückstand von 0.7 Sec auf P 1.
Am Samstag war auch das Quali. Vorher wechselten wir noch die Hinteren Federn. Im Quali war ich im ersten Moment mit meiner Zeit von 1.54.4 nicht zufrieden, weil ich erwartete, dass die Konkurenz wohl viel schneller sei als ich. Da wir noch keinen Funk im Auto haben, konnten meine Boxencrew mir nicht mitteilen, was die andern fahren. Zu meiner Freunde danach, stellte ich fest, dass ich zwar auf P5 bin, aber nur 0.9 Sec zurück lag. Wir hatten alle sehr Freude, dass wir alle innerhalb von 1 Sec waren, das versprach doch ein geileres Rennen.
Im 1. Rennen mit fliegendem Start war ich auf P5, konnte gut mithalten und habe soger einen Platz gewonnen und habe das Rennen knapp hinter Peter Rickli auf P4 beendet.
Nach der 15 minütigen Reparaturpause konnte ich auf der P4 starten. Da wir jetzt einen stehenden Start hatten, wollte ich den Start gegen Rickli auf P3 gewinnen, was mir dann auch gelang. In der ersten Runde konnte ich soger noch Johannes Leidinger in der Spitzkehre auf der Bremse überholen und war dann auf P2. Wow, ich konnte das kaum Glauben, was da gerade abgeht. Leidinger kämpfte sich dann auf der Zielgeraden wieder an mir vorbei, wonach ich Leidinger in der nächsten Kurve wieder ausbremsen konnte und wieder auf P2 hinter Jens Weimann war. Ich konnte die Angriffe von Leidinger bis Mitte Rennen abwehren, dann überholte er mich Eingangs Motodrom wieder. Ich verteidigte den 3. Platz bis ins Ziel, durfte keinen einzigen Fehler machen, da an meiner hinteren Stosstange der Vitze Europameister Rickli auch Druck machte. Ueberglücklich beendete ich das Finalrennen auf dem 3. Rang. Glaubt mir, diese Auslaufrunde habe ich sehr genossen, es war so ein geiles Gefühl, zu wissen, dass ich jetzt den 3. Podestplatz rausgekämpft habe, sogar das halbe Rennen auf P2 fuhr und das gegen Fahrer, die auf sehr hohem Niveu fahren, mit neueren Autos als ich. Ich genoss die
schöne und geile Siegerehrung oben auf dem Podest, die Champagnerdusche und die Schweizerfahne neben 2 deutschen Fahnen. Das sind Momente, die sind unbeschreiblich. Wir erhielten unheimlich viele Glückwünsche von Allen. Weil Sie alle wissen, dass wir mit so einem kleinen Team, kleinem Budget und bescheidenen Mitteln Erfolg hatten und bewiesen haben, dass wir da sind, um zusammen zu kämpfen und unser Bestes zu geben. Es war einfach Hammer, was wir da in Hockenheim vor so vielen Leuten gezeigt und vollbracht haben.
Und sage und schreibe um 1 Punk habe ich in der Meisterschaft den 3. Schlussrang verpasst, aber auch den 4. Schlussrang erkämpft. Dafür haben wir in der Teamwertung den 3. Schlussrang gewonnen. Ich habe noch den Awartpokal für meine geilen Kämpfe auf der Rennstrecke erhalten.
Wir haben also den Umstieg von der DMV TCC in die ADAC Procar mit sehr viel Erfolg, Freude und Spass geschafft.
Ich möchte mich bei allen für die Unterstützung bedanken, bei meiner Frau Jacqueline, meinen Kindern Jennifer und Mark, meinen Mechanikern Samuel Welti, Rolf Wittwer, Rene Hilz und Daniel Nyffeler und auch bei all meine Sponsoren, die mir das überhaubt ermöglichen.
Wir hatten eine wunderschöne Saison, danke danke danke........
Alle Rennen könnt Ihr unter www.adac-procar.de anschauen.
Wir möchten in der Saison 2013 wieder in der ADAC Procar mitfahren ,sofern alles klappt. Aber leider können wir aus finaziellen Gründen wohl nur 4 bis 5 Rennen bestreiten, aber wieder mit vollem Angriff.
Ich wünsche allen einen schöne Winterzeit und nochmals Danke

Mit freundlichen Grüssen
Markus Huggler

19.09.2012
Marcel Steiner

Streckenrekord knapp verteidigt
Als wir am Freitag kurz nach Mittag in Chatel - St. Denis eintrafen, war zwar unser Fahrerlagerplatz beim Kreisverkehr noch frei, uns wurde aber ein neuer Platz zugewiesen. Dieser war nur ca. 50m weiter vom Start entfernt, dafür waren wir da sehr gut aufgehoben mit Strom und allem Drum und Dran.
Am Samstagvormittag hatten wir es noch gemütlich, weil vor Trainingsbeginn jeweils noch der Alpabzug stattfindet. Erstaunlicherweise ist die Strasse aber danach sehr sauber… Erst nach dem Mittag beginnen die Trainingsläufe. Unser 1. Training war gegen drei Uhr angesetzt. Mit leichter Verspätung konnten wir dann starten. Die Strecke bot noch fast keinen Grip, bereits in der ersten Kurve stand ich quer und dennoch war die Zeit von 58.43 nicht schlecht für den Anfang. Joel Volluz (Raynard-F3000, 58.78) war auch schon gut drauf, das restliche Feld fuhr über einer Minute.
Über die Heckflügeleinstellung versuchten wir den Gripmangel für den 2. Probelauf zu kompensieren. Dies kostete mich aber etwa 5 km/h Topspeed, das Vertrauen zum Auto war aber um einiges besser und ich konnte mich um 1.5sec steigern. Volluz wurde nur um 0.3 sec schneller und Julien Ducommun (Tatuus-Turbo, 1.02.62) gewöhnte sich mit jeder Fahrt besser ans Auto.
Mit leichten Veränderungen am Fahrwerk konnte ich im 3. Training in 56.48 schon leicht an meinem letztjährigen Rekord kratzen. Mit leicht vorgewärmten Reifen rückte Joel in 56.56 nahe und Julien schaffte es in 59.14, die Minutengrenze zu knacken.
Für Sonntagvormittag standen nochmals zwei Trainings auf dem Plan. Da wir am Samstag bei guten Bedingungen optimal testen konnten und wir am Gurnigel am Sonntagmorgen nicht so gute Erfahrungen gemacht hatten, verzichteten wir bei noch sehr kühlen Verhältnissen auf diesen Lauf. Aber wir wollten die Konkurrenz an der Strecke beobachten. Leider haben die meisten Fahrer auf dieses Training verzichtet und wir bekamen fast keine Autos zu sehen.
Um zehn Uhr waren dann wieder alle mit von der Partie und ich konnte in 55.78 meinen alten Rekord bereits um 0.6 sec unterbieten. Auch Joel Volluz fuhr schon unter den Rekord in 56.11 und Julien Ducommun liess das Potential vom Turbomotor in 58.25 aufblitzen.
Direkt vor der Mittagspause stand unser 1. Rennlauf an. Irgendwie konnte ich bei mir nicht die optimale Leistung und Konzentration abrufen. Im unteren schnellen Teil erwischte ich wohl jede Bodenwelle und ich wurde richtig durchgeschüttelt. Im Ziel stand 55.31 auf der Anzeigetafel, was Laufbestzeit und Streckenrekord bedeutete. Überraschenderweise rangierte Ducommun in 55.84 an 2. Stelle, gefolgt von Volluz in 56.08.
Nach dem Mittag auf der nun wärmeren Piste fand ich hauptsächlich im oberen Streckenteil keine gute Bodenhaftung und konnte nur mit Mühe meine Linie halten. Somit wurde ich in 55.64 leicht langsamer. Joel Volluz raste mit neuen Reifen in 55.32 ins Ziel und war danach sichtlich enttäuscht, als er feststellte, dass es nicht zum neuen Streckenrekord reichte. Julien Ducommun verlor in 56.50 auch etwas an Boden.
Vor dem 3. Rennlauf war also alles offen und für reichlich Spannung gesorgt. Ich musste nochmals alles aus mir und dem Osella holen und in 55.39 gelang mir das auch nicht so schlecht. Volluz kam noch auf 55.70 und so konnte ich mir aus den zwei schnelleren Läufen einen Vorsprung von 0.32 sec sichern. Ducommun kam in 56.07 auf den dritten Rang. Sonst wurde von keinem Fahrer eine Zeit unter einer Minute realisiert.
Die Schweizer Bergmeisterschaft wurde mit dem Rennen von Les Paccots abgeschlossen. Für das Team Steinermotorsport und mich war es mit dem Titelgewinn, sechs Siegen und fünf neuen Streckenrekorden bei sieben Rennen wieder eine äusserst erfolgreiche Saison.
Am kommenden Sonntag, 23. September, schliessen wir unsere Schweizer Tournee beim neu auferlebten Bergrennen von Hemberg ab. Abschliessend steht dann noch das „Race of Champions“ in Mickhausen, 06. - 07. Oktober, an.
Bis bald…
Marcel

19.09.2012
Andrina Gugger

Schadensbegrenzung in der Eifel
Dabei begann alles recht locker. Nach einer angenehmen Fahrt reisten wir bereits am Donnerstag Nachmittag auf dem Nürburgring an. Sofort erledigte ich die administrativen Dinge, um im Anschluss noch etwas Zeit für meine Schularbeiten zu haben (vorbildlich oder?). Ich wollte alles möglichst schnell abschliessen, um mich während dem Wochenende voll auf den Motorsport konzentrieren zu können. Schwierige Bedingungen hin oder her - ich freute mich schon sehr auf die Veranstaltung.
Schlecht gepokert
Am Freitag Morgen war richtiges Eifel-Wetter angesagt. Es war eiskalt und sehr windig. Doch ich war gerüstet. In weiser Vorahnung hatte ich zu Hause bereits die Winterausrüstung in den Koffer gepackt und konnte deshalb meine Yokohama-Mütze bis tief in die Augen ziehen, während ich gedankenverloren durchs Fahrerlager schlenderte.
Kurze Zeit später sass ich dann bereits im Auto. Doch leider war das erste offizielle freie Training am Freitag Morgen reine Zeitverschwendung. Aufgrund einer Reglementänderung, die die Yokohama-Reifen betraf, erhielten alle Teams einen zusätzlichen Satz neuer Reifen, den sie beim freien Training nutzen durften. Unser Team entschied sich als einziges dafür, mit den alten weiter zu fahren. Rückblickend war dies sicherlich die falsche Entscheidung. Unsere Reifen waren dermassen verbraucht, dass wir wie wild auf der Piste herumschlitterten und verzweifelt nach Grip suchten. Als Folge dessen waren die Zeiten miserabel und eine effiziente Datenauswertung war nicht möglich. Somit konnten wir erst im zweiten freien Training mit der wirklichen Fahrerarbeit beginnen, was zur Folge hatte, dass wir bereits zu Beginn des Wochenendes unserer Performance hinterher hinkten.
Auf den Punkt gebracht und doch zu langsam
Vor dem Zeitfahren fuhr ich innerlich noch einmal die Strecke ab. Dabei überlegte ich mir ganz genau, was bei der Datenanalyse in den jeweiligen Kurven besprochen wurde und versuchte mir die Punkte gut zu merken, um kurze Zeit später alles korrekt umsetzen zu können. Dies gelang mir erstaunlich gut, so dass ich bereits in der zweiten fliegenden Runde die zwei Minuten Marke unterschritt. Ich war überglücklich über diese enorme Steigerung von beachtlichen 1,2 Sekunden auf das zweite freie Training und fühlte mich auf der zwischenzeitlich 11. Position pudelwohl. Den Rest des Zeitfahrens verfolgte ich dann per IPad im Auto und sah zu, wie ich von Minute zu Minute weiter durchgereicht wurde. Bis die Ampel auf rot sprang, war ich bereits bis auf Position 28 zurückgefallen. Happy mit der Zeit - aber etwas enttäuscht über den 28. Startrang - übergab ich die Lotte meinem Teamkollegen.
Das erste Mal…
Otto hatte in seinem Zeitfahren weniger Glück. Just als er auf seiner schnellen Runde war, verlor einer der Mercedes-Piloten reichlich Kühlerwasser und verteilte dies unbewusst aber sehr grosszügig auf der gesamten Rennstrecke. Sofort kam Otto ins Schleudern und musste infolgedessen die Runde abbrechen. Etwas frustriert kam er zurück an die Boxe, um einige Minuten später dann einen zweiten Angriff zu starten. So war dies zumindest geplant. Doch leider machte ihm Petrus, unser allseits beliebter Regengott einen Strich durch die Rechnung. Während Otto an der Boxe stand und auf seinen zweiten Einsatz wartete, begannen immer grössere Regentropfen vom Himmel zufallen, so dass an eine Rundenzeitverbesserung nicht zu denken war. Also blieb uns nichts anderes übrig, als das Zeitfahren abzubrechen, und uns mit dem letzten Startplatz zufrieden zu geben. Tja liebe Leute, es gibt für alles ein erstes Mal…  Doch wer uns kennt, weiss, dass wir den Kopf nicht so schnell in den Sand stecken. Bereits wenige Minuten nach den nicht zufriedenstellenden Zeitfahren waren wir bereits wieder optimistisch eingestellt und planten die Schadensbegrenzung für den kommenden Tag.
Platz da, jetzt komme ich!
Zu diesem Plan gehörte ein guter Start, den ich erfolgreich in die Tat umsetzen konnte. Mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht kämpfte ich Kurve für Kurve um Positionen, stand meine „Frau“ und positionierte mich auf dem 24. Zwischenrang. Dabei flogen wir immer wieder in harten aber fairen Fights zu zweit oder teilweise sogar zu dritt im Parallelflug um die Kurven und schenkten uns keinen Meter. Ich freute mich jedes Mal, wenn ich sah, dass meine direkten Konkurrenten nervös in den Rückspiegel schauten und dachte für mich: „Ja, keine Angst ich bin immer noch hier. Mach dich bereit, jetzt komme ich!“ *smile* Ich hatte definitiv meinen Spass an der Situation und war sehr stolz darauf, dass ich mich auch als Frau und Amateurin in diesem starken Feld behaupten konnte. Runde für Runde kämpfte ich mich im Anschluss nach vorne und übergab nach der Hälfte des Rennens auf Position 21 an Otto. Dieser hatte gleich in den ersten Runden ein kleines Tête-à-tête mit Christian Abt, dem ehemaligen DTM-Piloten, welches ihn einige Positionen zurück warf. Im Anschluss kämpfte er einige Runden gegen einen recht stürmischen Camaro, den er eine Runde vor Schluss noch ziehen lassen musste. Das Endresultat war ein 23. Schlussrang. Schadensbegrenzung Teil 1 würde ich sagen…
Schadensbegrenzung Teil 2
Für den Sonntag hatten wir uns viel vorgenommen. Eine Top 25 Platzierung musste auch vom letzten Startplatz aus machbar sein, schliesslich hatten wir so weit hinten nichts zu verlieren und konnten voll angreifen. Doch erst hiess es einmal Leute begrüssen, Lotte präsentieren und Fragen beantworten. Mein neuer Sponsor - Yokohama Schweiz – reiste mit einer 22-köpfigen Truppe an den Nürburgring an, um die GT Masters zu besuchen und einen unvergesslichen Tag auf der Rennstrecke zu verbringen. Auf dem Programm stand auch die Besichtigung der Fach Auto Tech Box, sowie die Präsentation des Porsche 911 GT3R. Gut gelaunt stand ich den Besuchern Rede und Antwort, half beim Einsteigen in die Lotte und vergass dabei komplett die Zeit. Kaum war ich so richtig in Fahrt gekommen und in erste interessante Gespräche verwickelt, war auch schon der Pit Walk. Dabei stürmten wieder Hunderte von Besuchern ans Boxentor, um sich von uns Fahrern Autogramme zu erhaschen. Ich genoss es sichtlich und freute mich ganz besonders über „die eine Besucherin“, die meinte, das Autogramm von der jungen Dame (also ich *grins*) wäre ihr am Wichtigsten von allen. Während ich mich immer noch über das nette Kompliment freute, widmete sich Otto den Startvorbereitungen. Danach ging alles ganz schnell. Otto erwischte einen guten Start, an dem er eine Position gut machen konnte. Während den nächsten Runden kämpfte er sich mit guten Rundenzeiten bis auf Position 27 nach vorne. Als ich die Lotte übernahm, hatten wir jedoch bereits 7 Sekunden Rückstand auf unsere Vorderleute. Dies erschwerte mir die geplante Aufholjagd deutlich. Dennoch konnte ich mit konstanten Rundenzeiten noch einige Positionen gut machen, so dass es zum Ende hin trotz der schwierigen Ausgangslage noch für den 23. Schlussrang reichte. Viel erfreulicher war jedoch der 5. Rang in der Amateurwertung. Dadurch kamen wir dem Drittplatzierten in der Meisterschaft wieder etwas näher und schafften uns ein kleines, aber unter Umständen sehr wichtiges Polster gegenüber dem Fünftplatzierten der Amateure.
Persönliches Fazit
Als reines Amateurteam wird es in diesem starken Feld immer schwieriger. Uns fehlen einfach die Runden und so verwundert der zeitliche Abstand auf die Spitzenleute wohl niemanden, wenn man bedenkt, dass die absoluten Vollprofis beinahe tagtäglich in ihren Rennboliden sitzen. Des Weiteren kommt dazu, dass wir aufgrund von Fahrern, die die Saison vorzeitig beendet haben immer mehr ans Ende der Rangliste rutschen, obwohl wir positionsmässig stetig in kleinen Schritten vorwärts marschieren (diejenigen, die die Saison bereits beendet haben, waren in der Regel direkte Konkurrenten oder solche, die wir hinter uns lassen konnten). Schlussendlich freue ich mich über sämtliche Fortschritte, die wir von Rennen zu Rennen machen können und bin stolz, wenn ich mich als Frau in dieser Serie behaupten und etablieren kann. Nun freue ich mich auf das Saisonfinale am Hockenheimring, bei dem wir eine Top-Zwanzig Positionierung anstreben.

13.09.2012
Marcel Steiner
Gurnigel

Mit viel Arbeit zum Titel
Das Heimrennen ist auch von der Anfahrt am Schönsten. Eine halbe Stunde Fahrt und schon waren wir im Fahrerlager. Unser Platz wurde ganz neu mit Verbundsteinen belegt und wir hatten einen richtig schönen, guten Fahrerlagerplatz. Als wir uns dann eingerichtet hatten und die Wagenabnahme auch schon erledigt war, musste ich mir mal ein wenig Zeit stehlen, um die Strecke noch besichtigen zu können.
Am Samstagmorgen hatten wir keine Eile, unser 1. Trainingslauf war erst gegen elf Uhr angesetzt und so waren die Temperaturen schon recht angenehm und ganz sicher alles trocken. Kurz vor meinem Start wurde das Training unterbrochen, weil Florian Lachat (Tatuus-Turbo) sich bei Posten 12 gedreht hatte und in die Leitplanken einschlug. Danach konnte ich aber starten. Alles ging ganz gut, nur der Grip auf der Strecke war noch nicht ganz optimal und im oberen Teil hatte ich dadurch ein paar Quersteher. In 1.44.77 stellte ich aber schon fast eine Fabelzeit auf und konnte die Konkurrenz deutlich distanzieren.
Der Osella fühlte sich eigentlich ganz gut an, ausser dass er in zwei Anbremspassagen auf der Strasse aufsetzte. Daher erhöhten wir leicht die Bodenfreiheit auf das 2. Training. Dies wirkte sich aber negativ auf das Fahrverhalten in den zwei schnellen Kurvenpassagen aus. Ich konnte mich trotzdem um über eine Sekunde auf 1.43.27 verbessern und erstmal eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 130 km/h realisieren. Die Gegner rückten auch etwas näher, Eric Berguerand (Lola-F3000, 1.45.39) war super aufgelegt, Joel Volluz (Raynard-F3000, 1.46.15) steigerte sich um über zwei Sekunden, Florian Lachat (1.49.37) bügelte seinen Lapsus aus und David Hauser (Dallara GP2, 1.52.37) lernte fleissig die Strecke kennen.
Weil sich die grössere Bodenfreiheit nicht bewährte, senkten wir den Osella wieder ab und spendierten ihm zudem andere Reifen. Das Auto fühlte sich viel besser an, irgendwie konnte ich das aber nicht optimal umsetzten und war in 1.43.30 leicht langsamer im Ziel. Volluz steigerte sich nochmals massiv und war in 1.43.73 nur knapp hinter mir. Berguerand und Lachat bestätigten ihre Zeiten und Hauser wurde in 1.51.48 etwas schneller.
Für Sonntagmorgen war nochmals ein Training angesetzt. Und wieder wurde der Trainingsbetrieb kurz vor mir unterbrochen, diesmal aber nur wegen verunreinigter Strecke. Mein Start war dann nicht so gut und auch in der Rechtskurve nach dem ersten Wald bei den Zuschauern erwischte ich nicht ganz die Ideallinie. Richtung Posten 6 ging es dann aber zügig. Weil ich am Samstag beim Linksknick über den Schachtdeckel keinerlei Probleme hatte, versuchte ich diese noch ein wenig schneller zu fahren. Dies war dann wohl zuviel des Guten, der Osella versetzte zur Kurvenaussenseite und schon touchierte ich die Leitplanken. Ich wollte meinen Lauf zu Ende fahren, aber das Lenkrad stand zu schief. Dieser Unfall war nicht gerade die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Rennen am Nachmittag. Nach der Rückkehr ins Fahrerlager analysierten wir möglichst schnell die Schäden am Auto und checkten die Ersatzteile. Mein ausgezeichnet arbeitendes Team und ich benötigten fast die ganzen 3½  Stunden bis zum 1. Rennlauf, um den Osella wieder renntüchtig zu bekommen. Vielen Dank an mein Team und die freiwilligen Helfer!
Nun war es an mir, den Kopf frei zu bekommen, um eine gute Leistung abzugeben! Dies war in der kurzen Zeit nicht so einfach und zudem konnte ich auch noch nicht abschätzen, wie sich das Auto nach der Reparatur genau anfühlt. Doch bereits nach wenigen Metern spürte ich, dass keine Unfallfolgen zurückblieben und ich die neuen Reifen voll nutzen konnte. Ausser bei Posten 6 machte ich etwas vorsichtiger. Im Ziel leuchtete dann, fast unglaublich, 1.41.39 auf der Anzeigetafel. Dies war ein sehr emotionaler Moment - vom tiefen Fall zum Streckenrekord. Mit dieser Rekordfahrt konnte ich Joel Volluz um 1.17, Eric Berguerand um 3.28 und David Hauser um fast 6 Sekunden distanzieren.
Es rechnete niemand damit - mein Auto stand bereit für den 2. Rennlauf mit Trocken-Setup und wir waren bereits Material am aufladen - als direkt vor dem Start unseres Feldes Regen einsetzte. Bei uns im Fahrerlager blieb es fast trocken, doch von der Strecke und dem Zielbereich wurde uns Regen gemeldet. Ich entschied mich erst für Intermediates. Doch als ich zum Vorstart fuhr, hörte ich im Lautsprecher die Durchsage von heftigem Regen im Zielbereich. Weil der Rennbetrieb wegen eines Unfalls unterbrochen war, fuhr ich nochmals zurück ins Fahrerlager, um auf Regenreifen umzurüsten. Dies war dann wohl die richtige Entscheidung. Die Strecke war vom Start weg nur leicht feucht, der zweite Wald nass und von Posten 14 bis ins Ziel richtig nass. In 1.57.11 konnte ich mir den fünften Tagessieg am Gurnigel in Folge und zugleich auch noch den Meistertitel in der Schweizer Bergmeisterschaft sichern. Der Regen wirbelte das Klassement noch durcheinander. Im Gesamtklassement rückte Toni Büeler (Mitsubishi Lancer) mit zwei trockenen Läufen auf Platz 2 vor, vor Joel Volluz, der im Regen eine Zeit von 2.11.17 erreichte.
Mit diesem Resultat konnte ich den kaputt geglaubten Tag doch noch retten, meinem Team für die harte Arbeit mit dem Streckerekord danken und den vielen Zuschauern und Fans eine gute Vorstellung abliefern.
Bereits am kommenden Wochenende, 15. - 16. September, sind wir wieder im Einsatz beim Bergrennen Chatel – St. Denis - Les Paccots und auch am Sonntag danach, 23. September, beim neu auferlebten Bergrennen Hemberg.
Bis bald…
Marcel

13.09.2012
Simon Trummer
GP 2

Rückblick auf GP2 Rennen im Autodromo Nazionale di Monza
Nun waren wir also wieder in Monza angekommen, der letzten Saisonstation auf europäischem Boden!
Freies Training und Qualifying
Am Freitag hatten wir das freie Training und das Quali. Die Strecke ist unglaublich schnell. Mit dem GP2-
Auto erreichten wir einen Topspeed bis zu 330 km/h! Im freien Training war ich „einigermassen dabei“.
Ich lag auf P16, wusste aber, dass im Quali noch mehr drin liegen würde.
Leider ist mir das Quali taktisch nicht aufgegangen. Der Speed hätte durchaus gestimmt, nur kam die
schnelle Runde nicht früh genug. Erst als das Quali unter gelber Fahne zu Ende ging, war ich auf einer
vielversprechenden Runde unterwegs. Schade, aber es ging anderen Fahrern noch gleich!
Rennen 1 + Rennen 2
Im Rennen 1 hatte ich am Anfang Probleme, mich an die Low-Downforce zu gewöhnen, speziell auf der
Bremse. Unsere Strategie war gut, aber leider verloren wir am Anfang zu viel Zeit. So klassierte ich mich auf Rang 16.
Im Rennen 2 lief es mir ähnlich. Ich erwischte keinen guten Start und kam nicht auf Touren, was mich so-
gleich nach hinten „spülte“. Schlussendlich landete ich auf Rang 17.
Es war für mich ein enttäuschendes Wochenende und ich werde hart arbeiten im Hinblick auf das Sasion-
finale in Singapur.
Ausblick
In Monza war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden, aber ich bereite mich sofort im Red Bull Simulator
auf Singapur vor. Die Rennen finden in zwei Wochen statt!
Bis dahin!
Simon Trummer

31.08.2012
Marcel Steiner
Bergrennen Oberhallau

Knappe Entscheidung
Der Steiner Motorsport-Teambus inklusive Osella und Material reist immer schon am Donnerstagabend nach Oberhallau. So kann ich jeweils noch am Freitag arbeiten und fahre dann abends nach. Als ich Freitagabend gegen neun Uhr im Fahrerlager von Oberhallau eintraf, war der Osella bereits perfekt für den Trainingstag durch mein Team vorbereitet. Bei strömendem Regen und Dunkelheit fuhr ich noch zwei Mal die Strecke ab, was aber nicht allzu hilfreich war.
Am Samstagmorgen vor Trainingsbeginn wiederholte ich die Besichtigung bei Tageslicht und noch feuchter Strasse. Bereits etwa das fünfte gestartete Fahrzeug verursachte eine einstündige Trainingsunterbrechung. Damit hatte die Strecke genug Zeit abzutrocknen, bis wir mit unserem 1. Traininglauf an der Reihe waren. Es war schon fast elf Uhr. Bereits in der ersten Mutpassage nach dem Start, die erste Rechtkurve, die mit ca. 200 km/h eingelenkt wird, merkte ich, dass ich gut drauf war und das Auto auch super funktionierte. Ich erreichte das Ziel in 1.10.89, was im letzten Jahr im ersten Rennlauf noch Bestzeit gewesen wäre. Auf Rang zwei folgte ein gut aufgelegter, aber bereits mit neuen Reifen gestartete Florian Lachat (Tatuus-Turbo, 1.12.45), gefolgt von Joel Volluz (Raynard-F3000, 1.12.93) und mit 1.18er-Zeiten Christian Balmer (Tatuus-Master) und Urs Müller (Osella PA30).
Einzige Änderung am Osella auf das 2. Training waren andere Reifen. Bei wärmeren Temperaturen konnte ich die Mutkurve bereits „voll“ fahren und mich so auf 1.10.45 verbessern. Joel steigerte sich auf 1.11.16, Florian wurde leicht langsamer mit 1.13.20, Christian und Urs konnten sich knapp unter 1.18 verbessern und Julien Ducommun (Martini-BMW) erreichte genau 1.18.
Mit leichten Optimierungen an der Fahrwerkeinstellung rückte ich zum 3. Probelauf aus. Meine Verbesserung fiel minimal aus in 1.10.39, auch Volluz (1.11.13) und Lachat (1.11.88) rückten zusammen, was einen sehr interessanten Rennsonntag versprach.
Über Nacht auf Sonntag regnete es wieder, bis Rennbeginn war die Strecke durch Sonne und Wind aber abgetrocknet und durch die nicht zu warmen Temperaturen herrschten den ganzen Tag über optimale Bedingungen. Zum 1. Rennlauf rückten fast alle der Tagessieganwärter mit neuen Reifen aus. In den schnellen Passagen lag meine Auto sehr gut, in den langsameren Kurven neigte es eher zum Untersteuern, daher konnte ich die „Tarzan-Kurve“ auch nicht ganz optimal umrunden. Dennoch realisierte ich eine Zeit von 1.08.65, was 0.9sec schneller war als mein Streckenrekord aus dem Vorjahr. Doch Joel Volluz war noch um einen Hauch von 4/100 sec schneller und somit vorläufiger neuer Streckenrekordhalter. An dritter Stelle folgte Florian Lachat (1.11.33) und dann Urs Müller und Christian Balmer mit 1.16er-Zeiten.
Auf den 2. Wertungslauf versuchten wir dem Untersteuern auf den Grund zu gehen und veränderten den Stabilisator an der Vorderachse. Mein Start gelang mir nicht ganz optimal, dies motivierte mich aber zusätzlich anzugreifen. Jedoch gut in Fahrt bekam ich im schnellen Linksknick im Wäldchen zur Anfahrt „Brotlaube“ die roten Flaggen gezeigt und musste meinen Lauf abbrechen. Volluz hatte beim „Reservoir“ die Leitplanke touchiert und hinten links war danach die Spurstange gebrochen, was ihn zum Anhalten zwang. Ich wurde an den Start zurückgeführt. Doch Laufwiederholungen sind immer sehr schwierig, denn Konzentration und Vorbereitung von Fahrer und Auto sind auf eine Fahrt ausgelegt… Nach ca. 10 Minuten Wartezeit war Joels Auto geborgen und ich konnte nochmals starten. Mein Start war zwar besser, aber im Verlauf der Fahrt merkte ich, dass die Reifen mehr gebraucht waren und nicht mehr ganz so gut hafteten. Dieser zweite Versuch war Massarbeit, denn in 1.08.60 unterbot ich die Rekordzeit von Volluz um genau 1/100 sec, Lachat verbesserte sich um 1 sec auf 1.10.32, Balmer, Müller und Ducommun fuhren alle 1.16-er- Zeiten. Die Analyse der Datenaufzeichnung ergab, dass mein erster Versuch bis zur roten Flagge doch um einiges besser war als der Zweite.
Das Team um Joel Volluz hatte sein Auto schnell repariert, aber ganz perfekt war das Fahrwerk auf  Platz nicht einzustellen und somit die Aufgabe für Joel nicht gerade einfach. Weil nur die zwei besten Zeiten in Wertung gehen, war um den Tagessieg aber noch nichts entschieden. Ich musste im 3. Rennlauf nochmals alles geben. Dies gelang mir mit einer kleinen Verbesserung und neuem Streckenrekord in 1.08.49. Joel sicherte sich in 1.09.56 den 2. Platz im Gesamtklassement, vor Florian Lachat (1.10.29), Urs Müller (1.15.42), Christian Balmer (1.16.74) und Julien Ducommun (1.20.25).
Mit diesem Resultat konnte ich wieder einen wichtigen Schritt Richtung Titelverteidigung in der Schweizer Bergmeisterschaft machen. Beim Heimrennen am Gurnigel, 08. - 09. August, hoffe ich, den Sack zumachen zu können.
Nach fünf Rennwochenenden am Stück freuen wir uns aber auf knappe zwei Wochen rennfrei und kommen mit Freude und top motiviert zum Rennen am Gurnigel!
Bis bald…
Marcel

31.08.2012
Yannick Mettler
ATS Formel 3 Cup

Trotz technischen Problemen zwei Top-5-Ergebnisse
Punktemässig war es zwar das zweitbeste Wochenende der bisherigen Saison, jedoch waren alle drei Rennen des ATS Formel-3-Cups am vergangen Wochenende von einer schwierigen Ausgangslage geprägt. Die Rennen 19-21 am Lausitzring erforderten deshalb starke Nerven und viel Kampfgeist.
Bereits im freien Training zeigte sich erneut, dass uns auf neuen Reifen jeweils der Anschluss an die Spitze fehlte. Mit meiner bevorzugten Feinabstimmung des Autos scheinen die im Qualifying entscheidenden neuen Reifen im Moment nicht richtig arbeiten zu wollen. Somit geht jedes Mal ein grosser Teil des Potenzials verloren. Mit gebrauchten Reifen hingegen war ich stets in den Top-3 anzutreffen, was mich zumindest für die Rennen positiv stimmte.
Nach langem Fachsimpeln, etwas Ratlosigkeit und einem verkorksten Qualifying mit Rotphase (Unterbruch) sprang nicht mehr als der achte und siebte Startplatz für Rennen 1 und 3 heraus. Ein solches Resultat war nach den Schwierigkeiten im Training zwar kein grosser Schock, jedoch war ich trotzdem enttäuscht, da ich nochmals alles aus dem Auto herausgeholt hatte und nach einer „gelungenen“ Runde auf eine bessere Ausgangslage für die Rennen gehofft hatte.
In den Rennen war dann natürlich die grosse Aufholjagt angesagt. Aber, passend zum Bild der bisherigen Saison, sollte auch dies nicht ganz reibungslos ablaufen: Aufgrund von Startproblemen in allen drei Rennläufen wurde ich erst mal nach hinten durchgereicht. Mich unter diesen Umständen nach vorne zu kämpfen, war doppelt harte Arbeit!
Bereits am Start in Rennen 1 stellte ich fest, dass etwas mit der Kupplung nicht in Ordnung war. Nachdem der Motor beim Losfahren fast ausging, fiel ich bis zur ersten Kurve auf die 15. Position zurück. Nach dreiviertel der ersten Runde musste ich auch noch übers Gras, um einem sich drehenden Fahrer vor mir auszuweichen. Dadurch verlor ich einige bereits wieder gutgemachte Plätze und musste nochmals von neuem angreifen. Es folgte ein spektakuläres Rennen, in dem ich mich Runde für Runde bis auf den siebten Rang verbesserte. Dass ich dabei noch die drittschnellste Rundenzeit im Rennen fuhr, zeigte, was wieder einmal möglich gewesen wäre…
Für das zweite Rennen startete ich also als zweiter (Umkehrung der ersten acht von Rennen 1). Nach dem Entlüften der Kupplung als Massnahme gegen den Vorfall am Start war die Aufgabe klar: Gewinnen! Anscheinend hatte das Entlüften aber nichts gebracht und das Problem tauchte am Start erneut auf. Wieder bis auf Platz acht nach hinten und Siegeschancen weg. Sich in solch einer Situation trotz des Frustes noch 100% zu konzentrieren, ist enorm schwierig. Aber mir blieb nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen, was in diesem Fall ein fünfter Rang und die zweitschnellste Rennrunde bedeuteten.
Schliesslich half auch das Auswechseln von einigen Kupplungsteilen nichts. Nach dem dritten Rennen, indem ich mich nach einem zweiten Déjà-Vu am Start erneut auf den fünften Rang nach vorne gekämpft hatte, suchte ich das Problem allmählich bei mir selbst. Doch die Telemetrie-Daten bestätigten, dass der Fehler nicht bei mir lag, was mich zumindest etwas erleichterte.
Somit geht die Suche nach der verursachenden Komponente weiter, damit bis zum nächsten Rennen am Nürburgring hoffentlich wieder alles beim Alten ist. Ich warte derweil immer noch auf ein Rennwochenende, an dem ich von nichts eingebremst werde und mein volles Potenzial demonstrieren kann.
Die insgesamt 14 Überholmanöver und die vielen Rad-an-Rad-Kämpfe wurden während dem Rennen von der Onboard-Kamera aufgezeichnet und können in einer kleinen Zusammenstellung hier angeschaut werden: https://www.vimeo.com/48374203

28.08.2012
Toni Seiler Racing
ADAC GT Master

Zweiter Saisonsieg für Toni Seiler
„Der Lausitzring hat uns bisher immer Glück gebracht“, freute sich Toni Seiler am Sonntag nach dem ADAC GT Masters-Rennen auf der Rennstrecke bei Dresden. In seiner Callaway Competition-Corvette Z06.R GT3 fuhr Seiler gemeinsam mit Teamkollege Frank Kechele beim sechsten ADAC GT Masters-Rennwochenende der Saison 2012 zu seinem zweiten Saisonsieg in der Amateurwertung.
Der insgesamt 19. Sieg von Toni Seiler in der Amateurwertung des ADAC GT Masters war das Ergebnis harter Arbeit. Am Trainingsfreitag holte Seiler und Kechele ein ähnliches Problem ein, wie beim Rennen zuvor auf dem Red Bull Ring. Ein Riemen am Motor war gerissen. Das Callaway-Team kam dem Problem auf die Spur. Dennoch, knapp bemessene Trainingszeit ging verloren.
Im ersten Rennen arbeitete sich Seiler nach dem Start gut nach vorn und übergab die gelbe Corvette auf Rang 23 liegend an Frank Kechele, bevor der die starke Aufholjagd nach Elektronikproblemen nicht fortsetzen konnte. „Ein Problem mit der Drosselklappe, teilweise nahm der Motor nur zu 60% Gas an“, berichtete Kechele. Die magere Ausbeute am Samstag war so nur ein siebter Rang bei den Amateuren und ein 21. Gesamtrang.
Problemlos verlief dann allerdings das Rennen am Sonntag. Kechele fuhr die Corvette zeitweise auf Rang fünf nach vorn. Nach dem Fahrerwechsel verlor Seiler einige Positionen, lag aber auf dem zweiten Rang in der Amateurwertung. Kurz vor dem Rennende übernahm Seiler dann die Spitze in der Amateurwertung, als der führende Porsche nach Bremsproblemen in den Kies rutschte und fuhr auf dem 13. Gesamtrang zum zweiten Saisonsieg in der Amateurwertung. Auf der Zielgeraden wurde es für Seiler allerdings nochmals eng, denn der zweitplatzierte Aston Martin kam dem Schweizer bedrohlich nah, Seiler überquerte die Ziellinie knappe 0,6 Sekunden vor dem Aston Martin. „Der Aston Martin hat in den letzten Runden mit grossen Schritten aufgeholt. Ich musste mich sehr anstrengen, um noch als Sieger über die Ziellinie zu fahren“, sagte Seiler nach dem Rennen.
„Das Callaway-Team hat an diesem Wochenende wieder perfekte Arbeit geleistet. Nach zwei Tagen, an denen uns die Technik etwas geärgert hat, hatten wir heute ein problemloses Rennen und wurden mit einem guten Resultat belohnt. Nur etwas Schade, dass wir am Freitag etwas Trainingszeit durch die Technik verloren haben, denn gerade als Amateurfahrer ist man in dieser harten Meisterschaft auf jede Sekunde im Auto angewiesen.“
In einer zweiten, von Toni Seiler Racing und Callaway Competition eingesetzten Corvette Z06.R GT3 fuhren der Schweizer Remo Lips und Frank Schmickler in beiden Rennen auf Rang 20. Lips wurde in beiden Läufen auf Rang fünf bei den Amateuren gewertet.
Der zweifache Amateurchampion Toni Seiler festigte mit dem zweiten Saisonsieg bei den Amateuren bei vier noch ausstehenden Rennen seinen dritten Rang im Amateur-Championat. Remo Lips liegt in der Amateurwertung auf Rang acht. Das vorletzte Rennwochenende der Saison 2012 findet vom 14. bis 16. September auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgring statt.

27.08.2012
Andrina Gugger
ADAC GT Master

Wechelbad der Gefühle
Nur zwei Wochen nach dem Red Bull Ring stand dieses Wochenende bereits das nächste Rennen der ADAC GT Masters vor der Tür. Dieses fand auf der wunderschönen Strecke in der Lausitz statt. Der ursprünglich für die Indy-Car konstruierte Rundkurs gefiel mir mit den integrierten Steilwandkurven schon immer, obwohl ich auf dem Eurospeedway vermehrt ein Wechselbad der Gefühle erleben musste. So auch dieses Wochenende…
Das erste offizielle Training vom Freitag präsentierte sich in üblicher GT Masters-Manier mit sehr wechselhaften Bedingungen. War die Strecke anfangs noch mit Pfützen übersäht, trocknete sie im Laufe der Trainingszeit beinahe komplett ab. Wir entschieden uns dafür, Otto den Grossteil der Trainingszeit fahren zu lassen, da er bei den Testtagen drei Wochen zuvor leider nicht vor Ort sein konnte. So kam es, dass ich nur während den letzten 12 Minuten noch kurz auf die Strecke düste.

Ab ins Beet!
Mittlerweile gab es überall trockene Stellen und die Regenreifen begannen von Kurve zu Kurve mehr zu überhitzen. Ich rutschte, schlitterte und kämpfte während drei Runden mit einer stark untersteuernden Lotte. Die Reifen begannen dabei richtig zu quitschen und die Situationen wurden immer brenzliger. Just als ich mich entschied, das Training abzubrechen, überschoss ich in einer der High-Speed-Kurven zu stark und rutschte dabei leicht von der Strecke - mitten ins Kiesbeet. Doch alles halb so schlimm ich kam – mit eigener Motorenkraft wieder aus dem Kies heraus und konnte die Lotte heile zurück in die Boxe bringen. Das Erfreuliche an diesem kurzen Ausritt war, dass ich zu diesem Zeitpunkt mit meinen gefahrenen Rundenzeiten den 8. Zwischenrang belegt hatte. Die Startnummer 16 in den Top Ten – ein schöner Anblick, der aber leider nicht allzu lange anhielt. In den letzten beiden Runden trocknete die Strecke vollends ab und diejenigen, die bereits auf Trockenbereifung unterwegs waren, beförderten mich sanft auf meine altbekannte 24. Position – immerhin! Auch das zweite Training stand im Zeichen der Wetterspielchen. Da unsere Regenreifen mittlerweile aber recht heruntergekämpft aussahen, warteten wir in der Boxengasse, bis die Strecke mit Slicks befahrbar war. Danach absolvierte erneut Otto einige Runden und übergab kurz vor Schluss die Lotte an mich. Auch in diesem Training reichte es (nur) zu Platz 24. (Vielleicht ist euch auch schon aufgefallen, dass ich meine Ziele nach den letzten Rennen etwas höher gesteckt habe. *smile* )

Das Leben ist kein Wunschkonzert
Zusammen mit unserem Renningenieur setzten wir uns nach den beiden Trainings in Ruhe hin, um die Daten zu analysieren. Dabei konzentrierten wir uns vor allem auf drei spezifische Stellen, an denen ich viel Zeit verlor. Würde ich diese Kurven in den Griff kriegen, ginge es in der Rangliste einen mächtigen Schritt nach vorne. Also nahm ich mir für das Zeitfahren am späteren Nachmittag fest vor, das Besprochene umzusetzen. Und dies tat ich dann auch. Jedoch mangelte es am korrekten Timing. Immer wenn ich die eine Kurve super hingekriegt hatte, kam es an einem anderen Ort der Runde zu einem Fehler oder umgekehrt. So war die effektiv gefahrene Rundenzeit weit von jener entfernt, die ich eigentlich fähig gewesen wäre zu fahren. Ich ärgerte mich sehr über das misslungene Zeitfahren. Es wäre so viel mehr als Startplatz 24 möglich gewesen! Aber wie es nun einmal so ist - das Leben ist kein Wunschkonzert.

Schade war’s!
Also startete ich am Samstagmittag von Position 24 ins Rennen. Dies war kein einfaches Unterfangen, denn das Feld schien sich selbst nach 5 Kurven noch nicht wirklich sortiert zu haben. Zu zweit, teilweise auch zu dritt schlängelten sich knapp 40 Fahrzeuge im Parallelflug um die Kurven und kämpften um Positionen. Dabei gerieten im vorderen Feld einige Jungs aneinander. Infolgedessen wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt – öfter Mal was Neues! So verbrachte ich die meiste Zeit meines Stints hinter dem Führungsfahrzeug und versuchte mit Hilfe einer wellenförmigen Ideallinie die Reifen warm zu halten. Nach dem Re- Start konnte ich mich noch einige Ränge nach vorne arbeiten, und übergab meinem Teamkollegen die Lotte auf dem 22. Zwischenrang. Dies wäre eine sehr aussichtsreiche Ausgangslage gewesen und hätte uns aufgrund späterer Ausfälle im Rennen in die Top 20 nach vorne gespült. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bereits in meinem Stint war die Lotte etwas bockig (Sie ist halt weiblich *grins*) und sehr schwierig zu fahren. Immer wieder musste ich gegen ein sich eindrehendes Heck ankämpfen und konnte dabei oft einen Dreher nur haarscharf verhindern. Während Ottos Turn wurden diese schlechten Manieren aufgrund abbauender Reifen immer stärker und so kam es, dass Otto kurz die Kontrolle über die Lotte verlor und sich wegdrehte. Glücklicherweise blieb er dabei auf der Strecke, so dass er im Anschluss gleich weiter fahren konnte. Trotzdem huschten in der Zwischenzeit einige Mitkonkurrenten an ihm vorbei. Dieses kleine Missgeschick warf uns in der Amateurwertung von Platz 4 auf den 8. Rang zurück. In der Gesamtwertung reichte es immerhin noch auf den altbekannten 24. Schlussrang. Schade war’s! Nun galt es nach vorne zu schauen, um am Sonntag alles besser zu machen.

Hart gekämpft – gut gehalten!
Fürs Sonntagrennen hatte Otto im zweiten Zeitfahren einen 30. Startplatz herausgefahren. Diesen verteidigte er am Start bravourös und nistete sich sogar einige Positionen weiter vorne ein. Dabei wurde er immer wieder in harte Zweikämpfe verwickelt und vom Hintermann unsanft angeschoben. Mit dem Malheur vom Vortag im Hinterkopf kämpfte er wie ein Stier, um den Porsche stets in Fahrtrichtung zu halten und meisterte diese Aufgabe optimal. Nach knapp 30 Minuten übergab er mir die mit leichten Kampfspuren versehene Lotte auf dem 26. Zwischenrang. Nun war ich an der Reihe. Wie eine Wilde stürmte ich los und konnte mit konstant schnellen Rundenzeiten die Löcher zu meinen Vorderleuten stetig verkürzen. In harten aber fairen Zweikämpfen konnte ich so Position um Position gutmachen. Dabei fühlte ich mich in der Rolle der Angreifenden sichtlich wohl. Erst wenige Runden vor Schluss wurde ich meinerseits von einem Mitbewerber unter Druck gesetzt. Wie eine lästige Fliege klebte dieser an meinem Heck fest und lies sich einfach nicht abwimmeln. Am Kurveneingang pirschte er sich richtig an mich heran, verlor dann aber wieder etwas am Ausgang. Mit der Zeit begann ich mir eine Strategie zu recht zu legen. Ich fing in den letzten zwei Runden an spät zu bremsen, am Scheitelpunkt übertrieben stark zu verzögern, um dann mit voller Kraft aus der Kurve herausbeschleunigen zu können. Durch dieses taktische Element konnte ich immer etwas früher beschleunigen als er und verschaffte mir dadurch den notwendigen Abstand, so dass er beim Anbremsen nicht angreifen konnte. Es war wie ein Spiel, welches ich überglücklich für mich entscheiden konnte *smile*. So fuhr ich mit einem grossen Grinsen auf Position 22 (ausnahmsweise nicht 24) ins Ziel und genoss dabei die lobenden Worte meines Renningenieurs.
Ein Fazit über das gesamte Wochenende zu ziehen ist an dieser Stelle relativ schwierig. Als Fahrer hadert man immer etwas damit, Leistungen und Resultate voneinander getrennt zu beurteilen. Besonders wenn das Rennen erst wenige Stunden zurück liegt. Deshalb verzichte ich auf ein vollumfängliches Fazit und verabschiede mich stattdessen mit einem kleinen Motto: „Motorsport – My Love, my life, my passion“.
Eure Andrina

23.08.2012
Marcel Steiner
CH Bergrennen

Vom Europameister den Meister gezeigt
Nur auf dem Weg ins Fahrerlager am Donnerstagabend haben wir das Rennen gegen Simone Faggioli gewonnen. Direkt vor seinem Sattelzug fuhren wir um halb zehn Uhr ins Städtchen St, Ursanne ein. Als wir an unserem angestammten Fahrerlagerplatz eintrafen, erlebten wir schon mal die erste Überraschung. Dieser Platz war für das Faggioli-Team reserviert. Uns wurde dann der Platz direkt daneben zugewiesen.
Am Freitagvormittag stellten wir, wie vom Veranstalter bewilligt, unsere Zelte auf und richteten unseren Platz ein. Am Nachmittag verlief mit Streckenbesichtigung und Wagenabnahme alles nach Plan. Bis dann um fünf Uhr nachmittags der Feuerwehrkommandant kam und erst 3m Durchfahrt wollte und danach 3.5m, was wir immer erfüllten. Dennoch stand mein Zelt zu weit in der Strasse und wir mussten alles nochmals umplatzieren.
Als ich samstags früh den Bus verliess, war es noch angenehm kühl und ich konnte beim Joggen im Wald ein wenig den Kopf durchlüften lassen. Als unser 1. Trainingslauf gegen halb Elf bevorstand, war es mittlerweile doch schon recht warm. Bereits in der ersten Kurvenpassage bei der Garage merkte ich, dass der Osella ein gutes Set-Up hatte und auch oben in der schnellen Waldpassage lief es schon ganz gut. Im Ziel war ich dann nur etwas mehr als eine Sekunde langsamer als letztes Jahr im schnellsten Rennlauf und konnte  in 1.49.29 überraschend die Bestzeit realisieren vor Simone Faggioli (I-Osella FA30, 1.49.39), Joel Volluz (CH-Raynard-F3000, 1.53.32), David Hauser (L-Dallara GP2, 1.53.98) und Fausto Bormolini (I-Raynard-F3000,1.58.08).
Auf den 2. Probelauf mussten wir am Osella eine geplatzte Antriebswellenmanschette reparieren und kleine Fahrwerksoptimierungen vornehmen. Weil die Temperaturen von Luft und Asphalt nun dermassen angestiegen waren und die Strecke durch einige Unfälle verschmutzt war, wurden wir vor dem Start zur Vorsicht aufgefordert. Zudem wurden wir während der Fahrt des Öfteren mir gelb/rot- gestreiften Fahnen an die rutschige Fahrbahn ermahnt. Ich hatte aber eigentlich nicht das Gefühl, dass die Strasse besonders rutschig war, machte durch die Fahnen aber doch vorsichtig und war in 1.50.18 langsamer als zuvor. Faggioli (1.50.93), Hauser (1.54.70), Bormolini (1.59.90) und Volluz (2.01.75) nahmen die Warnungen zum Teil noch etwas ernster.
Kurz vor sechs abends entschärfte sich die Hitzesituation ein wenig und wir konnten nochmals angasen. Ich musste dann feststellen, dass Simone vorher wohl ein wenig mit uns gespielt hatte, denn er knabberte in 1.45.87 schon ein  wenig an seinem Streckenrekord. Ich folgte mit Respektabstand in 1.48.86, 0.5sec vor Joel und 3sec vor David.
Zu den normalen Wartungsarbeiten mussten wir nochmals zwei geplatzte Antriebswellenmanschetten reparieren. Die Hitze und die hohen Geschwindigkeiten forderten das Material.
Sonntagfrüh bei noch einigermassen vernünftigen Temperaturen rückten alle Spitzenfahrer mit neuen Reifen aus, da wohl die besten Verhältnisse des Tages herrschten. Mein Auto fühlte sich super an, ich konnte überall ein gutes Tempo gehen und trotzdem wäre hie und da noch etwas mehr drin gelegen. Im Ziel stand für mich 1.45.87 auf der Anzeigetafel, genau wie bei Faggioli im Training, somit konnte ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Gleich hinter mir folgte aber der Hammer, denn Simone Faggioli legte nochmals zu und fuhr 1.43.42 und verbesserte seinen Streckenrekord um beinahe 2 Sekunden. Joel Volluz steigerte sich ebenfalls auf ausgezeichnete 1.46.30, David Hauser auf 1.49.25 und Fausto Bormolini auf 1.51.23.
Der 2. Wertungslauf zog sich recht lange hin. Erst Mitte Nachmittag waren wir wieder an der Reihe und temperaturmässig eher über dem Samstagsniveau. Ich entschied mich für eine leicht härtere Reifenmischung, die wir kurz an der Sonne vorwärmten. Der Start war super und auch die ersten Kurvenpassagen, doch in den ultraschnellen Waldkurven war die Balance nicht mehr ganz optimal. In 1.46.54 konnte ich nicht ganz an meine vorige Zeit anknüpfen und musst mich in diesem Lauf hinter Faggioli (1.45.00) und Volluz (1.46.42) einreihen und in der Addition wurde das mit Joel nun eng.
Weil die Sonne gegen sieben Uhr vor unserem 3. Rennlauf nun etwas schwächer wurde, waren nochmals Topzeiten zu erwarten. Kurz vor meinem Start wurde das Rennen aber ein weiteres Mal unterbrochen und Joel Volluz blieb mit technischem Defekt liegen. Nun war ich etwas im Zwiespalt, denn so war mein zweiter Platz gesichert und auf den Sieg hatte ich keine Perspektive. Dennoch wollte ich eine gute Laufzeit abliefern, ohne allzu grosse Risiken einzugehen. Leider ging dann schon der Start etwas in die Hose und auch im Gripon liess ich ein wenig Zeit liegen. In 1.46.40 konnte ich aber meinen zweiten Gesamtrang hinter Simone Faggioli (1.43.89) halten und wichtige Punkte für die Schweizer Bergmeisterschaft sichern. Auf Grund von nur zwei gewerteten Läufen behielt Joel Volluz seinen dritten Rang, David Hauser belegte bei seinem ersten Auftritt in Les Rangiers den ausgezeichneten vierten Rang vor Fausto Bormolini. Mit diesen Resultaten konnten wir Schweizer uns im Feld der Europameisterschaft wieder super in Szene setzen.
Zeit zum Verschnaufen bleibt mir und meinem Team momentan keine, denn am kommenden Wochenende, 25. - 26. August, findet bereits das Bergrennen in Oberhallau statt, dies bevor wir dann am 08. - 09. September bereits beim Heimrennen am Gurnigel starten.
Bis bald…
Marcel

14.08.2012
Marcel SteinerCH Bergrennen

Zwei Siege und ein Streckenrekord in 24 Stunden
Beim Rennen in Massongex ist immer alles ein wenig anders. Kurz nach Freitagmittag erreichten wir unseren neuen Fahrerlagerplatz und mussten ziemlich Gas geben, um unser Zelt aufzubauen und uns einzurichten. Denn danach ging es gleich zur Streckenbesichtigung und Wagenabnahme.

Auch für Samstag stand uns ein strenger Tag bevor, denn es waren bereits drei Trainingsläufe und drei Rennläufe zu absolvieren, jedoch ohne Meisterschaftsprädikat. Daher mussten wir auch schon um 9 Uhr zum 1. Trainingslauf antreten. Die Strecke bot besseren Grip als ich es erwartet hatte und ich konnte den Osella schon recht zügig um die engen Kehren prügeln. In der letzten Spitzkehre wurden dann die gelben Flaggen geschwenkt, weil Eric Berguerand (Lola-F3000) am Kurvenausgang mit Getriebeschaden gestrandet war. Dies beeinträchtigte mich aber kaum und ich konnte in 1.52.39 eine überlegene Bestzeit realisieren, einzig Joel Volluz (Raynard-F3000) schaffte es noch knapp unter 2min.

Mit einigen Fahrwerkänderungen startete ich in den 2. Probelauf. Im unteren Teil lief es mir ziemlich gut, doch nach der zweitletzten Spitzkehre bekam ich wieder gelbe Flaggen, weil Julien Ducommun (Martini/BMW) mit einer abgerissenen Antriebswelle keinen Vortrieb mehr fand. Dies behinderte mich diesmal recht stark und dennoch konnte ich meine vorherige Zeit fast egalisieren (1.52.74). Volluz machte noch vorsichtiger in 2.00.57, Berguerand reiste nach Hause zur Reparatur und Florian Revaz (Formula Master) liess in 1.55.17 sein Talent aufblitzen.

Irgendwie fand ich mit meinen alten Trainingsreifen auf der winkligen und engen Strecke nicht mehr die nötige Traktion. So konnte ich mich im 3. Training auch lediglich auf 1.50.09 steigern. Joel fuhr bereits seine zweitbeste Laufzeit vom ganzen Wochenende in 1.48.17 und Florian kam im 2l-Auto auf 1.53.70.

Für den 1. Rennlauf montierten wir ein wenig bessere Reifen. Dies zahlte sich auch gleich in 1.47.17 aus. Bei Joel Volluz schienen die Uhren an diesem Wochenende irgendwie rückwärts zu laufen. Nach einer super Trainingszeit realisierte er nach einem Fahrfehler nur 1.49.88. Um den samstäglichen Tagessieg blieben leider nur noch wir Zwei übrig.

Im 2. Rennlauf konnte ich in 1.48.03 gegenüber Volluz (1.48.75) ausbauen.

Weil im 3. Rennlauf keine absoluten Topzeiten zu erwarten waren, rüsteten wir den Osella wieder mit den ganz alten Reifen aus. Im Ziel kam dann die grosse Überraschung, Joel und ich fuhren in 1.48.94 die genau gleiche Zeit. Somit konnte ich einen äusserst anstrengenden Tag wenigstens mit einem Sieg abschliessen.

Am Sonntag stand dann nochmals dasselbe Programm an, nur dass es jetzt um Punkte zur Schweizer Bergmeisterschaft ging. Am Morgen bei noch kühlen Temperaturen fanden wir im 1. Trainingslauf gute Verhältnisse vor und ich konnte gleich mit 1.48.30 beginnen. Joel Volluz konnte wegen technischen Problemen nicht starten, jedoch zeigte Eric Berguerand nach seiner Reparatur mit 1.49.33 auf, dass er nach seinem schweren Unfall vor wenigen Jahren auf dem Weg zurück an die Spitze ist.

Mit abermals leichten Fahrwerksoptimierungen konnte ich mich im 2. Training nochmals steigern und eine 1.47.04 vorlegen, Volluz (1.48.45) folgte mir knapp vor Berguerand (1.48.56) und Florian Revaz (1.51.58).

Weil der Zeitplan schon arg in Mittleidenschaft gezogen war, wurde der 3. Probelauf gestrichen.

Gleich nach der Mittagspause stand für unser Feld der 1. Rennlauf an. Wir zogen wohl ein wenig zu optimistisch zum Vorstart vor, denn wegen mehreren Unterbrechungen sassen wir lange in der Hitze in unseren Autos. Nach solchen Wartezeiten ist es meist sehr schwierig, die nötige Konzentration und Anspannung wieder zu finden. Mit den neuen Reifen ausgerüstet, fühlte sich der Osella fast wie ein anderes Auto an und ich konnte unheimlich attackieren. Ich war im unteren Teil noch zu wenig an die Reifen gewöhnt und agierte zum Teil fast zu langsam. Im Ziel wurde ich von einer fast unglaublichen 1.44.49 überrascht. Mit dieser Laufzeit konnte ich meinen eigenen Streckenrekord aus dem letzten Jahr um 1.74 sec unterbieten. Als gesamt Zweiter folgte nicht etwa Joel Volluz, sondern Florian Revaz in 1.49.72 und dahinter dann Florian Lachat (Tatuus Turbo, 1.53.01). Volluz hatte Pech mit seinem Getriebe, das beim Anbremsen der ersten Spitzkehre in Neutralstellung schaltete, worauf er anhalten musste, um alles neu zu sortieren und danach seinen Lauf in 1.54.37 beendete.

Nach einem Unfall von Joel Rappaz in einem Tourenwagen mussten wir sehr lange auf unseren 2. Wertungslauf warten und der 3. Lauf wurde somit schon im Vorfeld gestrichen. Als wir dann endlich an der Reihe waren, fand ich nicht mehr den optimalen Grip und das Auto rutschte viel mehr. Dennoch konnte ich fast meinen Rekord aus dem Vorjahr egalisieren in 1.46.59 und fuhr einen ungefährdeten Gesamtsieg heraus. Revaz kam bloss noch auf 1.51.29, sicherte sich aber so den zweiten Platz im Gesamtklassement und Joel Volluz schob sich in 1.48.09 noch auf den dritten Rang vor.

Mit diesem Topresultat konnte ich auch die Führung in der Schweizer Bergmeisterschaft ausbauen. Ein sehr spannendes Rennen steht uns am kommenden Wochenende, 18.-19. August, beim Berg-Europameisterschaftslauf in St. Ursanne - Les Rangiers bevor. In der Startliste stehen vier Osella FA30, 8 Formel 3000, ein GP2 und die besten Fahrer aus Europa.

Bis bald…

Marcel

14.08.2012
Yannick Mettler
ATS Formel 3 Cup

Podestplatzierung sorgt für Erleichterung
Nach zwei ernüchternden Wochenenden in Spa und Assen (ausgerechnet auf meinen Lieblings-Strecken!) ging es vergangenes Wochenende wieder aufwärts. Die sechste Veranstaltung des ATS Formel-3-Cups fand auf dem Red Bull Ring in Österreich statt, wo ich eine weitere Podestplatzierung erzielen konnte. Auf dem Weg zurück zum Erfolg wurden mir jedoch einige Steine in den Weg gelegt…
Sowohl im niederländischen Assen (3.-5. August) wie auch am Red Bull Ring ging es jeweils unter erschwerten Bedingungen los. Im freien Training war ich zusammen mit dem Team damit beschäftigt, rätselhafte Probleme zu beheben und eine einigermassen gute Grundabstimmung für das Auto zu finden. So war die Ausgangslage in beiden Fällen nicht optimal und das Qualifying fiel – als logische Folge – entsprechend enttäuschend aus.
Einzig in Assen startete ich im ersten Rennlauf von Platz fünf aus, sonst jeweils von der achten oder gar neunten Position. Dies entsprach nicht unserem Potenzial. Entsprechend zeigte ich in den Rennen jeweils, was in mir steckt: In fünf der sechs vergangenen Rennen fuhr ich jeweils innerhalb der ersten Runden (!) auf den vierten oder sogar dritten Rang nach vorne. Die guten Leistungen sollten jedoch lange nicht belohnt werden: Wenn ich anschliessend nicht von einem Mitkonkurrenten von der Strecke geräumt wurde, bekam ich meistens eine umstrittene bzw. nicht gerechtfertigte Zeitstrafe nach dem Rennen, die mich in der Schlusswertung wieder auf die Ausgangsposition oder noch weiter zurückwarf. Dass ich dadurch mindestens drei mögliche Top-3-Platzierungen verloren habe, hat mich besonders mitgenommen.
Wieso es mit den „Fehlentscheidungen“ der Rennleiter mehrmals ausgerechnet mich traf, ist nach wie vor unklar. Es ist zwar wie im Fussball, dass die Richter eine überstürzte Fehlentscheidung nicht zurücknehmen müssen, jedoch handelt es sich hier um besonders offensichtliche Fälle, die sogar für Aussenstehende nicht nachvollziehbar sind. Fakt ist, dass ich jedes Mal nach einem Zweikampf mit einem bestimmten Fahrer eine Strafe gekriegt habe, obwohl ich mich nach Reglement stets korrekt verhalten habe. Das riecht für mich eindeutig nach Politik, was gewisse Gerüchte aus dem Fahrerlager bestätigen würde. Jedenfalls waren diese Umstände sehr frustrierend und es fiel mir schwer, dies hinzunehmen.
Nach einer weiteren Durchfahrtsstrafe beim ersten Rennen am Red Bull Ring (Grund: Auto bei der Startaufstellung nicht ganz in der Mitte der weissen Markierung geparkt…) war ich am Tiefpunkt angelangt. Langsam machte sich Wut breit, aber ich versuchte mich trotz allem auf das nächste Rennen zu konzentrieren und vom neunten Startplatz das Maximum herauszuholen. Und endlich klappte es dann auch! Nach einem tollen und einwandfreien Rennen holte ich mein drittes Podium in diesem Jahr. Was für ein Befreiungsschlag nach all dem, was in den letzten Wochen vorgefallen ist! Es fühlte sich wie ein Sieg an.
Das dritte Rennen am Sonntag lief ebenfalls reibungsfrei. Erneut vom achten Startplatz aus, beendete ich das Rennen nach einem langen Kampf um Platz fünf auf dem sechsten Rang. Zwar ergab sich in der Anfangsphase keine Möglichkeit, Plätze gut zu machen, jedoch habe ich danach ein starkes Rennen gezeigt, in dem ich meine beiden Teamkollegen überholte und mir mit dem Meisterschafts-Zweiten einen tollen Zweikampf lieferte. Nun freue ich mich auf den nächsten Rennevent in zwei Wochen, der auf dem berühmten Eurospeedway in der Lausitz stattfinden wird.

16.07.2012
Andrina Gugger
ADAC GT Master

Wasserschlacht in der Eifel
In weiser Vorahnung packte ich am Mittwoch neben kurzen Hosen auch meine Wintermütze in meine Gepäcktasche ein. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich recht optimistisch gepackt hatte, denn die Sommerkleider kamen an diesem Wochenende definitiv nie zum Einsatz. Doch erst der Reihe nach. Als wir am Donnerstag auf die Strecke kamen, herrschte ein riesiges Chaos. Überall standen LKW’s kreuz und quer, Bühnen wurden aufgebaut, Menschenmengen irrten bereits durch die Gassen und keiner wusste so recht, wo was zu finden ist. Insgesamt erinnerte mich das Ganze ein bisschen an „Das grosse Krabbeln“. Mit der Zeit begann sich die Situation zu beruhigen, und man konnte erste Strukturen im Fahrerlager erkennen. Nachdem wir endlich einmal unser eigenes Team gefunden hatten - wir standen aufgrund des Truck Racing nicht in der Boxe, sondern zuhinterst im Fahrerlager – staunten wir nicht schlecht. Vor uns stand ein fast neuer, komplett ausgerüsteter Renntransporter, den unser Teamchef Alex Fach nach dem LKW-Unfall vom Sachsenring organisiert hatte. Nach einer ersten Führung quer durch den Auflieger zogen wir uns ins Hotel zurück. Ich hatte von der vorangegangenen Woche einiges an Schlaf nachzuholen und wollte fit sein fürs Rennen.
Am Freitagmorgen stand das erste freie Training an. Ich war ziemlich nervös, denn es regnete in Strömen. Für mich würde dies also das erste Mal Porsche fahren im Regen bedeuten. Ehrfürchtig fuhr ich in die erste Kurve. Hm… Hielt eigentlich erstaunlich gut. Ganz zu meinem Erstaunen fühlte ich mich verhältnismässig wohl und konnte meine
Rundenzeiten kontinuierlich steigern. Vor allem auf der Bremse nützte ich, untypisch für mich, das ABS mit vollem Vertrauen und guten Gefühl. Im zweiten Training hatte ich dann schon mehr Mühe. Wir hatten ein Problem mit der Bremskraftverteilung. Infolgedessen drehte sich immer beim Anbremsen das Heck ein und ich hatte alle Hände voll zu tun, um das Auto auf der Strecke zu halten. Innerhalb weniger Runden verlor ich komplett das im ersten Training aufgebaute Vertrauen in die Bremse. Für das Zeitfahren nahm ich mir fest vor diese Unsicherheit in der hintersten, dunkelsten Ecke meines Ichs unter Quarantäne zu setzen, um am Gefühl aus dem ersten Training andocken zu können.

Doch es entwickelte sich alles etwas anders, denn es trocknete tatsächlich für kurze Zeit ab. War mir das jetzt wirklich lieber als Regen? Ich wusste es nicht. Normalerweise wäre meine Antwort wie aus der Pistole geschossen gekommen, doch nun sass ich im Auto und musste im Trockenen eine schnelle Rundenzeit hinknallen, obwohl ich sie mit dem Porsche überhaupt noch nie unter diesen Bedingungen gefahren bin. Erschwerend dazu kam, dass es immer wieder leicht hineinregnete und man nicht so recht wusste, ob es gleich wieder anfangen würde komplett zu regnen. Für mich bedeutet dies, dass ich bei definitiv suboptimalen Bedingungen in kürzester Zeit (7 Runden) eine schnelle Rundenzeit auf den Asphalt pflastern musste. Dabei steigerte ich mich jede Runde um mehrere Zehntel und positionierte die Lotte für das erste Rennen auf Startplatz 31. Im zweiten Zeitfahren fuhr Otto auf die 36. Startposition von immerhin 41 Startern.
Am Samstagmorgen reiste eine Gruppe von Motorsportlustigen aus der Schweiz an. Sie nützten die Chance einer organisierten Andrina-Gugger-Fan-Club-Reise an den Nürburgring. Ich freute mich sehr über die Anwesenheit jedes einzelnen und fühlte mich beinahe wie bei einem Heim-Grand-Prix. Nach einer kurzen Fahrzeugpräsentation zog ich mich zurück und bereitet mich auf das Rennen vor. Wie schon die Tage zuvor schüttete es wie aus Eimern. Es lag so viel Wasser auf der Strecke, dass sich die Rennleitung dafür entschied hinter dem Safety-Car zu starten, um die Situation in der Startkurve etwas zu entschärfen. Also fuhren wir erst zwei Runden in einer Einer-Kolonne um die Strecke. Ich versuchte meine
Reifen irgendwie warm zu kriegen. Als das Führungsfahrzeug in die Boxengasse einbog hiess es: auf die Plätze fertig los! Mit Vollgas beschleunigte ich aus der Zielkurve heraus und… stand vor einer weissen Mauer! Die Gischt der voranfahrenden Autos war so enorm, dass ich nicht einmal mehr die Boxengasse auf der rechten Seite erkennen konnte. Verunsichert nahm ich den Fuss etwas vom Gas und überlegte mir, dass diejenigen, die in einer solchen Situation noch volle Kanne in diese weisse Wand hineinrasen ohne zu wissen, was in der ersten Kurve alles im Weg stehen wird, echt eine Schraube locker haben müssen. Mit Hilfe vereinzelter Anhaltspunkte fand schlussendlich auch ich den Weg und konnte so meinen Vorderleuten nachjagen. Dabei geriet ich aber immer wieder in die Situation, dass die Sicht so eingeschränkt war, dass ich den Fuss vom Gas nehmen musste. Erst nach einigen Runden verbesserte sich die Situation und ich konnte endlich anfangen, mich aufs Fahren zu konzentrieren. Mit der Zeit wurde ich zunehmend schneller und konnte an 30. Stelle an meinen Teamkollegen übergeben. Zu diesem Zeitpunkt war die Strecke noch nass, begann aber gegen Ende des Rennens vermehrt abzutrocknen. Einige Teams wechselten auf Slicks, während Otto das Rennen auf Regenreifen zu Ende fuhr. Dies war rückblickend wahrscheinlich die richtige Entscheidung für uns. Position 27 war das
Endergebnis. Ein Blick auf den Regenradar für den nächsten Tag liess erfreuliches erahnen. Entspannt ging ich deshalb mit meinen Fanclub-Mitgliedern Essen. Als ich am Abend ins Bett ging, träumte ich von einem im See versenkten Auto. Wäre es wohl möglich, dass ich in der Nacht die Eindrücke des Tages verarbeitet habe?!
Am Sonntagmorgen war es trocken, die Sonne schien etwas durchzudrücken und ich war gut gelaunt, als es plötzlich anfing dunkler zu werden. Innerhalb kürzester Zeit entleerte sich eine tief dunkle Wolke über dem Nürburgring. So ging es dann denn ganzen Tag. Selbst als wir in der Startaufstellung standen, konnte sich das Wetter nicht richtig entscheiden. In der Grid-Runde (Runde von der Boxe in die Startaufstellung) war es anfangs noch trocken - und Otto fuhr mit Slicks los -, als es plötzlich anfing wie aus Eimern zu schütten. Hinter der Regenwolke zeigte sich aber bereits wieder blauer Himmel. Was nun? Einige Zeit standen die Teams unschlüssig herum, entschieden sich dann aber in letzter Sekunde für Regenreifen. Glücklicherweise waren auch wir mit von der Partie. Vereinzelt gab es aber tatsächlich Autos, die mit Slick-Bereifung losfuhren – ein hoffnungsloses Unternehmen wie sich später herausstellte. Otto erwischte einen sehr guten Start und kam nach der ersten Runde an Position 33 über die Startlinie. Während es langsam abtrocknete freute ich mich  immer mehr auf meinen Stint. Die Trockenreifen lagen bereit, um beim Fahrerwechsel montiert zu werden, und ich machte mich daran, meinen Helm anzuziehen. Dieser wirkt scheinbar wie eine Antenne mit direkt Anschluss zu meinem Lieblingsfreund Petrus, denn kaum hatte ich ihn auf, begann es wieder Bindfäden zu Regnen. Mir scheint, Petrus und ich müssen noch etwas an unserer Kommunikation arbeiten! Mir blieb also nichts anderes übrig, als einmal mehr an diesem Wochenende auf nasser Strecke loszufahren. Glücklicherweise verlief es diesmal etwas besser. Ich fühlte mich bereits nach wenigen Runden wohl im Auto und konnte einen guten Speed gehen. Mit der Zeit trocknete die Strecke zunehmend ab. Dies war für die Regenreifen, die zunehmend wie Würfel zu fahren waren, eine Qual. Ich haderte etwas mit meinem Schicksal. Doch ich war nicht die Einzige, denn immer wieder wurde ich in harte Zweikämpfe verwickelt, die ich erfolgreich für mich entscheiden konnte. Leider gab es aber auch die umgekehrte Situation und so reichte es zum Schluss nur für einen 29. Schlussrang.
Das Positivste an diesem Wochenende ist sicherlich, dass uns die Resultate aus Rennen 1 und 2 dazu verholfen haben, dass wir in der Amateurwertung auf den vierten Rang vorgerückt sind. Ausserdem bin ich der Meinung, dass, obwohl die Endergebnisse auf den ersten Blick etwas ernüchternd scheinen, ich mit meiner Leistung zufrieden sein darf. Es gab in beiden Läufen jeweils nur 4 Ausfälle – und wir haben einige Rennboliden mit bekannten Motorsportgrössen an Bord hinter uns gelassen. Es gab einige Dinge, die besser hätten laufen können. Dennoch muss gesagt sein, dass es das erste Regenwochenende im Porsche war und somit ein gewisser Lernprozess logischerweise erst durchlaufen werden muss. Möglichkeiten dazu habe ich unter Umständen bereits am Mittwoch und Donnerstag, wenn ich endlich zu meinem lang ersehnten Testtag auf dem Lausitzring fahren werde. Ich freue mich darauf und bin bereit jede Menge zu lernen!
Bis dann
Eure Andrina


10.07.2012
Yannick Mettler
ATS F3 Cup

Podestplatz und Punkte im Wetterchaos
In der Motorsport Arena Oschersleben wurden die Rennläufe 7-9 des ATS Formel-3-Cup ausgetragen. Das dritte Rennwochenende wurde erneut von hohen Temperaturen geprägt, diesmal allerdings mit zahlreichen Sommergewittern und erstmals auch mit einem Regenrennen in dieser Saison. Dabei schrammte ich nur knapp an einem weiteren Rennsieg vorbei.
Der erste Teil der Veranstaltung verlief zunächst nicht wie gewünscht. Im freien Training
und im Qualifying machten uns vor allem die hohe Asphalttemperatur (38°) zu schaffen. Es war schwierig eine gute Abstimmung zu finden und die Reifen nutzten sich zu schnell ab. Den Umständen entsprechend gelang mir zwar eine gute Runde, diese reichte jedoch „nur“ für den 6. Startplatz. Damit war ich nach der hohen Zielsetzung natürlich nicht zufrieden. Am Samstagmorgen öffnete der Himmel seine Schleusen und sorgte damit für ein erstes Regenrennen in dieser Saison. Ich freute mich schon, da die aussergewöhnlichen Bedingungen die Karten etwas neu mischten. Die Freude hielt jedoch nicht lange an, da ich ein Problem mit der Bremsbalance hatte. Bis ich den „Fehler“ endlich aufheben konnte (vom Cockpit aus verstellbar), hatten die vor mir gestarteten Fahrer bereits einen Vorsprung, den ich nicht mehr einholen konnte. Somit reichte es noch für den 7. Rang und damit immerhin für einige Punkte.
Das zweite Samstagrennen fand aufgrund von Verspätungen erst am Samstagabend um 18:00 statt. Die Strecke war nach einem heissen und sonnigen Nachmittag wieder trocken, doch dunkle Wolken am Himmel kündigten schon das nächste Gewitter an. Dank dem „Reversed-Grid“ (umgekehrte Startreihenfolge der ersten 8 von Rennen 1) startete ich von der zweiten Position. Gleich am Start konnte ich dank einem guten Start die Führung übernehmen und diese während den ersten Runden auch gleich ausbauen. Nur der Meisterschaftsführende konnte mir einigermassen folgen, der Rest war bereits nach wenigen Runden nicht mehr in Sichtweite. Es lief richtig gut.
Nach ca. 6 Runden fielen dann die ersten Regentropfen. Runde für Runde wurde es etwas rutschiger, doch jede Kurve war unterschiedlich nass. Es war fast unmöglich, die Haftung der einzelnen Kurven
jeweils abzuschätzen, besonders als Führender. Eine Runde bevor das Safety Car rauskam, war es dann in der einen Kurve wirklich nass und ich rutschte beim Anbremsen von der Linie. Der Zweitplatzierte konnte davon profitieren und schnappte mir die Führung weg. Das war ärgerlich, da
das Rennen danach hinter dem Safety Car beendet wurde und ich keine Möglichkeit mehr hatte, mir die Führung zurückzuholen. Trotzdem war ich mit dem zweiten Rang zufrieden, denn bei diesen Bedingungen hätte es auch ganz anders kommen können.
Für das dritte Rennen am Sonntagmorgen musste ich von Startplatz 7 aus starten. Nach
einem nicht ganz optimalen Start kämpfte ich mich Schritt für Schritt nach vorne. Ein kühler Morgen komplettierte zudem das vielfältige Wetterprogramm und sorge für nochmals andere Bedingungen. Als Folge machten viele Fahrer den einen oder anderen Fehler, welche ich jeweils sofort ausnutze. Zwar war das Renntempo nicht einwandfrei, weil ich Mühe hatte, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bringen, doch dank einer konstanten und fehlerlosen Fahrt beendete ich das Rennen auf dem guten vierten Rang und holte damit weitere Punkte.
Fazit: Ich bin definitiv froh, diesmal alle Rennen beendet zu haben. Zwar hätte es vom Rennspeed her noch etwas besser sein dürfen, jedoch habe ich im zweiten Rennen auch auf dieser technisch anspruchsvollen Strecke beweisen können, das ich den Speed zum Gewinnen habe. Es sind eben immer viele Dinge, die zusammenspielen müssen und gerade an diesem Zusammenspiel fehlt es manchmal noch. Doch das Team und ich lernen stets daraus und so gehen wir positiv gestimmt in die nächste Runde, die schon dieses Wochenende auf der legendären Rennstrecke von Spa-Francorchamps stattfinden wird. Ich freue mich schon!

Mehr Informationen über Yannick Mettler finden Sie auf seiner Homepage

06.07.2012
Marcel Steiner
CH Bergrennen

Regenschlacht in Reitnau
Schon wieder hatten wir eine vierwöchige Rennpause hinter uns gebracht, als nun endlich der Auftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft in Reitnau bevorstand. In der Zwischenzeit lösten wir die Bremsprobleme am Osella. Gegenüber Ecce Homo war auch die Anreise sehr kurz und da in Reitnau nur am Sonntag gefahren wird, konnten wir diese auch erst Freitagabend angehen.
Schon am Samstagmorgen war es, wie wohl in der ganzen Schweiz, sehr warm. Beim Zeltaufbau und ausladen des Rennwagens kamen wir schon ordentlich ins Schwitzen. Durch Steckenbesichtigung, Wagenabnahme und diverse Besuche durch Zuschauer, Fans und Fahrer war der Tag schnell vorbei. Pünktlich zum Openair-Fahrerapéro brach dann ein Gewitter über Reitnau herein und brachte eine kleine Abkühlung.
Noch pünktlicher begann es am Sonntagmorgen mit meinem Weckerklingeln um sieben Uhr wieder zu regnen. Dies verhinderte mein morgendliches Lauftraining bei den Rennen. Trotzdem mussten wir mal abwarten, was das Wetter weiter vorhatte, bevor wir das Auto Regen-Setup umbauten. Der Regen liess dann nach und machte sogar Pause. Ich entschied mich für Intermediates-Reifen und eine Regenabstimmung beim Fahrwerk. Weil sich unser 1. Trainingslauf dann immer noch hinzog und die Sonne ein wenig hervorblinzelte, wechselten wir wieder zurück auf die Trockenreifen und stellten auch das Fahrwerk wieder auf die Trockeneinstellung zurück. Vor dem Start wurde ich noch informiert, dass die Zielkurve im Wald noch feucht war. Die Strecke bot dann für das 1. Training erstaunlich guten Grip und ich konnte schon recht attackieren. Doch vor der Zielkurve drosselte ich das Tempo, denn da war es noch richtig nass. Leider funktionierte die Zeitenanzeigetafel im Ziel nicht und somit war ich dann noch überraschter, als ich meine Zeit von 51.35 erfuhr, denn diese Zeit war nur 1sec langsamer als mein Streckenrekord aus dem Vorjahr. Mit Respektabstand folgten Eric Berguerand (Lola- Formel 3000, 54.21 sec), Joel Volluz (Reynard-Formel 3000, 56.37), Christian Balmer (Formula Master, 56.79) und Julien Ducommun (Formula Master, 57.41).
Da es vor dem 2. Probelauf wieder kurzzeitig regnete, dann aber wieder aufhörte, musste ich doch auf die leicht profilierten Intermediates zurückgreifen und das Fahrwerk anpassen. Im unteren Streckenteil war die Strasse bereits ganz aufgetrocknet, im schnellen Mittel-S noch feucht und in der Zielkurve eher nass und von dem her eine gute Reifenwahl. Meine Zeit war in 52.00 bei schlechteren Bedingungen nur unwesentlich langsamer. Doch Berguerand schloss in 52.64 auf und auch Volluz (54.97) und Ducommun (55.66) konnten sich steigern.
Kurz vor meinem 1. Rennlauf setzte Dauerregen ein, wir mussten den Osella mit Regenreifen bestücken und auf Vollregen-Setup umstellen. Genau in dem Moment, wo wir vom Fahrerlager zum Vorstart rollen mussten, schüttete es kurz wie aus Kübeln. Erstaunlicherweise bot die Strecke auch bei diesen nassen Verhältnissen einen guten Grip und ich hatte das Gefühl, als würde ich zu vorsichtig fahren. Da auch diesmal die Zeitentafel im Ziel nicht funktionierte, musste ich bis nach der Rückführung auf das Ergebnis warten. In 56.67 sec konnte ich die Gesamtführung übernehmen, vor Christoph Zwahlen (Opel Kadett C), der noch einen trockenen Lauf absolvieren konnte, und Julien Ducommun, beide mit 59-er Zeiten, alle Anderen stoppte die Uhr bei über einer Minute.
Nach einer regenfreien Phase begann es vor unserem Feld zum 2. Rennlauf wieder richtig zu regnen. Mit meinen fast 3 Sekunden Vorsprung auf 1620 Meter Streckenlänge musste ich eigentlich fast nur im Ziel ankommen. In 57.92 erreichten Julien Ducommun und ich in der genau gleichen Zeit das Ziel. Julien zog damit im Gesamtklassement an Christoph Zwahlen, der diesmal auch bei Regen fahren musste (1.03.86), auf den 2. Platz in der Addition der zwei Läufe vorbei und ich konnte meinen Vorsprung wahren und so den 1. Platz verteidigen.
Mit diesem Sieg war das Reitnau-Rennen für mich ein perfekter Saisonauftakt zur Schweizer Bergmeisterschaft. Zumal auch, da der letztjährige Vizemeister und wohl schärfste Konkurrent bloss auf dem 5. Rang der Rennsportfahrzeuge ins Ziel kam.
Jetzt haben wir nochmals vier Wochen Pause vor uns, bevor es am 28.- 29. Juli im Wallis beim Bergrennen Ayent-Anzère um weitere Punkte zur Schweizer Meisterschaft geht.
Bis bald…
Marcel

27.06.2012
Simon Trummer
GP2

GP2 Rennen auf dem Valencia Street Circuit
Nun stand nach Monaco also der zweite Stadtkurs der Saison 2012 auf dem Programm. Im Gegensatz zu Monaco ist die Strecke in Valencia viel breiter, bietet mehr Auslauf und weist sehr lange Geraden auf.
Mein Ziel war, von der Erfahrung des Teams zu profitieren und gemeinsam einen möglichst guten Job
zu machen.

Freies Training und Qualifying
Das erste Training fand am Freitagmittag bei 35 Grad Aussentemperatur statt – und das ganze Wochenende
sollte ja richtig warm werden. Nun, im Training schonte ich meine Reifen für das erste Rennen vom Samstag und so machte ich nur zwei richtig schnelle Runden. Ich beendete das Training auf P15.
Im Qualifying um 16:00 Uhr hatten wir einen weichen und einen superweichen Reifensatz zur Verfügung.
Diese erlaubten uns, fünf schnelle Runden zu fahren. Ich konnte meine Zeit aus dem freien Training um eine Sekunde verbessern, klassierte mich jedoch auf P17. Im Feld wurden dann noch verschiedene Strafen ausgesprochen – eine betraf auf auch mich – und so belegte ich am Ende P18.

Rennen 1
Das Rennen verlief an sich gut. Ich konnte überholen und verteidigen und holte mein bestes Saisonergebnis
in einem Hauptrennen. Ich konnte mich bis auf P11 vorarbeiten. Durch eine Strafe gegen einen Mitkonkurrenten klassierte ich mich auf P10 und gewann einen Punkt!

Rennen 2
So konnte ich den Sprint am Sonntag von P10 in Angriff nehmen. Ich kam als Siebenter ins Ziel. Für diesen
Rang gab es 2 Punkte. Alles in allem war es mein bisher bestes Race-Weekend in der GP2 und ich werde alles daran setzen, dass wir unsere gute Arbeit fortsetzen können! Die GP2 Serie ist eine sehr harte Meisterschaft und nichts wird einem geschenkt. Als nächstes werden wir in Silverstone sein, der Heimat des Motorsports! Silverstone hat eine sehr schöne und auch sehr schnelle Strecke, worauf ich mich freue!

Bis dahin!
Simon Trummer

15.06.2012
Levin Amweg
LO Formula Junior

Und dazu noch Hausaufgaben gemacht
„Nach knappen 10 Stunden Fahrt trafen wir am Donnerstag Abend imriesengrossen paddock des Lausitzringes ein, ich konnte während der Fahrt wenigstens viel für die Schule lernen. Nachdem wir die Box eingerichtet hatten, genehmigten wir uns am Abend noch eine schöne, saftige Bratwurst im Fahrerlager Grill.
Am
Freitag war leider nur ein Training angesagt, etwas wenig aber es ging ja allen gleich. Die Zeiten passten, und schon ging es ab in das Zeitfahren fürs Rennen1.
Nach ein paar schnellen Runden fuhr ich zurück an die Box und blieb dort dann auch, weil meine Zeit war schnell genug und somit konnten wir auch die Reifen fürs Rennen schonen, PolePosition!
Endlich
waren wir dran fürs Rennen1, und schon in der Aufwärmrunde merkte ich dass das Auto super in den Kurven lag, weil wir noch etwas geändert hatten. Als die roten Startampeln angingen, war ich ziemlich angespannt jetzt nur nicht den Start vermasseln wie in Varano;), es ist aber gut gegangen und ich konnte ein Start-Ziel Sieg Rennen fahren, yeah! Und mir auch noch die schnellste Rennrunde sichern!
Am
Samstag war dann das zweite Zeitfahren und Rennen2 angesagt. Mein Team war zusätzlich motiviert, da Deutschland gegen Griechenland 4:1gewann! Ich ging raus und wärmte meine Reifen 2 Runden langsam an, danach griff ich voll an und konnte wieder die PolePosition herausfahren, super!
Wir
starteten in Rennen 2 wieder zusammen mit den schnelleren FormelADAC, FormelRenault und Formel3. Rot ging an, aus,und ich legte wieder einen guten Start hin. Ich wollte zuerst einen Formel ADAC vormir in der ersten Kurve packen, dachte aber, nichts überstürzen, und wartete ab. Ich konnte mich dann zusammen mit dem ADAC vom restlichen Feld absetzten, soweit-so gut. Nach einigen Runden passte es, ich konnte ihm in seinem Windschatten folgen und Ende Gerade ausbremsen. Danach setzte ich mich ab und gewann mit 11s Vorsprung,yeah! Meine Teamkollegen liefen aufRang 2 und3 ein, Super Team Resultat!
Also,
Kurzversion: 2x PolePosition, 2x Rennsiege, 2x schnellste Rennrunde, das Leben ist schön!
Danke
an mein Team und alle, die mir dabei geholfen haben!
Levin“

15.06.2012
Levin Amweg
LO Formula Junior

Doppel Pole, Doppel Sieg
Freitagmorgen war zuerst Mal das Aufbauender Boxenangesagt, und als Belohnung gab es dann am Abend noch zwei freie Trainings. Die Pisteisteng und kurz, und es kam bei mir fast ein wenig “Kart-feeling” auf.
Am Samstag
wurde es ein sonniger und schwül warmer Tag, gemessene 32 Grad in den Boxen, und im Cockpit wünschte ich mir eine kleine Klimaanlage herbei...
Wir
fuhrennochmals zweifreie Trainings, in welchen wir noch die letzten Änderungen im set-up vornahmen. Am Mittag dann die erste Qualifikation, es lief mir sehr gut, das Auto mit neuen Reifen fühlte sich perfektan, Pole Position, yeah!
Gegen
Abend dann endlich das erste Rennen: Den Start habe ich kapital verschlafen und fiel prompt auf P2 zurück, welchen ich aber noch in der selben Runde zurück eroberte. Danach konnte ich mich absetzen und flitzte mit knappen 10s durchs Ziel, yeah! That’s the way I like!
Am Sonntag war es
etwas kühler, aber immer noch gegen 30 Grad. In der zweiten Qualifikation konnte ich nochmals die Pole holen, hatte aber im Rennen zwei wieder einen schlechten Start und kam wiede nur als Zweiter aus der ersten Kurve raus (ich muss wohl beim nächsten Renneneinige Starts üben, dass muss besser werden…)
Dies hatte
allerdings den Vorteil, dass ich nun 4 spannende Runden einen fight mit meinem Vordermann hatte, welchen ich dann in der Schikane ausbremsenkonnte, P1. Danach konnte ich mich wieder absetzen und gewann auchdieses Rennen, nochmals YEAH! das machte Riesen Spass!
Es war eintolles
Wochenende, tolles Wetter –tolles Auto –tolles Team! Umso schöner, als“formula LO” Sponsor und Unternehmer Fredy Lienhard anwesend war!
Vielen
herzlichen Dank an Alle!
Das nächste Rennen ist bereits in 2 Wochen auf dem Lausitzring, ich freue mich schon auf diese schnelle Piste!


14.06.2012
Yannick MettlerATS F3 Cup

Strategien und erhitzte Gemüter
Heiss ging‘s zu und her beim zweiten Rennwochenende des ATS Formel 3 Cups auf dem Sachsenring (D). Nicht nur die Temperaturen waren um einiges höher als beim Auftakt in Zandvoort (Anfang Mai), sondern vor allem auch die Risikobereitschaft der Fahrer. Entsprechend war es ein schwieriges Wochenende mit (zu) viel Action.
Das Qualifying verlief besonders in der Anfangsphase sehr gut. Das Ziel, in den ersten Runden alles auf den Punkt zu bringen, konnte ich auf Anhieb umsetzen. Somit übernahm ich gleich am Anfang die Führung und nach dem ersten neuen Reifensatz (von 3 verfügbaren) lag ich auf dem 3. Zwischenrang. Für den zweiten neuen Reifensatz (der 3. wird normalerweise für eines der Rennen aufgehoben) wollten wir mit einer Setup-Änderung die Balance des Dallara F3 noch etwas optimieren, jedoch war die Änderung nicht effektiv genug und ich beendete das Quali schlussendlich auf Rang 5. Der geringe Abstand zur Spitze zeigte aber, dass noch nichts verloren war.
Der Plan für den ersten Rennlauf war, den dritten und letzten neuen Reifensatz einzusetzen, um gleich am Anfang nach vorne zu kommen. Das ging aber gründlich schief, da ich ausgerechnet mit meinem Teamkollege (ebenfalls mit der gleichen Strategie von Startplatz vier aus) einen langen Kampf zu Beginn des Rennens hatte. Der verbissene Positionskampf nahm mehr als die Hälfte der Live-TV-Übertragung ein und wurde zu einer echten Nervensache, als noch weitere Konkurrenten dazukamen. Da ich die Ruhe bewahrte und den waghalsigen Manövern gegen Ende Rennen geschickt ausgewichen bin, konnte ich mich vom zwischenzeitlich 7. Rang wieder auf den fünften vorkämpfen. Als ich endlich freie Fahrt hatte, konnte ich meinen wahren Speed an den Tag legen, die ersten vier waren jedoch schon zu weit weg, um noch etwas auszurichten. Schade, aber der Situation entsprechend war es das Beste, was ich erreichen konnte.
Das Sprintrennen mit umgekehrter Startreihenfolge der ersten 8 war erneut eine hitzige Angelegenheit. Bereits am Start krachte es und ich kam zweimal (!) nur wenige Zentimeter an dem ganzen Geschehen vorbei. So war ich immerhin auf Rang 5 nach der ersten Kurve. Danach kämpfte ich mich bis zur Hälfte des Rennens auf den dritten Rang nach vorne, wobei ich deutlich der Schnellste auf der Strecke war. Etwas zu schnell, wie sich kurz darauf herausstellte. Bei dem Versuch, den Zweiten einzuholen, wollte ich etwas zu viel und rutschte ins Kiesbett. Ich konnte das Rennen zwar noch beenden, doch die Enttäuschung war natürlich gross. Tröstende Worte gab‘s vom Team: Wir haben einen neuen Level erreicht, da wird der Grat eben noch kleiner. That’s Racing!
Die Situation im letzten Rennen sollte eine Konsequenz aus dem ersten werden: Die Konkurrenten hatten sich die letzten neuen Reifen aufgespart. Nach einem guten und zunächst reibungslosen Start konnte ich mich auf Rang vier verbessern. Ein gewagter Block vom Drittplatzierten und die nachlassenden Reifen gegen Mitte Rennen versetzten mich jedoch zurück auf den 5. Rang, der bis zwei Runden vor Schluss absolut ungefährdet schien. Als der Viertplatzierte aber noch einen weiten Umweg durchs Kiesbett machte, schien es nochmals spannend zu werden. Was aber in der Schlussphase des Rennens abging, hatte nichts mehr mit Sport zu tun. Scheinbar hatte ein Konkurrent völlig die Nerven verloren, als ich meine Position verteidigte und er aufs Gras kam (was an dem Wochenende x-mal vorkam). Die Eskalation folgte, als er mir seitlich ins Auto fuhr und mich mehrmals ausbremste, offensichtlich mit voller Absicht. Das war nicht nur verrückt, sondern vor allem sehr gefährlich. Dass am Ende beide mit einer Disqualifikation bestraft wurden, kann ich nicht nachvollziehen und es ist nach wie vor sehr enttäuschend.

11.06.2012
Andrina Gugger
ADAC GT Master

Hasenjagd am Sachsenring
Dieses Wochenende fanden die Saisonläufe 5 und 6 der ADAC GT Masters auf dem Sachsenring statt. Ich freute mich sehr auf dieses Rennen, hatte ich doch mit eben jener Strecke seit der Saison 2010 noch eine Rechnung offen. Damals startete ich in der ADAC Formel Masters und bestritt die Rennen mit knapp 40 Grad Fieber. Es misslang mir alles! Nun war es also Zeit für einen Erfolg auf dem Sachsenring.
Geplant war, dass wir am Mittwoch vor dem Rennen auf dem Lausitzring einen Testtag absolvieren würden. Leider kam es aber ganz anders, denn der LKW hatte auf dem Weg zur Rennstrecke auf der Autobahn einen schlimmen Unfall, verursacht durch einen Reifenplatzer. Auflieger und Zugmaschine wurden dabei völlig zerstört. Doch wir hatten Glück im Unglück. Sehr zur Freude aller, verletzte sich bei diesem Crash niemand schwerwiegend. Auch die Rennboliden überstanden das Ganze mit kleineren Schäden und so wurde die Entscheidung gefällt, dass zwar der geplante Testtag, nicht aber das Rennen abgesagt wurden. Im Anschluss an diese Entscheidung ging das grosse Organisieren los. Ein gemieteter LKW musste her, das Material umgeladen und eine improvisierte Küche hergezaubert werden. Alle Räder waren am Rotieren und jeder einzelne liess sofern es möglich war seine Kontakte spielen, um diese Situation zu meistern. Insgesamt war dieses Wochenende eine echte Teamleistung aller Beteiligten. Vor allem die Mechaniker sowie der Teamchef Alex Fach haben unglaublich hart gearbeitet, um uns das Rennen zu ermöglichen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

Das Zeitfahren wird abgesagt
Doch nun zum Rennen. Wie bereits erwähnt kannte ich die High-Speed Strecke bereits aus früheren Jahren. Dies half mir von Anfang an relativ schnelle und konstante Rundenzeiten zu fahren. Vor allem die Hochgeschwindigkeits-Kurven schienen mir und der Lotte sehr gut zu liegen. Sowohl im Laufe des ersten als auch des zweiten Trainings konnte ich mich kontinuierlich verbessern. Ich freute mich auf das Qualifying. Ich nahm mir fest vor, alles korrekt umzusetzen und eine Wunderzeit in den Asphalt zu brennen. Leider wurde nichts daraus. Noch bevor ich auf die Strecke kam, parkierte einer der Piloten seinen Audi R8 in der Streckenbegrenzung.
Aufgrund von Bergungsarbeiten und anschliessenden Strecken-Reparaturen wurde das Zeitfahren 2 Stunden nach hinten verschoben - im Anschluss daran sogar komplett abgesagt. Toll! Da konnte ich schon keine Tests vor dem Rennen fahren und dann wird auch noch mein Quali gestrichen! Ich fand das alles andere als witzig.

Startplatz inmitten des Feldes
Die Rennleitung entschied, die Startaufstellung aufgrund des Meisterschaftsstandes zu machen. So startete ich am Samstag vom hervorragenden 22. Startplatz aus. Dieser befand sich inmitten des riesigen Starterfeldes.




Ich war brutal nervös und liess mich auch durch die Überschlagsgeschichten vom letztjährigen Start nicht wirklich beruhigen (verständlich, oder? Danke Otto!). Als die Motoren endlich losheulten war diese Nervosität jedoch wie weggeblasen. Voll konzentriert auf meine Vorderleute preschte ich am Start nach vorne. In der ersten Kurve befand ich mich mitten im Getümmel. Rechts eine Corvette, links ein Mc Laren, vorne und hinten keine fünf Zentimeter Abstand zu meiner geliebten Lotte. In dieser Patrouille-Swiss gerechten Formation flogen wir in die nächste Kurve. Erst zwei weitere Kurven später begann sich das Feld langsam zu sortieren. Doch ich liess nicht locker und kämpfte mich, übermütig wegen des erfolgreichen Startes in den ersten Runden gleich noch einmal zwei weitere Positionen nach vorne.

Hasenjagd
Dann wurde es langsam schwierig. Ich konnte zwar lange den Anschluss an das vordere Mittelfeld halten, musste mich aber auch stetig gegen meine schnellen Hintermänner wehren. Dies war sehr nervenaufreibend und anstrengend für mich. Als ich jedoch im leichten Drift um eine Vollgas Kurve kam und plötzlich einen Hasen vor mir über die Strecke rennen sah, war dies zu viel des Guten. Ein lauter Schreckensschrei entwischte mir. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt den Funkknopf nicht gedrückt, so dass keiner etwas von meinem doch recht feminimen Gekreische mitgekriegt hatte. Diesen Ohrschaden hätte ich nicht verantworten können. Als der Hase da so vor meinem Auto durchspurtete und nur wenige Millimeter meiner vorderen rechten Frontschürze
entwischen konnte, ging es nur um Sekundenbruchteile. Trotzdem hatte ich das Gefühl, ich hätte in den Augen des Hasen bereits die Botschaft „Bitte überfahr mich nicht!“ lesen können. Diese goldigen, kugelrunden Glubschaugen sehe ich noch jetzt beim Schreiben dieses Berichtes vor mir. Glücklicherweise überstanden sowohl der Hase als auch die Lotte und ich diesen Zwischenfall ohne Schaden, dafür mit rasendem Herzschlag. Als ich wenige Runden später an Position 22 die Lotte an meinen Teamkollegen Otto Klohs übergab, stand mir der Schock immer noch deutlich ins Gesicht geschrieben. Während ich aufgebracht von „meinem Hasen“ erzählte, drehte Otto friedlich seine Runden. Auch er hatte ziemlich mit dem schwierigen Porschefahrwerk zu kämpfen und drehte sich infolgedessen in meiner „Hasenkurve“. Das Resultat war ein trotzdem recht zufriedenstellender 24. Schlussrang.

Aufholjagd im Rennen 2
Am Sonntag war Action angesagt. Mein Teamkollege Otto Klohs hatte bereits am Morgen 40 persönliche Gäste begrüsst, die anschliessend jede Menge Fragen über Auto, Serie und Fahrer hatten. Die jüngere Generation nützte die einmalige Chance, um sich in den Schalensitz des Rennporsches plumpsen zu lassen. Die strahlenden Gesichter sprachen Bände. Kurze Zeit später waren wir bereits mit dem unterschreiben von Autogrammkarten beschäftigt. Allein beim zwanzig minütigen Pit-Walk, bei dem die Zuschauer in Massen durch die Boxengasse strömten, schrieb ich über 100 Autogramme. Ich geniesse diese Minuten immer sehr. Es ist schön zu sehen, wie viel Freude man Kindern, Fans und




Rennsportbegeisterten mit einer simplen Unterschrift machen kann. Einfach nur cool! Kaum war dies vorbei starteten auch schon die Rennvorbereitungen. Die Strategie wurde besprochen, Glückwünsche ausgesprochen und dann ging es los. Otto startete vom 34. Startplatz ins Rennen. Bereits am Start hatte er einen kleinen Zusammenstoss mit einem seiner Vorderleute. Dabei kam es jedoch glücklicherweise nur zu einem Lackaustausch und leichten Kaltverformungen an der vorderen linken Schürze. Ohne Einschränkungen konnte der ehrgeizige Amateur weiter fahren. Nach knapp 30 Minuten übergab er an Position 29 an mich. Dabei ging beim Fahrerwechsel das Einlegen des ersten Ganges vergessen. Als Folge dessen würgte ich den Motor beim Losfahren ab. Diese verschenkten Sekunden sind immer sehr ärgerlich. Doch zum Ärgern hatte ich keine Zeit. Wie eine Wilde stürmte ich auf die Piste raus und… war alleine. Wir hatten mittlerweile einen rechten Abstand gegenüber unseren Hinterleuten herausgefahren. Doch leider war auch gegen vorne keine Konkurrenz in Sicht. Also entschloss ich mich einfach voll zu puschen, und meine Rundenzeiten wie im Training stetig zu verbessern. Kurze Zeit später erhielt ich von meinem Renningenieur Axel Plankenhorn den Funkspruch, dass ich gegen vorne massiv am Aufholen bin. Da sah ich auch schon das protzige Hinterteil eines Camaros aufblitzen. Optimistisch kämpfte ich mich an ihn heran, wurde bei meinen Angriffen aber immer wieder durch Führungsfahrzeuge, die zu Überrunden ansetzten,, unterbrochen. Schliesslich schaffte ich es doch noch am Camaro vorbei und konnte erneut als 24igste über die Ziellinie rollen.

Fazit
Obwohl die Resultate nicht überwältigend waren, bin ich sehr zufrieden mit dem Wochenende. Das Team hat gute Arbeit geleistet und das Optimum aus den Porsches herausgepresst, was auf dieser Strecke gar nicht einfach ist. Ich persönlich fasse von Rennen zu Rennen mehr Vertrauen ins Fahrzeug und freue mich über die steten Leistungssteigerungen meinerseits. Vor allem im Zweikampf werde ich immer sicherer und konsequenter. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nun hoffe ich, dass ich endlich einmal zu meinem seit lange geplanten Testtag komme und warte bereits ungeduldig auf die nächste Begegnung mit meiner Lotte! Spätestens am 13.-15. Juli zu den Saisonläufen 7 und 8 der ADAC GT Masters am Nürburgring wird dies der Fall sein.

31.05.2012
Simon Trummer
GP2

Ein Kindheitstraum
Nun war es soweit: Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, einmal auf diesem Kurs zu fahren! Nun erfüllte sich dieser Traum – und dies mit einem GP2 Auto, dem zweitschnellsten Auto überhaupt, welches in Monaco an den Start geht.
Freies Training und Qualifying
: Im Practice war mein Ziel, möglichst viel zu fahren, um die Strecke kennenzulernen. Dies gelang mir recht gut und ich konnte mich laufend steigern. Im Quali war ich mit meinen Rundenzeiten bereits „ziemlich bei den Leuten“. Obschon es nur zu Rang 20 reichte, war ich recht zufrieden, denn ich fuhr zum ersten Mal in meiner
Karriere hier und hatte vorher nur 30 Minuten Zeit, die Strecke kennenzulernen.
Rennen 1
: Das Race 1 startete ich also von P20. Das Ziel konnte nur sein, in der ersten Runde anzugreifen und danach „zu fahren und zu lernen“. Auch dies gelang mir – würde ich sagen – nicht schlecht: Ich fuhr auf P12 vor.
Es war mein erstes Rennen in Monaco; ich konnte es beenden und zufrieden sein, dies war ein sehr schönes
Gefühl!
Rennen 2
: Am Sonntag nahm ich das Rennen von der 12. Position auf. Auch in diesem Rennen konnte ich einige Ränge gut machen und mich aus den Crashes fernhalten. Somit beendete ich das Wochenende auf P9 und damit auf meinem zweiten Top 10 Rang in der GP2 Serie. Das Fahren auf dieser Strecke war für mich eine riesengrosse, unglaubliche Freude!
Nun gehen wir bald nach Valencia, einem weiteren Strassenkurs, der jedoch nicht ganz mit Monaco zu vergleichen ist. Monaco ist und bleibt einmalig!

Bis dahin!
 Simon Trummer


www.simontrummer.ch

22.05.2012
Christian Fischer
ETCC

Wieder Pech
So hatte sich Christian Fischer seinen Auftritt während der Rennen fünf und sechs des FIA ETCC nicht vorgestellt. Der Accord Euro R des Reinachers wurde in Salzburg wieder völlig demoliert.
Dabei hatte das Wochenende für den Honda-Piloten gut begonnen. Wie das berühmte Schweizer Uhrwerk war der PS-Bolide des Teams Rikli Motorsport auf dem Hochgeschwindigkeitskurs unterwegs. "Wir sind gut vorbereitet hierher gekommen; technisch ist alles in Ordnung", berichtete der Automobilkaufmann zuversichtlich nach dem Zeittraining, in dem er sich an der fünften Startposition insgesamt und an der dritten Stelle der
Division Super 2000 qualifizierte.
Nach dem Start zum ersten Wertungslauf und während der Anfangsphase kam es am Sonntagnachmittag zu Turbulenzen an den neuralgischen Stellen des Salzburgrings. Auch die Startnummer 9 wurde bereits in der zweiten Runde vor der Schikane angeschoben, drehte sich und landete unsanft in den Reifenstapeln. Mit erheblichen Beschädigungen an der Fahrerseite nahm Christian Fischer die Verfolgung auf, fand Anschluss an die Vorderleute und wurde noch ein zweites Mal Opfer einer eher unsauberen Attacke. Wieder war es Aytac Biter, der mit seinem BMW dem Rikli-Piloten in die Seite fuhr. Zwei Runden vor der karierten Flagge musste dieser an der Box endgültig aufgeben. "Das Auto ist wieder einmal völlig krumm. Die Fahrertür ist aus der Verankerung gerissen, eine Scheibe ging zu Bruch, die Spur ist verstellt und Heck und Seite sind verbeult. Schon zu Beginn war es der BMW beim Anbremsen der Schikane. Am Ende war er mir unter gelber Flagge in die Seite gebrettert - unglaublich!", ärgerte sich Fischer, der sich wieder einmal um einen Podestplatz betrogen
fühlen darf. Bis zu seinem Aus hatte er trotz des ersten Crashs gut mithalten können. Zum zweiten Rennen war der Honda Accord Euro R nicht mehr angetreten.

22.05.2012
Levin Amweg
LO Formula Junior

Eröffnung auf dem Red Bull Ring
Endlich ging die Saison los! Nach über 6 Monaten seit dem letzten Rennen waren wir gespannt wie es laufen würde… und es lief gut (abgesehen von der Technik-Hexe)! Das Wetter war toll, sonnig und frühsommerlich warm.
In den freien Trainings jeweils schnellster, schlug die fiese Defekt-Hexe im ersten Quali zu und Levin konnte wegen stotterndem Motor keine einzige gezeitete Runde fahren. Trotz versuchter Reparatur setzten sich dann diese Motoraussetzer im ersten Rennen fort, und er musste nach 2 Runden die Boxen ansteuern. In Rekordzeit ersetzte man dort die Zündbox und bereits fünf Minuten später konnte er wieder rausfahren. Zwar mit einigen Runden Rückstand, aber mit der Gewissheit dass der Motor nun wieder lief fuhr er noch die schnellste Rennrunde.
Tag zwei, Rennen zwei: Im zweiten Quali holte er sich klar die Pole Position mit 0.8s Vorsprung. Der Start im Rennen 2 war trotz viel Verkehr soweit gut, und mit 6 Sekunden Vorsprung gewann er das zweite Rennen.
«Herzlichen Dank meinem tollen Team, welches einen Super Job machte, vor allem auch bei der Reparatur während dem ersten Rennen», strahlte Levin nach seinem Sieg, und freut sich bereits auf Varano in 3 Wochen.

09.05.2012
Marcel Steiner
Bergrennen

Das Eschdorf- Syndrom
Als wir am Donnerstagabend bei sternenklarem Himmel Richtung Luxemburg fuhren, wollten wir den Wetterbericht, den uns erwartete, nicht wahrhaben. Auch am Freitag war es sonnig, nur teilweise leicht bewölkt. Wir hatten noch einige Arbeiten am Osella zu erledigen, die Wagenabnahme ging sehr zügig und die Strecke musste ich mir gut anschauen. Doch am Abend kam dann der angekündigte Regen sintflutartig!
Auch am Samstagmorgen kam es immer noch nass vom Himmel. Weil sich der 1. Trainingslauf der frühen Klassen sehr in die Länge zog und es doch endlich mal eine regenfreie Phase gab, konnten wir um die Mittagszeit mit Intermediates zum Training ausrücken. Ich fühlte mich noch nicht so wohl im Auto, beim ersten Versuch am Berg dieses Jahr und bei heiklen Bedingungen. Somit fand ich mich auf dem vierten Zwischenrang wieder, hinter Guy Demuth (Osella FA30), Eric Berguerand (Lola- Formel 300) und David Hauser (Dallara- GP2). Hinter mir klaffte dann schon eine Lücke von 2 Sekunden zu den nächsten Verfolgern.
Zum 2. Trainingslauf stand dann unsere ganze Trainingsgruppe mit Trockenreifen und Trockenabstimmung für die Talfahrt zum Start bereit. Doch dann setzte unvermittelt wieder Regen ein und alle Autos mussten wieder auf Regen-Set Up umgebaut werden. Auf der nassen Piste fühlte ich mich dann schon ein wenig wohler und konnte die zweitschnellste Laufzeit realisieren, nur knapp hinter David Hauser.
Am Sonntagmorgen hatten wir in etwa dasselbe Bild am Himmel. Erst Regen, danach riss die Wolkendecke auf und es sah kurzzeitig nach einem angenehmen Tag aus. Dies hielt aber nur sehr kurz an und bald fielen wieder Tropfen. Die Veranstaltung begann pünktlich, doch der Zeitplan wurde schon bald durch zum Teil heftige Abflüge strapaziert. So mussten wir uns bis Mittag gedulden, bis wir an den Start zum 1. Rennlauf geführt wurden. Danach standen wir nochmals etwa zwei Stunden unten, weil auch unser Feld nicht unfallfrei über die Runden kam. Die Strecke hatte, durch die Unterbrüche, dann genug Zeit, immer wie mehr abzutrocknen. David Hauser nützte dann die letzte Unterbrechung, um von Regen- auf Trockenreifen zu wechseln. Ich zögerte etwas zu lange und blieb auf Intermediates. Als ich dann endlich starten konnte, waren die untersten drei Kurven doch recht trocken, aber sehr rutschig. Der obere Teil war dann weitgehend trocken und Slicks wären wohl die bessere Variante gewesen. Somit musste ich mit der zweitschnellsten Zeit in 54.662 und 0.7 sec Rückstand auf Hauser zufrieden sein. Nach dem Ziel im Fahrerlager schafften wir es kaum das Auto unter das Zelt zu stellen, schon setzte der nächste Schauer ein.
Dies war nicht gerade förderlich, um im 2. Rennlauf die Zeit zu verbessern, da in Luxemburg nur der schnellste Lauf für das Tagesklassement berücksichtigt wird. Der Regen hielt recht lange an, die Strecke blieb nass und an einigermassen anständige Bedingungen glaubte niemand mehr. Als wir dann aber über die Strecke an den Start rollten, waren die letzten drei Kurven schon komplett trocken. Doch der untere Teil war schon noch recht feucht und die Reifen zogen auch noch Wasser hoch. Ich wollte aber nochmals angreifen. Der Start gelang mir nicht wunschgemäss, doch der Rest war dann recht gut und somit konnte ich in 57.835 noch Laufbestzeit realisieren und David um 0.86 sec distanzieren. Aber halt 3 sec langsamer als am Mittag. Auf Grund der Witterungsverhältnisse hätten wir das Resultat auch fast auslosen können.
Jetzt haben wir schon die erste Pause. Am 2.-3. Juni werde ich beim Europa Bergmeisterschaftslauf in Ecce Homo/CZ teilnehmen. Bis dahin versuchen wir am Osella noch einige Teile zu optimieren und in Tschechien dann eine gute Hauptprobe zur Schweizer Bergmeisterschaft hinzulegen.
Bis bald…
Marcel

08.05.2012
Yannick Mettler
ATS Formel 3 Cup

Erster Sieg beim Saisonauftakt
Viele Fragezeichen gab es vor dem ersten Rennen der Deutschen ATS Formel 3 Serie. Durch die neuen Einheitsmotoren mit Push-to-Pass System wurden die Karten unter den Teams neu gemischt. Durch einige erfahrene F3 Piloten aus der Euroserie und dem ATS Cup war auch die Fahrerbesetzung vielversprechend. Umso mehr freute ich mich über meinen allerersten Sieg in der Formel 3, als ich das zweite von drei Rennen für mich entscheiden konnte. Was für ein Rennen!
Das Qualifying begann zuerst etwas unglücklich. Auf der ersten schnellen Runde wurde ich von einem langsam fahrenden Auto blockiert, so dass mir nur eine Runde auf nicht mehr ganz frischen Reifen blieb, bevor der lang angekündigte Regen einsetzte. Da das Qualifying die Startplätze für Rennen 1 und 3 (schnellste- und zweitschnellste Rundenzeit) bestimmt, reichte es somit nur für den 6. Startplatz für die entsprechenden Rennen.



Das erste Rennen verlief bei trockenen Bedingungen relativ unspektakulär und ich konnte mich dank einem guten Start auf den 5. Rang verbessern. Mehr lag jedoch nicht drin, da die Balance des Dallara Formel 3 über die Renndistanz noch nicht optimal war. Mit dem 5. Rang holte ich jedoch bereits wichtige Punkte für die Meisterschaft.
Am Samstagnachmittag folgte dann Rennen 2. Für dieses Rennen starten die ersten 8 von Rennen 1 in umgekehrter Reihenfolge (reversed Grid), somit startete ich von Platz vier. Mit einem Bombenstart überholte ich gleich drei Gegner auf einmal und führte das Feld bereits in der ersten Kurve an. Ich hatte bereits einen kleinen Vorsprung herausgefahren, als jedoch das Safety-Car aufgerufen wurde. Hinter mir gab es am Start nämlich einen spektakulären Auffahrunfall, nachdem ein Auto stehengeblieben war.
Beim Restart hinter dem Safety-Car machte ich alles richtig und ich nutzte die Gelegenheit, um gleich wieder einen kleinen Abstand herauszufahren. Danach konzentrierte ich mich nur noch darauf, meinen Abstand zu vergrössern. Die Balance des Autos war nun deutlich besser und ich hatte ein super Renntempo. Gegen Ende konnte ich sogar etwas Tempo rausnehmen, ich hatte noch einige Push-to-Pass Schüsse übrig und einen komfortablen Vorsprung. Was für ein Gefühl, als ich schliesslich die Ziellinie überquerte! Mein erster Formel 3 Sieg - und was für einer! Ich hatte zu jedem Zeitpunkt des Rennens alles unter Kontrolle, ein perfektes Rennen.
Eine kurze Schrecksekunde gab es noch nach dem Rennen, als Gerüchte aufkamen, ich hätte eine Safety-Car Regel missachtet. Der Aufruhr schenkte ich jedoch nicht allzu grosse Aufmerksamkeit, ich wusste, dass ich alles richtig gemacht hatte. Trotzdem war das Resultat wegen administrativem Aufwand erst am Sonntagmorgen offiziell.
Ebenfalls am Sonntagmorgen folgte dann noch Rennen 3. Ich war nach meinem Renntempo vom Vortag sehr positiv gestimmt und hatte von Startplatz 6 aus erneut das Podium im Visier. Der Start sollte sich jedoch als die typische „Aneinanderreihung von unvorhersehbaren Ereignissen“ erweisen: Ich hatte erneut einen guten Start, der neben mir jedoch einen Frühstart und einer vor mir blieb stehen (Motor abgewürgt). Das alles führte dazu, dass ich um einige Zentimeter nicht zwischen dem Frühstarter und dem Stehenden vorbeikam, eine heftige Kollision war die Folge.
Wie Schade! Nach meinem wohl besten Rennen bisher folgte mein kürzestes überhaupt: Nach etwas mehr als 3 Sekunden war das Rennen mit zwei gebrochenen Vorderradaufhängungen bereits vorbei. Ich hatte mich beim Aufprall leicht am Daumen verletzt, ärgerte mich aber viel mehr darüber, dass die Chance auf ein weiteres Podium damit weg war.
Trotz dem unglücklichen Verlauf im Qualyfing und im dritten Rennen konnte ich schlussendlich doch eine positive Bilanz ziehen. Obwohl der „Nuller“ in Lauf 3 für die Meisterschaft natürlich nicht gut war, bin ich positiv gestimmt für die kommenden Rennen. Die Pace ist sehr gut und es sind erst 3 von 27 Rennen vorbei, also noch jede Menge Punkte zu holen! Nächstes Mal muss es im Quali besser laufen, um Startunfällen gar keine Chance zu geben…

08.05.2012
Andrina Gugger
ADAC GT Master

Das Auf und ab der Gefühle inmitten von Sanddünen
Dieses Wochenende fanden die Rennläufe 3 und 4 der ADAC GT Masters statt. Ich freute mich sehr auf diese Rennen, wusste aber nicht so recht,was mich in Zandvoort erwarten würde. Die Piste war mir gänzlich unbekannt und Zeit für eine Streckenbegehung hatte ich aufgrund meines
Studiums und dem späten Flug leider auch nicht. Zum Glück durfte ich mich bei der Firma Racingfuel auf dem Rennsimulator vorbereiten. (Dazu ein ganz herzliches Dankeschön an Wani Finkbohner.) So konnte ich wenigstens die Streckenführung kennen lernen und einige Eindrücke vom holländischen Rundkurs sammeln. Schon nach nur wenigen Simulationsrunden geht man als Pilot mit einem völlig anderen Gefühl ans Rennen und hat den Eindruck die Strecke bereits zu kennen. Dies war vor allem für dieses Wochenende enorm wichtig, denn mir standen nur gerade zwei 30minütige Trainings zur Verfügung. In diesen konnte ich mich trotz wechselnder Wetterbedingungen kontinuierlich steigern, kämpfte aber noch etwas mit den schnellen und sehr kurvigen Vollgaspassagen, in denen sich eine Bodenwelle an die andere reihte. Wenn man das Auto mit Vollgas über eine Kuppe krachen lässt, dabei gleichzeitig eine Rechtskurve fährt und sich ununterbrochen darauf konzentrieren muss, bei den unaufhörlichen Schlägen, die das Auto richtig abheben liessen, die Kontrolle nicht zu verlieren, dann musste man schon ziemlich die Backen zusammen klemmen, um den Fuss nicht vom Gaspedal zu nehmen. Anfangs verliess mich in eben jenen Passagen jeweils der Mut, doch mit der Zeit fasste ich immer mehr Vertrauen ins Auto und so kam es, dass ich mich aufs erste Zeitfahren noch einmal ordentlich verbessern konnte. Das Resultat war Startplatz 31 fürs erste Rennen. Persönlich war ich sogar der Meinung, dass noch einige Plätze mehr möglich gewesen
wären, aber leider konnte ich aufgrund von Rotphasen (Abbruch) nur 2 fliegende Runden fahren. Dieses Gefühl liess mich optimistisch auf das erste Rennen schauen.
Doch da war wortwörtlich die Luft raus. Nachdem ich am Start einige Plätze verloren hatte, weil mein Vordermann eine Schikanenbremse mitten auf der Start-Ziel-Geraden hinlegte, merkte ich schon eine Runde später, dass sich das Auto komisch anfühlte. Mir fehlte am Ausgang der Kurve enorm die Traktion und über die Unebenheiten hüpfte das
Auto jeweils noch einige Meter nach Verlassen der Bodenwellen wild herum.
Immer mehr verlor ich dabei das Vertrauen ins Auto, stellte jedoch irgendwann fest, dass es etwas besser ging, wenn ich meinen Fahrstil komplett umstellte. Nun war es zwar
angenehmer zu fahren, doch die Zeiten wurden nur unwesentlich schneller. Zwischenzeitlich konnte ich mich dennoch etwas noch vorne orientieren und einige Plätze gut machen, blieb dann aber hinter einem anderen Porschefahrer hängen. Ziemlich frustriert kam ich in der Hälfte des Rennens und an Position 27 liegend an die Boxe, um die Lotte an meinen Teamkollegen Otto Klohs zu übergeben. Dabei stellte ich irritiert fest, dass die Mechaniker plötzlich den Reifen hinten links austauschten, machte mir aber keine grossen Gedanken dazu. Erst etwas später erfuhr ich, dass ich ein undichtes
Reifenventil hatte und somit bereits seit Runde 2 oder 3 mit einem Plattfuss unterwegs war. Dies erklärte natürlich einiges! So war auch das Endresultat mit Platz 30 nicht wirklich verwunderlich. Trotzdem fand ich es schade. Ich wollte eigentlich nach dieser relativ guten Zeit (mit Steigerungspotential) im Zeitfahren eine gute Show abliefern. Nun musste ich diesen Plan auf den nächsten Tag verschieben. Nicht wirklich happy über den Verlauf des ersten Rennens aber nicht minder motiviert fürs Rennen 2 gingen wir am Abend gemütlich zum Italiener essen und anschliessend ins Bett. Ich war hundemüde und schlief sofort ein.
Als ich am Morgen wieder erwachte, war es bereits hell draussen. Ich fühlte mich super und freute mich aufs Rennen. Heute war ich an der Reihe den zweiten Stint zu fahren. Mit nachlassenden Reifen ist dieser jeweils schwieriger zu fahren. Doch da musste ich durch. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir beizeiten auf die Strecke, um noch genügend Zeit für die Vorbereitung zu haben. Doch wie das bei der ADAC GT Masters nun einmal ist, löst sich diese Zeit innerhalb Sekunden in Luft auf und man ist bereits in der Startaufstellung inmitten von aufgeregten Menschenmassen. Mechaniker rennen herum, Zuschauer bestaunen die Fahrzeuge, Piloten wünschen sich gegenseitig viel Glück und schon geht es los. Angespannt sass ich wenige Minuten später in der Boxe und verfolgte den actionreichen Start. Überall schossen Autos quer, schleuderten von der Stecke oder fuhren sich gegenseitig ins Auto rein. Da wir mit Startplatz 37 nichts zu verlieren hatten, hielt sich mein Teamkollege sauber aus den Rangeleien raus. Das war auch gut so, denn durch die vielen Ausfälle wurden wir automatisch nach vorne geschwemmt. Bereits nach einer
Runde kam Otto auf dem 31. Platz daher. In mir weckte sich langsam die Freude. Vielleicht gelang es uns ja heute , den einen oder anderen mit unserer Performance zu beeindrucken.
Unser Ziel war klar: Top 25! Und ich war bereit alles dafür zu geben. Die Rennhälfte ist da. Otto fährt an die Boxe. Auto einweisen, Fahrerwechsel in Windeseile, bereit machen, losfahren und… Mist! Motor abgestorben! So etwas sollte eigentlich nicht passieren, doch in der Hektik und total übermotiviert habe ich die Kupplung zu schnell losgelassen. Na gut, dann gilt es die Zeit wieder gut zu machen. Ich düste los und brannte bereits in der ersten Runde meine schnellste Rundenzeit in den Asphalt. Das Auto war im Vergleich zum Vortag und ohne Plattfuss wunderschön zu fahren. Als ich merkte, dass ich meinem Hintermann langsam aber sicher davon fahren konnte, begann überkam mich ein Wohlgefühl. Runde für Runde drehte ich, genoss jede einzelne Sekunde und kämpfte mich an meinen Vorderleuten vorbei. Als ich in einer schwierigen Kurvenpassage auf einen langsam fahrenden Lamborghini auffuhr, verlor ich viel Zeit. Plötzlich waren hinter mir eine Menge Autos. Drei davon waren die Spitzenreiter, die bereits wieder kamen, das andere waren direkte Konkurrenten. Über Funk bekam ich den Befehl um jede Position hart zu kämpfen und keinen mehr vorbei zu lassen. Dies gelang mir erstaunlich gut. In den letzten Runden des Rennens konnte ich meinen Vorsprung
gegenüber den Hintermännern sogar wieder ausbauen und näherte mich in riesigen Schritten meinem Vordermann. Und da kam sie, die schwarzweisskarierte Zielflagge! „Mist!“, schoss es mir durch den Kopf „Ich hätte ewig so weiter fahren können!“. Trotzdem war ich überglücklich heil ins
Ziel gekommen zu sein. Ohne zu wissen auf welcher Position wir schlussendlich gelandet waren, wusste ich, dass dies eine super Leistung von mir, meinem Teamkollegen und dem gesamten Team Fach Auto Tech war! Dieses Rennen war einfach nur genial! Nachdem ich im Park Fermé
die toll gelaufene „Lotte“ abgestellt hatte, erfuhr ich endlich die Rangierung; Platz 19! Was für ein Erfolg. Damit hätte wirklich niemand gerechnet und schon gar nicht aus dieser Startposition!
Fazit: Ich für meinen Teil war mit dem Wochenende sehr zufrieden. Schade war das Malheur vom Samstag, aber solche Dinge gehören nun mal einfach zum Rennsport dazu.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal ganz herzlich beim gesamten Team Fach Auto Tech für ihre tolle Arbeit bedanken! Die Arbeit im Team macht richtig Spass und ich hoffe auf viele weitere erfolgreiche Rennwochenenden!
Eure Andrina

07.05.2012
Toni Seiler
ADAC GT Master

Toni Seiler kämpft auf toller Naturrennstrecke
Auch nach mehr als 30 Jahren im europäischen Motorsport gibt es für Toni Seiler noch Überraschungen. Nach langer Pause startete Toni Seiler erstmals wieder im niederländischen Zandvoort, einer anspruchsvollen Naturrennstrecke in den Nordseedünen. „Die Strecke ist fantastisch, eine richtige Fahrerstrecke und kein Vergleich zu vielen modernen, aber teilweise sterilen Rennstrecken“, schwärmte Seiler. „Zuletzt war ich vor 30 Jahren hier, damals war die Streckenführung noch eine ganz andere. Die Strecke macht enorm viel Spass und ist fahrerisch sehr anspruchsvoll.“ Nicht nur die Strecke machte Seiler und Teamkollege Frank Kechele in der Corvette Z06.R von Callaway Competition viel Freude, auch das Ergebnis passte am Ende mit einem zweiten und vierten Platz in der Amateurwertung.
Im ersten Lauf auf der ehemaligen Formel 1-Strecke belegte Seiler den zweiten Platz in der Amateurwertung und kam zusammen mit Frank Kechele als 17. ins Ziel. „Ich hing leider recht lange hinter einem Mercedes fest, sonst hätte es vielleicht noch mit dem Sieg bei den Amateuren klappen können“, so der zweifache Amateurchampion nach dem Rennen.
Viel Fernsehzeit bekam die gelbe Callaway-Corvette von Toni Seiler im zweiten Lauf am Sonntag. Frank Kechele lag in der Startphase in der Spitzengruppe auf Rang fünf, hatte dann aber einen spektakulären High-Speed-Ausritt in das Kiesbett in der Zieleingangskurve und fiel auf Platz elf zurück. Toni Seiler brachte die Corvette auf Rang dreizehn ins Ziel, wurde aber aufgrund eines Kontaktes mit dem Lamborghini von Marc Hayek mit einer 30-Sekunden-Strafe belegt und als 15. gewertet. In der Amateurwertung belegte Seiler Rang vier.
„Der Rempler mit Marc Hayek tut mir sehr leid, denn Marc ist nicht nur Landsmann, sondern auch ein sehr fairer Sportsmann“, entschuldigte sich Seiler. „In der Kurve wurden gelbe Flaggen geschwenkt, die ich erst spät gesehen habe. Ich war spät auf der Bremse und es hat nicht mehr gereicht. Allerdings wurde ich im Rennen auch Opfer von zwei Remplern, es wurde generell sehr ruppig gefahren. Am Ende stand so die Lenkung schief, und ich musste kämpfen wie ein Löwe, um meine Position zu verteidigen.“
Erstmals im gleichen Look wie die Startnummer #18 von Toni Seiler und Frank Kechele gingen in den Niederlanden Remo Lips und Frank Schmickler in der Startnummer #17 an den Start. Die Corvette von Lips/Schmickler trat in Zandvoort erstmals im Stand von 2012 an und wurde erst am Freitag fertig. Im ersten Rennen hatten Lips/Schmickler noch ein technisches Problem, das einen Extra-Stopp kostete. Problemlos verlief dann aber in Lauf zwei, als die Corvette auf dem guten 16. Platz ins Ziel kam.

02.05.2012
Marcel Steiner

Die Schonzeit ist vorbei
Kein Scherz, meine Saison begann bereits am 1. April mit dem Autorennen auf der Indoorkartbahn in Roggwil. Eigentlich konnte sich dies im Vorfeld niemand vorstellen, dass ich mit dem grossen Osella da überhaupt um die Ecken komme. Als Fahrer ist das Umrunden der Kartbahn schon ein riesen Kampf und Krampf.
Anfangs tat ich mich auch schwer und im 1. freien Training kam ich noch nicht so zurecht und hatte mit Gripproblemen zu kämpfen. Leichte Fahrwerkseinstellungen zahlten sich aber im 2. Training schon deutlich aus und ich konnte mich in der Zeitenliste verbessern. Nach nochmaligen leichten Änderungen am Fahrwerk konnte ich mich im 1. Qualilauf an die Spitze setzen und den Rundenrekord für Autos bereits leicht unterbieten. Ich fand mich dann mit dem Osella auf der sehr engen Strecke je länger je besser zurecht, konnte immer mehr attackieren und unterbot den Streckenrekord um gut eine Sekunde und umrundete die 630 Meter lange Bahn in 37.330 sec.
Im Finallauf wurden dann ab stehendem Start zwei Runden gefahren werden. An meine Rekordzeit kam ich nicht mehr ganz ran, dennoch konnte ich dieses Rennen mit einem beruhigenden Vorsprung auf Jo Brunner (Formel Ford), Bruno Ianniello (Lancia S4) und Georg Pacher (Steyr Puch) gewinnen.
Zwei Wochen später, am 13.-14. April, standen die Testtage mit dem Team Sägesser Motorsport auf dem Circuit de Bresse auf dem Programm. Freitagmorgens war der Himmel noch etwas bewölkt, die Strecke aber trocken und somit konnten wir gleich beginnen, unser Testprogramm abzuspulen. Ich fühlte mich schon recht wohl im Osella und konnte bereits mit einer guten Rundenzeit im ersten Turn beginnen. Leider bekamen wir dann sofort Probleme mit dem Streckenbetreiber wegen des Lärms. Wir mussten unser Programm ein wenig umstellen und konnten immer nur Turns von drei Runden fahren. Dennoch konnten wir einige Einstellungen durchprobieren und ich konnte mich auf eine Zeit von 1.17.15 steigern. Leider schlichen sich relativ bald Getriebeprobleme ein, denen wir erst am Freitagabend auf die Schliche kamen. Wir fanden, nach Rücksprache mit dem Sadev-Importeur, den Fehler und hofften, am Samstag nochmals ausgiebig zu testen und auch das Getriebe auf seine einwandfreie Funktion zu prüfen.
Bei schönstem Sternenhimmel gingen wir dann auch zu Bett. Doch regnete es bereits, als wir Samstagmorgens erwachten. Wir gaben die Hoffnung auf besseres Wetter nicht auf und warteten geduldig bis Mittag. Als nach dem Mittagessen keine Besserung in Sicht war, entschieden wir uns, Auto und Material zu verladen und die Heimreise etwas früher anzutreten. Letztes Wochenende konnte ich den Rennwagen und meine Fahrkünste im Showprogramm beim Automobilslalom Frauenfeld präsentieren. Dies ist eine perfekt durchorganisierte Veranstaltung mit sehr gutem Publikumsinteresse. Dabei wird ein Teil der Slalomstrecke in einen kleinen Rundkurs umgebaut, damit die Showblock-Fahrer ihre Runden drehen können. Jeweils kurz vor Mittag und ein weitere Mal Nachmittags konnten wir den Zuschauern unsere Autos vorführen und tüchtig angasen. So konnte ich den Osella nochmals auf Herz und Nieren prüfen und mich bei einigen Kilometern noch besser eingewöhnen.
Nun ist es aber vorbei mit der Eingewöhnungsphase, am kommenden Wochenende, 5.-6. Mai, beginnt nun auch für mich die Rennsaison beim Bergrennen in Eschdorf (Luxemburg). Dies wird sicher eine interessante Angelegenheit, sind doch 10 Formel 3000, 2 Osella FA30 und ein GP2 gemeldet. Das Kräftemessen kann also beginnen…

23.04.2012
Rene Gilomen

Saisonauftakt von der Pole Position
Endlich geht es los, ich kann meinen neuen Clio "entstauben". Ich fühle mich sehr wohl und er brummt einwandfrei:-)))
Das Quali habe ich durchzogen, wie ja fast immer, abgeschlossen, ..... startete auf Position 12, aber ins Rennen bin ich super gestartet, gleich auf Position 5 gefahren. Das heisst in meiner Klasse Position 1!!
Nun packte mich der Ehrgeiz und ich wurde leicht übermütig.... wollte noch weitere Fahrer aus anderen Klassen fressen!! (Sinnlos!!) Das Heck brach aus und ich ruinierte mir 4 Reifen gleichzeitig, und tschüss zurück in die Box, aus der Traum:-((( Was mir bleibt, ist das gute Gefühl, der Polepositon.
Die Klassierung ergab dann den Startplatz für Rennen 2, sprich fast zu hinterst. Doch ich gab wieder alles. Das Rennen wurde unter Safetycar wegen Regen abgebrochen.
Die nächste Gelegenheit kommt schon bald  am 15. -17. Juni 2012 in Hockenheim!

03.04.2012
Andrina Gugger

ADAC GT Master Oschersleben 2012
Endlich war es soweit, das erste Rennen der ADAC GT Masters stand vor der Tür. Ich war total aufgeregt und hatte ehrlich gesagt ziemlich die Hose voll. Das Starterfeld war mit 44 Fahrzeugen nicht nur enorm gross, sondern auch überdurchschnittlich stark. Ein Profi-Rennfahrer nach dem
anderen trug sich in die Starterliste ein. Unser Ziel von einer Top 25 Rangierung schien in weite Ferne zu rücken. Dennoch freute ich mich auf dieses Rennen, bei dem ich zeigen wollte, was in mir steckt.
Der Anfang gestaltete sich dabei etwas schwierig. Da ich am Donnerstag in die Schule musste, konnten wir erst am Donnerstagabend losfahren. Wir reisten die ganze Nacht durch und kamen erst morgens um 6 Uhr auf der Rennstrecke von Oschersleben an. Ich hatte aufgrund der vorangegangen Tage ein mittlerweile recht beachtliches Schlafmanko aufgebaut und hätte mir gewünscht, mich noch einige Stunden hinlegen zu können. Doch dies war leider nicht möglich, denn ich musste eine ganze Menge administrative Dinge erledigen, die die meisten Piloten schon am Donnerstag abgearbeitet hatten.
So flitzte ich gleich Morgens um Viertel nach sieben zum Fahrerbriefing und von da aus zur
Papierabnahme, an der ich meine Lizenz zeigen und persönliche Angaben machen musste. Von da
aus ging es direkt weiter zur technischen Abnahme. Ich wurde gewogen und meine sämtlichen
Rennkleider wurden auf Feuerfestigkeit überprüft. Noch als ich bei der Abnahme war, hörte ich, wie
die ersten Fahrzeuge ins offizielle freie Training starteten. Jetzt hiess es auch neben der Rennstrecke
in erster Linie Vollgas geben! Pünktlich zu meinem Stint schaffte ich es in unsere Box zurück. Erst
jetzt realisierte ich so richtig, dass es regnete. Hilfe! Ich war mit dem Porsche 911 GT3 R noch nie im
Regen gefahren?! Werde ich mich jetzt total blamieren auf der Strecke? Oder komme ich mit der
„Lotte“ im Regen vielleicht sogar richtig gut zurecht? Mir blieb nichts anderes übrig als es
auszuprobieren. Aufgeregt aber auch erleichtert, dass ich diese Erfahrung in einem Training und
nicht erst beim Rennen sammeln durfte, setzte ich mich ins Auto und düste los. „Übersteuern…
Untersteuern… Huch nicht über den Randstein…! Hilfe da kommt ein Kiesbett…! Mist…!
verbremst…!“ Dies alles ging mir in den ersten paar Runden durch den Kopf, während ich verzweifelt
versuchte das Fahrzeug auf der Strecke zu halten. Mit der Zeit entwickelten sich meine Gedanken
ins durchaus Positive: „Eigentlich geht’s doch recht gut oder...? Jipppi…! Die Zeiten werden
schneller…! Geschafft…!“. Glücklich kam ich nach meinem Stint zurück in die Boxengasse und war
froh, das Auto nirgends im Kiesbett versenkt zu haben. Für das zweite Training hatte ich mir dann
einiges vorgenommen. Leider kam es nicht so wie erwartet. Nach einem Ausritt quer durch die
Wiese, kam mein Teamkollege mit zerstörter Porschefront in die Boxe zurück. Somit fiel das Training
für mich wortwörtlich ins Wasser.
Nach der Mittagspause und zwei Stunden Schlaf galt es dann ernst. Das Zeitfahren stand an. In der
ADAC GT Masters ist dies so geregelt, dass jeweils ein Pilot das erste, der andere Fahrer das zweite
Zeitfahren bestreitet, was wiederum zu den Startpositionen für Rennen 1 und Rennen 2 führt. Für
uns hiess das – ich Zeitfahren 1 und Otto Zeitfahren 2. Das Endresultat war ein 30. Platz meinerseits
und ein 37. Platz von meinem Teamkollegen. Im Grossen und Ganzen zufrieden ging ich am Abend
früh ins Bett um endlich mein Schlafmanko wettzumachen und fit für den Samstag zu sein. Am
Samstagmorgen regnete es in Strömen. Zusätzlich dazu wehte eine enorme Biese quer über die
Rennstrecke. Es war eisig kalt und die Menschen versteckten sich in ihren Regenmänteln und hinter
tief ins Gesicht gezogenen Mützen. Mein Platz hinter dem Lenkrad unserer „Lotte“, war
glücklicherweise trocken und windgeschützt. In Gedanken bereitete ich mich aufs Rennen vor und
versuchte meine Nervosität in den Griff zu kriegen. Ausgerechnet bei diesen schwierigen
Bedingungen musste ich den Startstint fahren. Mittlerweile hatte es nämlich aufgehört zu regnen
und durch den peitschenden Wind konnte man bereits die ersten trockenen Stellen auf der Strecke
erkennen. Gleichzeitig standen aber auch drohend schwarze Wolken am Himmel, die nichts Gutes
verheissen liessen. Bereits auf dem Weg zur Startaufstellung drehte sich ein vor mir fahrendes Auto
weg. Ich wurde noch nervöser! In der Startaufstellung angekommen ging die Diskussion um die
richtige Reifenwahl los.
Regenreifen, Trockenreifen, oder eben doch Regenreifen? Wir entschieden uns für Regenreifen, da
es bei diesem ersten Rennen nicht darum ging, dass ich aufs Podest fahre, sondern die Möglichkeit
haben sollte möglichst viel zu fahren, um Erfahrungen zu sammeln. Kaum hatten wir uns
entschieden mussten die Mechaniker auch schon die Boxengasse räumen und wir starteten in
unsere Einführungsrunde. Mit Schrecken stellte ich fest, dass die Strecke viel schneller trocknete als
eigentlich erwartet. Doch ändern konnte ich nun auch nichts mehr. Also versuchte ich das Beste
daraus zu machen und preschte bereits am Start nach vorne. In den ersten paar Runden konnte ich
mich intensiv nach vorne orientieren und hatte sichtlich meinen Spass. Plötzlich begannen jedoch
die Regenreifen abzubauen. Per Funk gab ich meinem Renningenieur durch, dass ich gerne zur Box
kommen würde, um die Trockenreifen zu montieren. Dieser gab mir das ok, hielt mich kurze Zeit
später aber davon ab, weil das zweite Teamfahrzeug aufgrund eines möglichen Plattfusses bereits
an der Boxe stand. Also blieb mir nichts anderes übrig, als noch eine Runde draussen zu bleiben.
Dies war ziemlich Harakiri. Wie auf rohen Eiern schlitterte ich durch die Kurven in der Hoffnung,
rechtzeitig in die Boxe zu kommen, bevor etwas passierte. Als ich es bis in die Boxe geschafft hatte,
war ich erleichtert.
Zwar hatte uns der zusätzliche Boxenstopp eine Menge Zeit gekostet, doch das Ziel bei diesen
schwierigen Bedingungen auf der Strecke zu bleiben hatte ich soweit erfüllt. In den letzten paar
Runden meines Stints konnte ich mich erneut nach vorne orientieren und übergab die „Lotte“
meinem Teamkollegen Otto Klohs an ca. 27. Position. Dabei kam es zu einem Technischen
Missverständnis, bei dem die Stoppuhr auf dem Fahrerdisplay nicht anfing zu laufen. Diese Stoppuhr
ist für uns Piloten von grosser Wichtigkeit, da sie uns anzeigt, wann wir wieder aus der Boxe fahren
dürfen. Das Reglement der ADAC GT Masters gibt nämlich vor, dass man von der Einfahrt der
Boxengasse bis zur Ausfahrt der Boxengasse minimal 75 Sekunden haben muss. Da die Stoppuhr
nicht funktionierte, passierten wir diese Check-Linien 2,8 Sekunden zu früh und kassierten daraufhin
eine 3-Sekunden-Stopp-and-Go-Strafe. Dies kostete uns einige Plätze und so kamen wir nach dem
einstündigen Rennen nur noch auf Rang 30 ins Ziel.
Das Fazit aus dem ersten Rennen: Solche technischen Missverständnisse sind zwar ärgerlich, doch
lernt man aus diesen Fehlern und kann sich sicher sein, dass derselbe Irrtum nicht noch einmal
passieren wird.
Für den Sonntag setzten wir uns mit Platz 25 ein hohes Ziel. Ich persönlich strotzte nur so vor
Optimismus. Das Rennen vom Vortag hatte mir Selbstvertrauen gegeben und ich fühlte mich fit,
wohl und entspannt. Naja entspannt zumindest bis kurz vor dem Start, den dieses Mal mein
Teamkollege Otto fuhr! Einmal mehr musste ich merken, dass ich eine enorm schlechte Zuschauerin
bin. Sobald ich vor einem Fernseher sitze und weiss, dass ich selbst nicht ins Renngeschehen
eingreifen kann, werde ich zu einem Nervenbündel. Dann fiebere ich voll und ganz mit und bin
nervöser, wie wenn ich selbst hinterm Lenkrad sitze. Eben auch eine Erfahrung, die ich bei diesen
ADAC GT Masters Rennen machen muss. Ich hoffe sehr, dass ich mich irgendwann an diese
Situationen gewöhnen werde. Aber nun zurück zum Rennen. Bei vollkommener Trockenheit startete
Otto vom 37. Startplatz und kämpfte sich bereits in den ersten paar Runden bravurös nach vorne.
Nach ca. einer halben Stunde übergab er mir das Auto an 29. Stelle.
Jetzt gings für mich nochmals los. Das Auto rollte mit 60 km/h auf unsere Boxe zu und hält an:
Hinrennen, Türe aufreissen, Funk ausziehen, Kissen positionieren, ins Auto hüpfen, den Sitz ein
bisschen nach vorne, Gurte bereit halten und warten, bis Otto mich fertig angeschnallt hat.
Sitzposition einstellen, Funk-Check machen, Gurte festziehen, Motor starten – das Herz schlägt mir
bis zum Hals – die Stoppuhr läuft… 12… 11… - ich mache mich startklar - 10… Gas geben, Kupplung
schnallen lassen und los geht’s!!! Glücklich stellte ich beim Einbiegen in die erste Kurve fest, dass
alles geklappt hatte. Doch ich konnte mich nicht lange darüber freuen, denn ich hatte einen Nissan
im Nacken. Während ich mit aller Kraft versuchte, diesem davon zu fahren, näherte ich mich immer
mehr meinen Vorderleuten. Ich kämpfte mich durch die Gruppe hindurch, immer darauf bedacht,
dass der Nissan kein Loch findet, um an mir vorbei zu schlüpfen. Zwei Mal erhielt ich einen heftigen
Schlag auf die hintere rechte Ecke, konnte das Auto aber jedes Mal in letzter Sekunde wieder
auffangen, ohne dass es zu einem Dreher kam.
Dabei wurde das Auto von Runde zu Runde immer schwieriger zu kontrollieren. Die Reifen gaben
nach und der Nissan klebte noch bissiger an mir. Als von hinten die Spitzengruppe nahte, kam ich
ganz schön ins Schwitzen. Ich musste diese nämlich passieren lassen, ohne dabei jemanden zu
behindern und gleichzeitig darauf achten, dass dieser verflixte Nissannicht gleich mitzieht. So war
ich froh, als ich endlich die Ansage „Letzte Runde“ über den Boxenfunk hörte. Ich versuchte
möglichst alle Löcher zu schliessen um meinem Hintermann alle Chancen zu nehmen. Diese
Strategie schien aufzugehen. Aber eben nur bis in die letzte Kurve. Da drückte sich der Nissan innen
an mir vorbei, bremste mit zwei Rädern auf der Wiese an und schoss mit blockierten Reifen auf mich
zu. Um einem Zusammenstoss aus dem Weg zu gehen, trat ich auf die Bremse und öffnete die
Lenkung. Dabei verlor ich die Kontrolle über mein Heck und drehte mich ein. Ich ärgerte mich
fürchterlich, denn durch dieses Techtelmechtel sind wir von einem hervorragenden 23. Schlussrang
auf den 26. zurückgefallen und somit haarscharf an unserem persönlich gesetzten Ziel
vorbeigerutscht.
Auch Stunden nach dem Rennen wusste ich noch nicht so recht über wen ich mich ärgern sollte,
über den Nissanfahrer, der quer geschossen kam oder über mich selber, weil ich die Kontrolle über
das Fahrzeug verloren hatte und einen Dreher nicht verhindern konnte.
Rückblickend bin ich der Meinung, dass diese Situation eine jener Erfahrungen ist, von denen ich
dieses Jahr noch eine Menge sammeln werde! Und das ist auch gut so, denn dafür ist dieses
Lernjahr da. Trotzdem können wir mit unserer Leistung zufrieden sein, denn in diesem starken Feld
mit so vielen Profis und sehr vielen sehr erfahrenen Piloten so viele Positionen nach vorn zu fahren,
ist nicht zu unterschätzen.
Fazit: - viel gelernt - und happy, die Feuertaufe mit dem Porsche 911 GT3 R bestanden zu haben.

Eure Andrina

30.01.2012
Nico Müller

Yokohama WTCC Kart Event
Am vergangenen Freitag Abend lud Yokohama zum alljährlichen grossen Kart-Event in Payerne. Ca. 26 Teams aus den Sparten Auto-Journalismus, Zubehör-Lieferanten und Herstellern nahmen die Challenge an. In vielen Teams fanden sich bekannte Namen aus der Schweizer Motorsportszene, wie zum Beispiel Rahel Frey (DTM) oder Marcel Steiner (mehrfacher CH-Bergmeister) wieder.Wie in den vergangenen beiden Jahren startete Nico auch dieses Jahr, gemeinsam mit Andrina Gugger (GT-Masters), Fabio Leimer (GP2) und Jörg Pettersen (Journalist) fürs Team „Auto Illustrierte“.
Das Ziel war klar: Die Serie mit 4 Siegen in Folge zu erweitern (bei den letzten zwei war Nico dabei).  Ein 3. Rang im Zeitfahren war zwar nicht die ganz optimale Ausgangslage, doch das Team „ai“ ging trotzdem zuversichtlich ins Rennen. Fabio gelang ein guter Start und er legte einen fehlerfreien Stint hin, sodass Nico das Kart von ihm in der Führung liegend übernehmen konnte. Er baute den Vorsprung (u.a. mit der schnellsten Rennrunde) stetig aus und so lag das Team bei Rennhälfte schon mit einer ganzen Runde vorne. Ca. 15 Minuten nachdem Nico das Kart an Andrina übergab, musste dann das Rennen aufgrund eines Zwischenfalls neben der Strecke (der zum Glück keine schwerwiegenden Folgen mit sich zog) vorzeitig beendet werden.
Somit gewann das Team „ai“ nach etwas mehr als 2h Rennzeit (anstelle der geplanten 3) zum 3. Mal in dieser Konstellation und zum 5. Mal insgesamt den Yokohama WTCC-Kart-Cup fürs Team „Auto Illustrierte“.
Am wichtigsten ist, dass bei dem Zwischenfall neben der Strecke nichts Schlimmes passiert ist. Aufgrund dieser Tatsache konnte auf einen gelungenen Abend zurück geblickt werden und die Vorfreude auf die nächste Edition in 2013 ist riesig.

23.01.2012
Andrina Gugger

Aufregender Bericht zum 24h Rennen in Dubai
Aufgeregt und voller Vorfreude stand ich am Montag auf dem Zürcher Flughafen.
Mittlerweile war schon fast die ganze Truppe von Fach Auto Tech anwesend und bereit zum Abflug. Ich fühlte mich völlig "kribblig" und fieberte bereits der ersten Fahrt auf einem Porsche entgegen. Doch davor gab es noch einiges zu erledigen. Ich legte meine Tasche auf das Check-In Band, erhielt mein Flugticket und verabschiedete mich von meiner Mutter. Im Flieger erforschte ich sogleich die Unterhaltungsmöglichkeiten. Jeder besass vor sich nämlich einen Bildschirm auf dem man Filme gucken, Spiele spielen oder Musik hören konnte. Na das würde ja ein amüsanter Flug werden. Nachdem ich einige Stunden mit einem Rallyeauto um eine imaginäre Strecke gedüst bin und vergeblich versucht habe bei "Wer wird Millionär" die 1'000'000 Frage zu knacken, widmete ich mich bis zur Landung einem Spielfilm.
In Dubai gelandet mussten wir erst einige Stunden anstehen um überhaupt durch die Passkontrolle zu kommen, und ein Mietfahrzeug zu erhalten. Ich war müde und hungrig. Anschliessend landeten wir zu allem Überfluss noch im falschen Hotel und so wurde es 2 Uhr bis wir endlich an richtigen Ort tot müde ins Bett fielen. Das fing ja schon einmal gut an.
Glücklicherweise verlief der nächste Tag wesentlich unkomplizierter. Nach einigen administrativen Dingen, die zu erledigen waren, liefen wir die Strecke zu Fuss ab. Sofort bemerkte ich, dass die Strecke alles andere als einfach war, zumal man oft in die Kurve hineinbremsen und teilweise spezielle Linien wählen musste, um den Kurvenradius möglichst geschickt meistern zu können.
Dennoch konnte ich es kaum erwarten, dass die Trainings endlich starteten, denn allein die beiden "Steilwandkurven" liessen jede Menge Spass vermuten. Nach der Streckenbesichtigung gingen wir Essen. Für diesen Abend war ein typisch arabisches Restaurant geplant, bei dem uns eine Vorspeise aufgetischt wurde, die meine Vorstellungskraft deutlich überschritt. Der ganze Tisch wurde mit kalten und warmen Vorspeisen bedeckt und hungrige Hände griffen nach den verschiedensten arabischen Spezialitäten. Während einige richtig lecker waren, lehnte ich bei anderen dankend ab und beobachtete das Spektakel am Tisch.
Am Mittwoch war es dann endlich soweit und die ersten Testrunden standen an. Das Interessante respektive Amüsante daran: sie fanden mit den Mietfahrzeugen statt! So sah man während ca. einer Stunde sämtliche Piloten mit ihren Mietfahrzeugen auf der Piste rumkurven, um die Streckenführung kennen zu lernen. Unser Ford Figo, (der indische Ford Fiesta) war dabei nicht der Einzige, der leiden musste. Wie die verrückten schmissen die offensichtlich Motorsportverrückten ihre Strassenautos um die Kurven, und man hätte meinen können, das Rennen wäre bereits in vollem Gange.
Glücklicherweise war dies nicht der Fall, denn unser Figo hatte nicht nur zu wenig Leistung, auch das Fahrwerk war alles andere als optimal eingestellt. Im Anschluss an die höchst amüsanten Proberunden war Fahrerwechseltraining angesagt. Möglichst schnell versuchten wir den Fahrerwechsel hinzukriegen, sodass wir weniger als 20 Sekunden für das ganze Prozedere brauchten. Das ist die Zeit, die die Mechaniker zum Reifenwechseln brauchen.
Nach dem Mittagessen war es nun definitiv so weit. Nervös setzte ich mich ins Auto und starrte auf das Lenkrad, welches ich eigentlich schon Wochen zuvor genauestens studiert hatte. Dennoch überraschte mich die grosse Anzahl an Knöpfen, Hebeln und Schalter immer wieder aufs Neue. Wir mussten alleine beim Tankvorgang bis zu 20 verschiedene Knöpfe drücken, Schalter umlegen oder sonstige Dinge im Auto erledigen.
Verständlicherweise habe ich beim ersten Mal vor lauter Nervosität über die Hälfte vergessen. Mit zittrigen Knien fuhr ich aus der Boxengasse und drückte erst einmal zögerlich aufs Gaspedal. Doch bereits das reichte, um das Auto mit kalten Reifen auf der schmutzigen Boxeneinfahrt ins Schleudern zu bringen. Interessanterweise, und das erstaunte mich selbst am Meisten, machte mir das überhaupt nichts aus. Nein der erste Gedanke war sogar:
"Geil!". Also liess ich das Auto einfach gehen, korrigierte das Nötigste mit dem Lenkradeinschlag und fuhr auf die Strecke. Hilfe hat das viel Verkehr hier! Von allen Seiten flitzen die unterschiedlichsten Fahrzeuge an mir vorbei, während ich mit mir dem Auto, der Strecke und den langsameren Autos anfangs noch ziemlich überfordert war. Von Runde zu Runde wurde es besser, denn je schneller ich wurde, desto weniger Fahrzeuge kämpften sich von Hinten an mir vorbei.
So konnte ich mich vermehrt nach vorne orientieren und war fast etwas enttäuscht als es nach nur 5 Runden hiess, mein Stint wäre vorbei und ich solle mich in die Boxengasse begeben. Immerhin, das wusste ich bereits im Voraus, hatte ich 2 Stunden später noch einmal die Möglichkeit 3-4 Runden zu drehen. In diesem zweiten Stint sanken die Rundenzeiten nochmals um einiges, so dass ich die aus Strategiegründen angestrebte 2:07:xx bereits im zweiten Stint fahren konnte. Happy aber müde fiel ich abends ins Hotelbett. Doch statt zu schlafen, fing ich an die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Immer wieder zuckte ich zusammen. Ich hätte dabei jeweils schwören können, dass mir gerade das
Heck ausgebrochen war. So manövrierte ich mich wortwörtlich in den Schlaf, während ich immer wieder versuchte, den Porsche auf der Strecke zu halten.
Dass diese Nacht nicht besonders erholsam war, könnt ihr euch sicherlich vorstellen. Nichts desto trotz freute ich mich schon Morgens in der Früh auf den ersten offiziellen Renntag.
Heute würde, nebst administrativen Dingen wie dem Fahrerbriefing, der Fahrerwechsel geübt, zwei kurze Stints, einer im Hellen, der andere im Dunkeln gefahren und die Strategie besprochen werden. Diese Strategiebesprechung war extrem wichtig. So entschieden sich unsere Teamchefs dafür, definitiv mit der die 2:07:xx Strategie zu fahren. Dies bedeutete für uns, dass wir 50kg Blei aus dem Auto entfernen und 120l statt nur 100l Benzin pro Boxenstopp tanken durften. Ebenfalls hiess dies jedoch, dass wir jede Runde möglichst nah an eine 2:07:00 heranfahren mussten, dabei während den ganzen 24 Stunden jedoch total maximal 10 Runden schneller als diese Zeit fahren durften. Dies war aufgrund des grossen Verkehrsaufkommens relativ schwierig zu timen, doch uns blieb nichts anderes übrig. Wir übten dies bereits in den offiziellen Trainingsstints.
Den meisten gelang dies relativ gut. Einzig in den Nachtstints war es etwas schwieriger, da die meisten Piloten das erste Mal im Dunkeln unterwegs waren und ein ziemliches Chaos auf der Piste herrschte. Ich musste für mich persönlich feststellen, dass es mir keine allzu grossen Schwierigkeiten bereitete im Dunkeln zu fahren. Dies stimmte mich sehr positiv für das Rennen, in dem ich mindestens zwei Stints im Dunkeln fahren würde. Sorgen machten mir hingegen die vielen Knöpfe. Immernoch hatte ich Mühe mir die Abläufe zu merken und vergass immer wieder wichtige Schalter und Hebel umzulegen. Mir war klar, dass dies im Rennen nicht passieren durfte und so setzte ich mich nach dem Abendessen noch einmal alleine ins Auto und übte während knapp einer Stunde den Ablauf immer und immer wieder, bis ich ihn im Schlaf beherrschte. Nun, und da war ich mir sicher, würde alles gut werden.
Am Freitag, dem grossen Tag, konnte ich morgens etwas länger liegen bleiben, denn das Qualifying würde nur Swen Dolenc unser erfahrenster Pilot bestreiten. Mit einer Zeit von 2:07:1 reichte dies für den 24. Startplatz. Was für die einen recht weit hinten zu sein schien, war für mich ein gutes Omen. Ausgerechnet die 24, meine Glückszahl, war auch unsere Startposition. Das konnte nur Gutes bedeuten. Erstaunlich ruhig sass ich einige Stunden später vor dem Fernseher mit dem Livetiming und wartete auf den Start, welcher ebenfalls Swen Dolenc fahren würde. Als die Autos in die Einführungsrunde starteten begann ich langsam doch etwas nervös zu werden.
Glücklicherweise verlief die Startphase ruhig und unser Startfahrer kämpfte sich innerhalb weniger Runden bis auf den 16. Rang vor. Da ich keine Ruhe fand und jede Sekunde mitfieberte, entschied ich mich, mich etwas zurück zu ziehen.Ich setzte die Kopfhörer auf, hörte ein bisschen Musik und las dazu ein Buch. Eine völlig neue Situation für mich.
Während ich friedlich hinter der Boxe die Sonne genoss passierte auf der Strecke so einiges. Unser Auto wurde von einem zweiten Fahrzeug gerammt und musste mit technischem Defekt an die Boxe zurück kommen. Anfangs dachte man, es sei nur ein Reifenschaden. Beim Betrachten des demolierten Fahrzeuges, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass die ganze vordere linke Aufhängung komplett fehlte. War dies das Ende? Bin ich jetzt wirklich nach Dubai gereist, um keine einzige Minute des 24 Stunden Rennens fahren zu können? Glücklicherweise nicht. Die Mechaniker beruhigten mich, der Schaden sei reparierbar, jedoch würde dies einige Zeit dauern. Sichtlich beruhigt setzte ich mich auf einen Stuhl und sah dem Treiben zu. Die Mechaniker machten eine super Arbeit. Jeder wusste genau, was er zu tun hatte und obwohl ein enormer Zeitdruck vorhanden war, blieben alle ruhig. Dies ist in einer solchen Situation extrem wichtig um Fehler zu
vermeiden.
Als ich da so auf meinem Stuhl sass und vor mich hinstarrte, fiel mir plötzlich auf wie ruhig ich eigentlich war. Dies hatte zweierlei Gründe. Erstens war ich happy, dass ich überhaupt
wieder fahren konnte und zweitens kam mir ein Satz von Fredy Barth, WTCC Fahrer, in den Sinn. Er sagte mir vor einiger Zeit, als ich in den GT-Sport gewechselt habe und Bedenken äusserte, Rennen nicht mehr alleine sondern mit einem Teamkollegen bestreiten zu müssen, dass die richtige Denkweise bei Langstreckenrennen extrem helfen würde. Wichtig dabei sei zu wissen, dass man nicht beeinflussen kann, was währed der Zeit geschehe, in der man nicht am Steuer sitzt. Also nützt es nichts, sich über Teamkollegen, Teammitglieder oder Rennleiterentscheide aufzuregen. Das Einzige, was man machen kann, ist, dann alles zu geben, wenn man selber hinter dem Lenkrad sitzt. Dieser Gedanke schien mich zu beruhigen, und so bereitete ich mich innerlich auf meinen Stint vor. 2 Stunden und 6 Minuten später stand das Auto wieder repariert und ausgemessen auf 4 Rädern in der Box und war einsatzfähig. Derzeitiger Stand war Position 67. Uns allen war klar, dass wir nun nichts mehr zu verlieren hatten, aber sicherlich noch einige Plätze gut machen konnten. Als ich 3 Stunden später endlich an der Reihe war, waren wir immerhin auf Position 62. Das Auto kam in die Boxe, hielt an, die Fahrertüre wurde aufgerissen und Daniel sprang aus dem Auto. Möglichst schnell sprang ich hinein und wenige Sekunden später war ich auch schon auf dem Weg zur Tankzone. Dort vergass ich ganz zu meiner Freude keinen einzigen der ca. 20 Knöpfe und startete voller Vorfreude in meinen ersten Stint. Anfangs hatte ich ziemlich Mühe mit den vielen Fahrzeugen, die auf der Strecke waren.
So schaffte ich es nur mit Ach und Krach einige Male auf die angestrebten 2:07:xx Zeiten. Auch teilte ich mir meine Getränkeflasche komplett falsch ein, so dass ich bereits nach 30 Minuten nichts mehr zu trinken hatte. Als ich nach rund 100 Minuten Fahrzeit in die Boxe kam, sprang ich völlig erschöpft aus dem Auto, kniete mich auf den Boden und schrie nach Wasser. Ich war durchgeschwitzt, müde und fragte mich, wie ich die nächsten Stints überstehen würde. Doch trotz der Erschöpfung war ich überglücklich, dass alles so gut geklappt hatte. Als ich hörte, dass wir mittlerweile auf Position 56 lagen, war ich mega happy. So waren wir also auf dem Weg nach vorne. Ich versuchte mich zu entspannen und zu schlafen. Dabei blieb es beim Versuchen, denn ich war irgendwie immer in der Angst ich könnte meinen nächsten Stint verpassen.
Glücklicherweise war dies nicht der Fall. Allgemein lief es für mich im zweiten Stint noch besser als im ersten. Ich ging viel entspannter an die ganze Sache heran. Immer lockerer konnte ich die 2:07:xx Zeiten auch im Verkehr fahren und so war der ganze Stint nur noch halb so anstrengend wie der erste. Ich war sogar so schnell unterwegs, dass ich dummerweise zwei Runden unter der erlaubten 2:07:xx fuhr. Dies bedeutete, dass wir 2 unserer 10 Jokerkarten abgeben mussten. Mittlerweile besassen wir ohnehin nur noch 2, da auch andere Piloten zwischenzeitlich zu schnell waren. Sind diese beiden letzten Jokerkarten auch aufgebraucht, käme es zu einer Zeitstrafe. Glücklicherweise war dies nicht der Fall. Einige Runden später hörte ich über den Boxenfunk den Befehl zum Fahrerwechsel. Als ich aus dem Auto stieg und der nächste Fahrer einstieg kam es zu einem kurzen Schreckmoment. Unsere Fahrer drückte den Startknopf einige Sekunden zu früh. Dabei
flogen, die noch nicht festgeschraubten Reifen wie Katapulte durch die Luft.
Glücklicherweise wurde niemand dabei ernsthaft verletzt. Kurze Zeit später, nachdem die Mechaniker die Reifen wieder eingefangen hatte, konnte unser Auto dann endlich wieder los.
Aufgrund einer Planänderung wurde mein dritter Stint nach hinten geschoben. Also nützte ich die Zeit und legte mich noch einmal für eine Stunde hin. Dieses Mal, es war immerhin schon etwa 4 Uhr am Morgen, schlief ich innerhalb weniger Minuten ein und wurde eine Stunde später unliebsam von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen. Wie gerne hätte ich noch weiter geschlafen! Als ich völlig verschlafen in die Boxe trottete traute ich meinen Augen nicht. Mittlerweile waren wir bereits auf Position 24 vorgefahren. Damit hätte ich nie gerechnet. Uns alle packte nun erst recht der Ehrgeiz und wir setzten uns eine Position in den ersten 20 zum Ziel. Dass es sogar für die Top 15 reichen würde, hätte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht geglaubt. Als ich zu meinem dritten Stint antrat, hörte ich schon nach kurzem meinen Renningenieur sagen, dass wir mittlerweile auf Position 20 vorgestossen sind. Was für ein Rennen! Überglücklich und im Rausch der Freude absolvierte ich den
dritten turn in der Morgendämmerung und genoss jede einzelne Runde, zumal dies voraussichtlich meine Letzten sein würden. Anschliessend an meinen Stint sass ich während 4 Stunden an der Boxenmauer und verfolgte unsere Aufholjagd. Runde für Runde holten wir auf unsere Vorderleute auf. Ich fieberte dem Ende des Rennens richtig entgegen obwohl ich am liebsten ewig weiter gefahren wäre. Und so kam es, dass wir nach 24 Stunden überglücklich auf der 13. Schlussposition ins Ziel fuhren. Dieses Rennen war einfach unglaublich und die Freude über diese gelungene Aufholjagd war riesig. So kletterte ich zuoberst auf den Boxenmauerzaun und jubelte von da meinem Teamkollegen zu. Wir hatten es geschafft! Trotz einer über 2-stündigen Reparaturzeit konnten wir schlussendlich dennoch auf Rang 13 fahren. Ich war überglücklich, wenn auch hundemüde! Dieses Rennen war einfach nur geil!
Ich möchte mich ganz herzlich bei Alex Fach bedanken für die Chance, die er mir gegeben hat, und für das Vertrauen, welches er in mich gesetzt hatte. Ebenfalls bedanken möchte ich mich beim ganzen Team angefangen bei den Mechanikern über den Renningenieur, den Koch, den Fotografen bis hin zur Masseurin für die super Leistung, die alle vollbracht haben. Zu guter Letzt geht auch ein riesiges Dankeschön an meine drei Teamkollegen, Swen Dolenc, Daniel Alleman und Marco Zolin für
die schnellen Rundenzeiten und die super Zeit, die wir miteinander verbringen durften! Danke euch allen! Es war ein unvergessliches Erlebnis und ihr habt dieses Rennen zu dem gemacht, was ein 24 Stunden Rennen sein sollte; TEAMWORK!  
Mit sportlichen Grüssen
Eure Andrina

Raffi Bader
17.01.2012

Wüstenabenteuer 2012
Seinen zweiten Auftritt beim 24h Rennen von Dubai beendete Raffi Bader mit Erfolg. Der Fricktaler stieg im Land der Öl-Scheichs mit seinem Team als Zweitplatzierter auf das Treppchen.

Hatte er in seinem Debüt von 2011 noch mit technischem Defekt aufgeben müssen, war der diesjährige Einsatz des jungen Eidgenossen weit erfolgreicher. Er steuerte im Team von Bernd Küpper ein BMW E46 Coupé.
Bei Küpper Racing waren seine Mitstreiter über 24 Stunden in glühender Hitze, heißem Wüstensand und gegen die unbarmherzige Zeit Martin, Michael und Chantal Kroll sowie Teamchef Bernd Küpper.
Qualifiziert hatte sich das Team auf Rang zwei in der Gruppe A5 und auf dem 59.Rang insgesamt. Raffi Bader sah nach dem Qualifying gute Chancen für das Rennen:
"Das Rennen wird ja nicht im Zeittraining entschieden. Wenn das Auto ohne Probleme über die Zeit kommt, ist sicherlich eine Spitzenposition in unserer Gruppe und ein Platz im guten Mittelfeld insgesamt möglich. Ganz vorn werden sich die leistungsstärkeren GT-Fahrzeuge tummeln, aber das ist nicht unser Revier."
Der Eidgenosse sollte Recht behalten. In der Anfangsphase des Rennens zweimal Rund um die Uhr lag der blau-grüne Küpper-BMW mit der Startnummer #50 auf der 47. Position und Rang eins in seiner Klasse. Aber schon zu Beginn des zweiten Rennviertels war die Mannschaft zurückgefallen. Der BMW musste für eine Reparatur der Lambdasonde das erste Mal in die Box.
Am Abend war das Auto wieder flott und in der Nacht begann die Aufholjagd, die noch zweimal von der Technik ausgebremst wurde. Ein gebrochenes Motorlager und ein defekter Lüfter zwangen zu insgesamt zwei Stunden unvorhergesehenem Boxenaufenthalt. Und auch in der letzten halben Stunde strapazierte noch ein defektes Getriebe die Nerven der Mannschaft. Am Ende belegte das Quintett um Raffi Bader den 36. Gesamtrang von 80 gestarteten Fahrzeugen und einen guten zweiten Rang in seiner Gruppe.
"In den letzten langen Minuten hatte ich nur noch den vierten Gang zur Verfügung und bin froh, dass wir die 24h nach Hause fahren konnten. Das Ergebnis ist daher sehr erfreulich. Dieses Rennen hier in der Wüste ist einfach immer etwas ganz Spezielles und ich danke Familie Kroll für dieses tolle Erlebnis", berichtete der 23-Jährige am Samstagnachmittag. "Mit dem BMW musste man stark aufpassen, dass man den GT3- Fahrzeugen nicht in die Quere kam. 2013 würde ich gerne wieder in einem GT3-Boliden fahren."
i.A. Petra Weddige

 

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